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VfL Lübeck-Schwartau Gekämpft, gezittert gesiegt – VfL Lübeck-Schwartau bezwingt HSV 25:24
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Gekämpft, gezittert gesiegt – VfL Lübeck-Schwartau bezwingt HSV 25:24
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13:17 25.05.2019
Steffen Köhler setzt sich gegen Niklas Weller durch. Der VfL gewinnt auch das zweite Derby, siegt mit 25:24. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Die Hansehallen-Uhr zeigte 59:41 Minuten, als sich die Stimmung in einem Jubelschrei von Spielern und Fans entlud. Antonio Metzner hatte sich halb im Fliegen, halb im Liegen durch die Hamburger Abwehr gewunden und das Leder zum 25:23 ins Tor gewuchtet. Das Zittern, es hatte ein Ende. Der VfL Lübeck-Schwartau hatte sich im Nordderby gegen den HSV Hamburg zum 25:24 (11:9) gekämpft. „Das war eines Derbys würdig, ein Spiel auf Augenhöhe mit dem verdienten Sieger“, freute sich Jan Schult, der Hamburger Jung und ergänzte: „Siege gegen den HSV, dazu noch zwei, sind besonders, haben einen hohen Stellenwert.“ Auch „Basti“ Damm war erleichtert: „Das war ein hartes, ein leidenschaftliches Spiel. Ich bin extrem stolz.“ Und Marino Mallwitz, einer der Matchwinner, war glücklich: „Wir hatten mehrfach die Chance wegzuziehen, haben es aber verpasst. Am Ende dann so, mit einem zu gewinnen, besser geht es nicht, einfach geil.“

„Der HSV geht, der VfL bleibt“

Eine seit Wochen mit 2176 Zuschauern bis unters Dach ausverkaufte Hansehalle, ein netter, musikalischer Live-Act des „Olauka“-Duos auf der Spielfläche, eine bau-silberne Fan-Choreographie – es war angerichtet für das erste Zweitliga-Derby mit der „VfL-Tochter“ aus Hamburg. Dazu die besondere Historie, die „Hamburg-Flucht“ der Schwartauer Handballer vor 17 Jahren, an die Hallensprecher H.G. Meyer mit seinen 2002-Worten erinnerte: „Der HSV geht, der VfL bleibt.“ Geschichte.

Saison 2018/19 – die Heimspiele des VfL in Bildern: Tore, Matchwinner und Zuschauer

Nervöser VfL-Start

Wurf in die Gegenwart: Und da staunten Waschul & Co. nicht schlecht. Denn die „Hansehölle“ heizten nicht die VfL-, sondern die gut 200 mitgereisten HSV-Fans an. Dazu passte der Schwartauer Start – nervös, zerfahren, in der Offensive ohne klare Linie. Ballverluste, Fehlwürfe und Schrittfehler wechselten sich ab. Der HSV – mit den Alt-Profis, Weltmeister Stefan Schröder (37) und Blazenko Lackovic (38) – legte ein 4:2 (12.) vor.

„Peitsche“ Metzner nicht zu stoppen

Es dauerte 7:44 Minuten, ehe sich Antonio Metzner, Schwartaus Toptorjäger, durch die HSV-Abwehr tankte und traf – der erste VfL-Treffer (1:2). Mit „„Peitsche“ Metzner, der bei seiner Abschiedstour (wechselt nach Erlangen) vier der ersten fünf Treffer erzielte, einem starken Marino Mallwitz im Tor und einer aggressiven Defensive nahm der VfL-Express mehr und mehr Fahrt auf. „Basti“ Damm sorgte nach 19 Minuten per Tempogegenstoß für die erste Führung (6:5), auch für das erste Zwei-Tore-Plus (8:6/23.).

VfL mit Zwei-Tore-Plus in die Pause

Da beide Teams nicht fehlerfrei blieben, entwickelte sich so kein hochklassiges, dafür aber munteres Handball-Spiel. Das VfL-Plus hatte dabei die „96“ auf dem Rücken: „Torfabrik“ Metzner netzte allein bis zur Pause sechsmal. Von Spielmacher Tim Claasen und Jan Schult immer wieder gut in Szene gesetzt, war er mit seiner Dynamik, seinem Zug zum Tor nicht zu stoppen. Doch der HSV, der den Klassenerhalt schon in der Tasche hat, blieb auf Tuchfühlung, lag zur Pause nur 9:11 zurück.

