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VfL Lübeck-Schwartau Fynn Gonschor und sein „großes Spiel“
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Fynn Gonschor und sein „großes Spiel“
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17:47 23.07.2019
Im Training setzt er noch vor leeren Rängen zum Wurf an, am Mittwoch spielt Fynn Gonschor gegen Rekordmeister THW Kiel dann erstmals vor mehr als 2000 Zuschauern in der Hansehalle. Quelle: 54° / Christian Schaffrath
Lübeck

Wenn alles so läuft, wie Fynn Gonschor sich das vorstellt, wird der 19-jährige Neuzugang des VfL Lübeck-Schwartau am späten Mittwochabend noch im Strandsalon anzutreffen sein. Dort will der ehemalige Gummersbacher dann mit seiner Familie auf sein erstes Tor in Lübeck anstoßen.

Fynn Gonschor (h.l.) als FSJler in Gummersbach mit Jo Deckarm und Urban Wrona (RehAktiv). Quelle: VfL Gummersbach

Mit dem ersten Treffer für den VfL klappte es schon beim 33:26 in Grömitz gegen die HSG Ostsee, „doch jetzt, in einer gleich mal voll besetzten Hansehalle und dann gegen den THW Kiel – so ein großes Spiel habe ich noch nie gemacht“, sagt der VfL-Linksaußen, der in Gummersbach zuletzt in der A-Jugend und U23 spielte. Sein Berührungspunkt mit dem großen Handball war bisher seine FSJ-Zeit. Neben seiner Tätigkeit als Jugendtrainer („Auch beim VfL in Bad Schwartau werde ich eine D-Jugend trainieren“) betreute er mit Jo Deckarm Deutschlands Handball-Legende schlechthin. „Jetzt ist das eine ganz neue Herausforderung, und es ist mein Naturell, mich da ’reinzubeißen.“

BWL-Studium ab September in Lübeck

Seit zwei Wochen in Lübeck, konzentriert sich Gonschor derzeit voll auf Handball, auf die kräftezehrenden täglich zwei Einheiten in der Vorbereitung. Mitte September beginnt dann sein BWL-Studium an der TH Lübeck. Erst vor zwei Tagen hat er einen neuen Mietvertrag unterschrieben, im Oktober kann er in „eine etwas größere Einzimmerwohnung“ ziehen, bis dahin bleibt er im ehemaligen WG-Zimmer von Antonio Metzner. Lübeck kenne er „inzwischen schon ziemlich gut, ein Navi brauche ich nicht mehr“, sagt Gonschor. Wenn seine Familie kommt, mit der er seit 19 Jahren „zwei- bis viermal im Jahr“ Urlaub an der Ostsee gemacht hat und die derzeit wieder in Neukirchen (Ostermade) ihr Feriendomizil bewohnt, kann er jetzt die Stadtführung übernehmen. Erst vor wenigen Tagen hat er mit seiner Schwester Nele in deren 15. Geburtstag hineingefeiert – im Strandsalon.

Vorfreude auf Kieler Handball-Größen

Fynn Gonschor beim Krafttraining, das jeden zweiten Tag vormittags im „Trave Crossfit“ ansteht. Quelle: Agentur 54°

Für sein „erstes richtig großes Spiel“ am Mittwch ab 19 Uhr hat er gleich mal elf Tickets reservieren lassen. Vater Thomas, Mutter Martina, auch die Freunde und Vermieter aus Neukirchen wollen sich das Spiel gegen den Rekordmeister nicht entgehen lassen. Genau wie weitere 2100 Handball-Fans. „Ich freue mich auf diese spezielle Atmosphäre“, sagt Gonschor und fiebert dem Aufeinandertreffen vor allem mit „Wahnsinns-Torwart Niklas Landin“ entgegen. Rune Dahmke habe in der Jugend – wie er – auf Mitte gespielt „und jetzt als Linksaußen internationale Klasse“, „und an einem Domagoj Duvnjak kommt man bei der Aufzählung der Topspieler auch nicht vorbei“, weiß Gonschor. Gespannt sein dürften die Zuschauer aber auch auf die THW-Neuen, den tschechischen Rückraumlinken Pavel Horák (von Brest GK Meschkow) und Torwart Dario Quenstedt (SC Magdeburg). Für den VfL läuft neben Gonschor auch Mex Raguse erstmals in der Hansehalle für das Team des neuen Lübecker Trainers Piotr Przybecki, Nikola Potic fällt mit Muskelbeschwerden weiterhin aus. Auf seine Vergangenheit als Spieler beim THW (2001 bis 2004) angesprochen, erzählt Przybecki: „Ich habe nach meiner Zeit beim THW ja schon einige Male auf der gegnerischen Seite gestanden. Es war für mich immer etwas Besonderes. So wird es auch dieses Mal wieder sein.“ Und es wird auch seine Trainer-Premiere in der Hansehalle.

Im Mai feierten Niklas Landin (l.), Patrick Winecek und Co. ihren letzten gemeinsamen Titel mit Trainer Alfred Gislason, als sie in der Kieler Sparkassen Arena den EHF Pokalgewannen. Quelle: Bongarts

THW-Generalprobe für Gislason-Abschied

Für die Kieler ist es das zweite Testspiel nach dem 32:23 am vergangenen Freitag bei Drittligist TSV Altenholz, das zugleich das Debüt von Filip Jicha als THW-Trainer war. Jicha hat die große Aufgabe übernommen, Alfred Gislasons Nachfolge anzutreten, der am Freitag mit einem großen „Danke, Alfred“-Abend in der Sparkassen-Arena nach elf erfolgreichen Jahren in Kiel seinen Abschied feiert. Insofern ist das Spiel in Lübeck nicht nur der zweite (von insgesamt sechs) THW-Tests vor dem DHB-Pokal-Auftakt in Baunatal (17./18. August), sondern auch die Generalprobe für den ersten Heimauftritt am Freitag gegen Gislasons Weggefährten.

Jicha lässt dreimal am Tag trainieren

Der neue THW-Cheftrainer Filip Jicha (r..) mit Rune Dahmke. Quelle: Axel Heimken/dpa

„Die Testspiele sind gut für uns. Manche der Jungs spielen lieber als zu trainieren. So werden wir in den Spielen einiges ausprobieren, was wir sonst im Training gemacht hätten“, sagte Jicha, der übrigens derzeit täglich zu drei Einheiten bittet. Um 7.30 Uhr geht’s zum Laufen, nach dem gemeinsamen Frühstück folgt Kraft-Training, abends die Handball-Einheit. Am Mittwoch ist der Ablauf anders. Um 17 Uhr will der THW in Lübeck sein – und spätestens vier Stunden später will Fynn Gonschor sein erstes Heimspieltor geworfen haben . . .

Christian Schlichting

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