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VfL Lübeck-Schwartau „Für Schwartau geht es jetzt schon um alles“
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau „Für Schwartau geht es jetzt schon um alles“
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18:00 07.02.2020
Mit Haken und Ösen: Markus Hansen (r.) stoppt seinen Gummersbacher Gegenspieler. Quelle: Mathias M. Lehmann
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Lübeck

Markus Hansen sitzt an seinem Schreibtisch, wertet Fragebögen für seine Bachelorarbeit aus. Es ist der finale Akt seines Studiums für internationales Management. In der kommenden Woche hat er Abgabetermin. Das Thema der Arbeit: „Bedeutung des Markenimages für Sportvereine“. Das Image der Zweitliga-Handballer des VfL Lübeck-Schwartau hat nach dem sportlichen Absturz in dieser Saison arg gelitten. Nach der 12:27-Demütigung in Gummersbach, der höchsten Pleite seit dem Aufstieg 2008, wirkt es aktuell sogar ramponiert. Der TV Hüttenberg, der direkte Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt, kommt zum Charaktertest da zur rechten Zeit. Doch für Hansen & Co. geht es am Samstag um mehr als Imagepflege (19 Uhr). Es geht im Monat der Wahrheit mit drei Abstiegsendspielen (Hüttenberg, Elbflorenz Dresden, Konstanz) um ihre VfL-Zukunft, um ihre Arbeitsplätze. Denn bei Abstieg sind ihre Verträge null und nichtig.

Alle Spiele, alle Ergebnisse und die Toptorschützen – die Saison 2019/20 des VfL Lübeck-Schwartau bis zur Corona-Krise

Im Training wurde kaum gesprochen

„Wir wissen alle, um was es geht“, sagt Hansen. Dass in der Woche auch mal härtere Worte gefallen sind, findet er gut und wichtig. „Wir wollen jetzt unsere Wut, unseren Frust in das Hüttenberg-Spiel tragen, zeigen, aus welchem Holz wir wirklich sind.“ Im Training habe sich das schon gezeigt: „Da wurde härter zugefasst als sonst.“ Keeper Dennis Klockmann registrierte in den ersten Einheiten auch, „dass kaum gesprochen wurde. Alle waren unter Volldampf und mega-fokussiert.“

Vor dem Spiel

Anwurf: Samstag, 19 Uhr, Hansehalle Lübeck.

Karten: 1750 Tickets verkauft; Abendkasse: ab 17.30 Uhr.

Hinspiel: 22:22.

Bisherige Spiele: 11 seit 2012 (5 VfL-Siege, 2 Remis, 4 Niederlagen).

Info Hüttenberg: Platz 12 (16:22 Punkte); Auswärtsbilanz: 9 Spiele; 2 Siege (30:28 in Ferndorf, 23:18 in Konstanz), 1 Remis (27:27 in Emsdetten); bester Werfer: Björn Zintel 117/29 Treffer (Rang drei in der Torschützenliste der 2. Liga).

Auflaufteam:VfL Bad Schwartau (weibliche Jugend D).

Przybecki: „Sind eine Mannschaft, die von Emotionen lebt“

Hansen (27) und Klockmann (37) zählen zu den erfahrenen Spielern, die Trainer Piotr Przybecki in die Pflicht als Führungsspieler, als Leitwolf, nimmt. Hansen vor allem in der zuletzt desolaten Offensive. Der Spielmacher ist sich dessen bewusst: „ Wir müssen noch mehr Verantwortung übernehmen, die anderen mitziehen, aus ihren Löchern rausholen.“ Die Signale sind bei Przybecki angekommen. „Training und Worte sind das eine. Jetzt will ich es auf der Platte sehen. Wir sind eine Mannschaft, die von Emotionen lebt, danach kommt erst das handballerische.“ Mehr Biss, mehr Aggressivität – das beginnt bei ihm in der Abwehr „und setzt sich vorn fort. Ich will das auch im Angriff und im Rückzugsverhalten sehen.“ Wichtig: Steffen Köhler, die Nummer eins am Kreis und Eckpfeiler in der Defensive, ist wieder fit.

Hüttenberg-Coach sieht Schwartau unter Druck

Auch in Hüttenberg sind die Signale angekommen. Die Mittelhessen, die in Spielmacher Björn Zintel den Top-3-Torjäger der Liga im Team haben und Schwartau mit ihrer sehr offensiv interpretierten 3:2:1-Abwehr in den Vorjahren oft vor große Rätsel stellten, sehen den Druck beim VfL. „Für sie geht es jetzt schon um alles, sie haben jetzt drei Direkt-Duelle hintereinander“, sagt Trainer Frederick Griesbach. Er weiß, dass die VfL-Jungs nach der Gummersbach-Pleite „brennen, aber, wenn wir es schaffen, in Führung zu gehen oder technische Fehler zu provozieren, dann werden sie unsicher“.

Dicker Brocken: Im Vorjahr verlor der VfL sein Heimspiel gegen Hüttenberg 19:21. Quelle: Agentur 54°

Elf Verträge laufen aus

Überzeugt und konsequent sein, das waren neben mutig und aggressiv die Schlagwörter, die in diesen angespannten VfL-Tagen am häufigsten zu hören waren. Aber auch, dass die Ungewissheit über die Zukunft – neun Verträge plus die zwei der Neuzugänge (Versteijnen, Mrozowicz) laufen aus – zur Verunsicherung beiträgt. „Klar, das ist ein, aber nicht der Mosaikstein“, bekennt Hansen. Den Bachelor bald in der Tasche, weiß er immer noch nicht, wohin seine Reise künftig geht. Einen Fingerzeig gab es am Freitag. Er hatte ein erstes Gespräch mit Neu-Geschäftsführer Daniel Pankofer.

Von Jens Kürbis

Nach dem Debakel in Gummersbach: Schwartau-Trainer Piotr Przybecki kritisiert den „Schönwetter-Handball“ seines Teams. Käptn Martin Waschul erklärt vor dem Monat der Wahrheit mit drei Endspielen um den Klassenerhalt: „Wir wollen da unten raus – mit dem Trainer.“

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