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VfL Lübeck-Schwartau Deutscher Sieg im WM-Test, aber VfL-Pole Genda schwer verletzt
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Deutscher Sieg im WM-Test, aber VfL-Pole Genda schwer verletzt
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22:00 12.12.2018
Pawel Genda verletzte sich in der ersten Halbzeit am Knie. Der Verdacht: Riss des Kreuzbandes. Quelle: Agentur 54°
Rostock

In vier Wochen ist es soweit. „Dann feiern wir Handballer noch einmal Weihnachten im Januar. Eine Weltmeisterschaft im eigenen Land, das ist das Ultimative“, schwärmte Stefan Kretzschmar. Die Ikone des deutschen Handballs warb in Rostock für die am 10. Januar beginnenden Titelkämpfe. Ein Appetithäppchen dafür: das Spiel gegen die im Umbruch befindlichen Polen, „die derzeit nicht mehr das Gelbe vom Ei sind“ (Kretzschmar). Doch die Partie in der mit 4489 Zuschauern restlos ausverkauften Stadthalle war erst nach der Pause das erwartete Amuse Gueule. Dann drehte das deutsche Team auf, siegte am Ende standesgemäß mit 35:23 (16:13).

Die Partie hatte indes einen Verlierer, der gar nicht mitspielte: Zweitligist VfL Lübeck-Schwartau. Polens VfL-Kanonier Pawel Genda (Startsieben, 4 Würfe/1 Tor) wurde nach 25 Minuten verletzt vom Feld getragen. Er hatte sich nach einer Angriffsaktion das rechte Knie verdreht. „Das sah schlimm aus. Die erste Diagnose ist: Verdacht auf Kreuzbandriss“, erklärte Polen-Trainer Piotr Przybecki und ergänzte: „ Das trifft uns ganz hart. Pawel ist einer unserer Stützen im neuen Team.“ Auch für den VfL ist es ein Rückschlag. Genda, gerade erst von einem Nasenbeinbruch genesen, droht jetzt für die komplette Rückrunde auszufallen.

Tobias Reichmann überwindet im Konter Mateusz Kornecki, trifft am Ende viermal. Quelle: Agentur 54

Zurück zum deutschen Team. „Das Ergebnis täuscht“, fand Abwehrchef Finn Lemke, „man hat gesehen, dass wir bis zur WM noch arbeiten müssen. Die Polen haben uns gerade bis zur Pause viele Fehler aufgezeigt.“ Was er meinte: Schlechtes Rückzugsverhalten, Ballverluste im Vorwärtsgang, Fehlwürfe, eine Abwehr, die alles andere als zupackte – der „Larifari-Handball“ der Deutschen weckte in Halbzeit eins alles andere als WM-Vorfreude. In Zahlen las sich das so: 7:8 (17.).

Dafür warfen die Deutschen nach der Pause den Turbo an, waren nach 47 Minuten auf 27:17 enteilt. Gut-Laune-Handball pur. Mit der zweiten Halbzeit war dann auch Bundestrainer Christian Prokop zufrieden, lobte die „aggressive Abwehr, die Emotionen zeigt, gut mit den Torhütern zusammenspielt. Das wird auch das Fundament für eine gute WM sein.“ Magdeburgs Linksaußen Matthias Musche, mit sechs Treffern auch bester Werfer, sah in der „super, super Abwehr und dem Tempospiel“ das Plus. Die coole Stimmung in Rostock habe in ihm auch die Vorfreude auf die WM geweckt. Auch in Prokop: „Ich reise mit einem guten Gefühl aus Rostock ab.“ Weiter gehts ab dem 28. Dezember mit dem nächsten Trainingslager in Barsinghausen.

Eine frohe WM-Botschaft gab es dann noch vom DHB-Vorstandsvorsitzenden Mark Schober: 430 000 Tickets, gut 85 Prozent aller Karten, sind verkauft, die deutschen Vorrundenspiele in Berlin „nahezu ausverkauft“. Und für die Hauptrunde in Köln gibt es nur noch Restkarten.

Die Statistik:

Deutschland: Heinevetter (Füchse Berlin), Wolff (THW Kiel) - Musche (SC Magdeburg) 6, Fäth (Rhein-Neckar Löwen) 4, Pekeler (THW Kiel) 4, Reichmann (MT Melsungen) 4, Schiller (Frisch Auf Göppingen) 4, Groetzki (Rhein-Neckar Löwen) 3, Drux (Füchse Berlin) 2, Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen) 2, Wiede (Füchse Berlin) 2, F. Lemke (MT Melsungen) 1, Semper (DHfK Leipzig) 1, Weinhold (THW Kiel) 1, Wiencek (THW Kiel) 1, Böhm (TSV Hannover-Burgdorf), Strobel (HBW Balingen-Weilstetten)

Polen: Kornecki, Malcher - Moryto 6, Daszek 5, Krajewski 3, Adamczyk 2, Salacz 2, Czuwara 1, T. Gebala 1, Genda 1, Olejniczak 1, Szpera 1, Klimków, Kondratiuk, Krupa, Mokrzki

Schiedsrichter: Anton Palsson (Island)/Jonas Eliasson (Island)

Zuschauer: 4489 in der Stadthalle Rostock (ausverkauft)

Strafminuten: 6 / 4

Jens Kürbis

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