Sigtryggur Dadi Runarsson fliegt durch den HSV-Kreis. Quelle: Agentur 54°

Mallwitz sorgt für Big Points

Wie in Halbzeit eins: Schwartau – Fans und Spieler – kamen nach Wiederanpfiff nur schwer in Tritt. Doch die beste Abwehr der Liga stand, verdiente ihren Namen. Die Partie, jetzt ein Kampf mit offenem Visier. Packende Abwehrduelle, wechselten mit Torhüter-Paraden (Kokoszka, Mallwitz), vergebenen Großchancen (Glabisch, Schröder) und Rückraum-Krachern (Metzner, Forstbauer), aber immer wieder auch mit Stockfehlern. Im wilden Hin und Her hatte der VfL zunächst die Oberhand (15:13/43.), gab das Plus aber wieder her. Jan Forstbauer, beim HSV auf Bewährung im rechten Rückraum, brachte Hamburg in Führung (17:16/48.). Schwartau konterte mit einem Dreier-Schlag (19:17/50.). Die Entscheidung? Nein. Der HSV war beim 20:20 (53.) wieder dran. Nur: Jetzt kamen die Mallwitz-Minuten. Der Sparkassen-Angestellte sorgte in einer hektischen Schlussphase mit seinen Paraden für die „Big Points“. Beim 24:22 durch Damm (59.) sah der VfL schon wie der Sieger aus. Doch zwei unnötige Ballverluste und eine Zweiminutenstrafe (Claasen) ließen den VfL nach Wullenwebers Anschluss zum 23:24 gut 45 Sekunden vor Schluss wanken. Doch dann kam Metzner . . .

„Derbysieger, Derbysieger“

„Derbysieger, Derbysieger“, tanzten Metzner und Damm johlend. Und Schult bilanzierte: „Wir haben uns da richtig reingekämpft. Ab der 15. Minute konnten wir uns auch auf die Abwehr verlassen. Durch die unnötigen Fehler am Ende haben wir es noch einmal spannend gemacht. Ist ja aber noch einmal gut gegangen.“

Die Statistik zum Spiel

VfL Lübeck-Schwartau: Mallwitz (1. – 60./15 Paraden), Haß (ein Siebenmeter) – Glabisch 3, Ottsen, Ranke, Waschul 2, Schult 1, Damm 6/5, Köhler , Schrader, Kretschmer 2, Claasen 1, Runarsson 2, Möller, Bruhn, Metzner 8.

HSV Hamburg: Kokoszka (1. – 60./11 Paraden), Rundt – Schröder 5, Fick, Lackovic, Tissier 1, Weller 2, Ossenkopp 4/3, Axmann, Bauer 4, Forstbauer 6, Rix, Wullenweber 2, Vogt, Herbst.

Siebenmeter: 5/5 – 4/3 (Axmann trifft den Pfosten).

Zeitstrafen: 4 – 4.

Zuschauer: 2176 in der Lübecker Hansehalle (ausverkauft)

SR.: Pusch/Weiße.

Spielfilm: 0:2 (8.), 2:4 (12.), 5:5 (16.), 7:6 (21.), 9:7 (25.), 11:9 (HZ) – 11:11 (32.), 13:13 (37.), 16:14 (45.), 16:17 (48.), 19:17 (50.), 20:20 (53.), 22:20 (57.), 24:21 (59.), 25:24 (Ende).

Jens Kürbis

Es ist das Derby mit der besonderen Historie: Die Handballer des VfL Lübeck-Schwartau erwarten den HSV Hamburg am Freitag zum ersten Zweitliga-Kräftemessen in der Hansehalle (19.30 Uhr) – und das vor ausverkauftem Haus.

23.05.2019

Die Hansehalle ist zum siebten Mal in dieser Saison ausverkauft – und das schon seit Monaten: Der VfL Lübeck-Schwartau erwartet am Freitag den HSV Hamburg zum Derby (19.30 Uhr). Käptn Martin Waschul ist wieder fit. Beim HSV fehlt Isi-Keeper Aron Edvardsson.

22.05.2019

Die Zweitliga-Handballer des VfL Lübeck-Schwartau erkämpfen sich beim TV Großwallstadt ein 25:25 (12:15). Jan Schult trifft 14 Sekunden vor Schluss. Der VfL ist unter dem neuen Trainer-Duo Gerrit Claasen/Jörg Engelhardt seit sechs Spielen in Folge unbezwungen.

18.05.2019