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VfL Lübeck-Schwartau Festung Hansehalle – VfL bezwingt Aue 30:22
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Festung Hansehalle – VfL bezwingt Aue 30:22
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19:28 03.10.2018
Martin Waschul setzt sich durch. Quelle: Agentur 54°/John Garve
Lübeck

„Sieg, Sieg, Sieg“, skandierten die 1871 Zuschauer schon lange vor dem Abpfiff. Es bleibt dabei: Die Festung Hansehalle bleibt in dieser Saison für die Gegner uneinnehmbar. Der VfL Lübeck-Schwartau besiegt den EHV Aue mit 30:22 (16:11) – der vierte Sieg im vierten Heimspiel. Der VfL ist saisonübergreifend seit gut fünf Monaten in seinem „Wohnzimmer“ unbezwungen.

Der VfL-Erfolg in Bildern

„Es war ein verdienter Erfolg. Und endlich war die Balance aus Angriff und Abwehr da“, freute sich VfL-Trainer Torge Greve. Zu langsam, zu pomadig, ohne Durchschlagskraft, dazu viele einfache Ballverluste – so hatte er seinen Angriff zuletzt beim 16:23 in Lübbecke kritisiert. Gegen Aue zeigten Hansen & Co. ein anderes Gesicht. Vor allem das Rückraumduo Pawel Genda und Antonio Metzner. Sie waren kaum zu stoppen, markierten die Hälfte aller VfL-Treffer. Und dann war da noch ein Joker im quittegelben Sweater – Marino Mallwitz. Greve, der diesmal Rechtsaußen Janik Schrader pausieren ließ, schickte den ehemaligen Junioren-Nationalkeeper erstmals von Beginn an zwischen die Pfosten. Und der 22-Jährige war mit 17 Paraden einer der Matchwinner. „Ich weiß, dass ich ein gutes Torhütergespann habe. Aus der Historie heraus wussten wir, dass Aue Marino liegt. Und er hatte es sich durch tolle Trainingsleistungen auch verdient“, erklärte Greve und fügte an: „Er hat seine Chance genutzt.“

Einer der Matchwinner: Torhüter Marino Mallwitz. Quelle: 54° / John Garve

Die lobenden Worte, das anerkennende Schulterklopfen – Mallwitz genoss es im Kabinengang. „Gegen Aue habe ich offenbar immer ein gutes Händchen. Ich hatte auf meine Chance gehofft, bin dankbar und froh, dass es so gut gelaufen ist.“ Seine ersten Paraden – unter anderem frei vom Kreis gegen Aues Toptorjäger Eric Meinhardt – waren auch die Initialzündung, die der VfL brauchte. Denn Aue, der gegen den Abstieg kämpfende Tabellen-15., führte nach sechs Minuten 4:2. Gemeinsam mit Mallwitz („Nach den ersten zwei Paraden war ich drin in der Partie“) zündete Metzner seinen Turbo. Der 2,07-m-Schlaks, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft und der schon auf dem Wunschzettel einiger Erstligisten stehen soll, warf, traf. Und das gleich mehrfach. Schwartau nun auch im Mittelblock (Waschul/Ranke) beweglicher, bissiger, drehte die Partie, setzte sich mit einem 5:0-Lauf auf 7:4 (1.) ab. Aue setzte mit einer Auszeit den ersten Stopp. Vergeblich. Auch danach bestimmten Schwartaus „M&M“ die Partie. Und das mit bekanntem Muster: Parade Mallwitz, Tempoangriff Metzner, Tor. „Ich bin etwas angeschlagen, deshalb hat meine Kraft nur für die ersten 15 Minuten gereicht. Da hatte ich einen Lauf. Das war aber wichtig, so haben wir uns Luft verschafft.“

Mit Wut im Bauch zu acht Treffern: Pawel Genda. Quelle: 54° / John Garve

Kurz danach war es dann der polnische VfL-Bär Pawel Genda, der die Partie förmlich an sich riss.. In unnachahmlicher Art tankte sich der Nationalspieler durch die EHV-Abwehr, netzte zudem aus dem Rückraum (12:7/19.). Sechs Würfe, sechs Treffer – bockstark. Dazu tolle Anspiele an den Kreis, so beim 16:11 (30.) durch Steffen Köhler. „Mr. 100 Prozent“ Genda, er war der Mann der ersten 30 Minuten. „Nach dem Spiel gegen Nettelstedt war ich wütend auf mich. Doch jetzt lief es gut. Wir wollten mit viel Tempo aus der zweiten Welle Tore machen, das ist gelungen“, sagte der Rückraumlinke.

Sorgte mit seinen Treffern vor der Pause dafür, dass sich der VfL absetzen konnte: Antonio Metzner. Quelle: 54° / John Garve

Auch nach Wiederanpfiff diktierte, dominierte der VfL die Partie. Die Abwehr – das Fundament. Und vorn waren die Schwartauer immer dann erfolgreich, wenn sie auf die Tempotube drückten. So beim 21:15 (41.) durch Sebastian Damm. Der VfL leistete sich dabei sogar den Luxus, hochkarätige Konterchancen liegen zu lassen (Genda, Köhler). Am Gesamtbild änderte das indes nichts. Als Damm zum 25:18 traf und Tim Claasen nachlegte, war die Partie entschieden (26:18./47.). Nach 51 Minuten feierte dann Torjäger Jan Schult sein Comeback nach sechswöchiger Verletzungspause (Meniskuseinrisse).

„Das war die richtige Trotzreaktion. Wir wollten zeigen, dass die anderen Teams vor uns Angst haben müssen, dass wir gerade zu Hause jeden schlagen können“, sagte Metzner. Auch Greve war zufrieden: „Wir sind mit Schwung hinten rausgekommen. Gerade Antonio und Pawel haben das eindrucksvoll gezeigt.“ Gefreut habe ihn aber auch, „dass wir endlich auch die Außen und den Kreis eingebunden, unsere Abwehrstabilität nicht aufgegeben haben.“

Mit dem Schwung geht es nun am Samstag zum Ende der Englischen Woche nach Nordhorn, die im letzten Spiel gegen Balingen-Weilstetten ihre erste Heimniederlage hinnehmen mussten (26:29). Die zweite soll jetzt folgen . . .

Statistik

VfL Lübeck-Schwartau: Mallwitz (1. – 60./17/1 Paraden), Klockmann – Genda 8, Podpolinski, Hansen 1, Ranke 2, Waschul, Schult, Damm 4/1, Köhler 2, Kretschmer 1, Claasen 3/1, Runarsson, Möller 2, Bruhn, Metzner 7.

EHV Aue: Töpfer (1. – 15./0), Rasimas (ab 15./11/1 Paraden), Musil – Meinhardt 6/1, Naumann, Roch 2, Ebert 2, Bornhorn 3, Dumcius 3/2, Faith 1, Neuteboom 3, Schauer, Lux, Tuminskis 2.

Zuschauer: 1871 in der Hansehalle Lübeck

Schiedsrichter: Klinke/Klinke (beide Bordesholm)

Siebenmeter: 3/2 (Damm scheitert an Rasimas) – 5/3 (Mallwitz pariert gegen Meinhardt, Dumcius-Aufsetzer geht über das Tor)

Zeitstrafen: 3 – 1.

Spielfilm: 2:4 (6.), 7:4 (11.), 9:6 (17.), 12:7 (19.), 15:10 (28.), 16:11 (HZ) – 19:12 (36.), 20:15 (39.), 24:18 (45.), 27:18 (51.), 30:22 (Ende).

Jens Kürbis

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