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VfL Lübeck-Schwartau Ministerpräsident Günther begeistert: „Eine geniale Stimmung“
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Ministerpräsident Günther begeistert: „Eine geniale Stimmung“
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16:00 24.11.2018
Markus Hansen überwindet Konstantin Madert im Emsdettener Tor. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Den VfL-Schal um den Hals stand Daniel Günther nach Spielschluss mit einem Bier in der Hand im Kabinengang der Hansehalle. Ein Schulterklopfen für Martin Waschul links, ein Abklatschen rechts mit seinem ehemaligen Kumpel aus Schulzeiten, VfL-Trainer Torge Greve. Mit dem Ministerpräsidenten, der in Eckernförde selbst zwölf Jahre Handball gespielt hat, als Glücksbringer besiegte der VfL Lübeck-Schwartau seine Angst. Nach drei Niederlagen in Folge bezwangen sie den TV Emsdetten mit 30:24 (16:13). Jenen TVE, den sie zuvor in zehn Zweitligajahren in 18 Spielen nur dreimal besiegen konnten.

Ein Prosit auf den VfL-Sieg: Linksaußen Thees Glabisch, Ministerpräsident Daniel Günther und VfL-Geschätsführer Michael Friedrichs. Quelle: Agentur 54°

„Der Druck war schon da, ganz klar. Aber die Mannschaft wollte unbedingt diesen Sieg. Dieser Wille war da und ganz entscheidend“, fand Greve. Auch Günther war bei seinem ersten VfL-Besuch angetan: „Eine geniale Stimmung. Und ein super Torwart nach der Pause. Er hat es rausgerissen, als das Spiel auf der Kippe stand.“

„Wir wollten von Beginn an keine Luft ranlassen“

Der VfL startete vor 1902 Fans furios, wirkte von den letzten Pleiten wie angestachelt. In der Abwehr aufmerksam (Schult fing Pass ab), die Räume gut verdichtend, begannen Hansen & Co. im Angriff so, wie sie zuletzt in Essen aufgehört hatten – druckvoll, auf die Nahtstellen gehend, mit unheimlicher Dynamik. Schwartau legte so einen Blitzstart hin (6:2/8.). So als wollten sie den „Angstgegner“ in Grund und Boden rennen. „Wir wollten von Beginn an keine Luft ranlassen, Emsdetten nichts ins Spiel kommen lassen. Das ist gut gelungen“, fand Keeper Marino Mallwitz.

 

Alle Heimspiele des VfL Lübeck-Schwartau im Überblick

Nur: Emsdetten – personell angeschlagen (fünf verletzte Stammspieler) – wirkte schläfrig, fahrig, immer wieder mit einfachen Ballverlusten im Angriff. Gäste-Trainer Daniel Kubes hatte frühzeitig schon die Nase vom Fehler-Festival seiner Jungs voll, nahm nach acht Minuten die erste Auszeit. Nur: Es half nicht. Der VfL blieb am Drücker, spielte diesmal – im Unterschied zum Essen-Spiel – auch die Überzahl gut aus (Metzner). Auffällig: Waschul & Co. drückten immer wieder auf die Tempotube. Ob Konter, zweite Welle (stark: Damm) oder Blitzangriff gegen die ungeordnete Abwehr (top: Waschul) – alles erwies sich als probates Mittel. Markus Hansen zeigte dabei Leaderqualitäten – stark im Eins gegen Eins, mit guten Einzelaktionen. Der VfL zog so mit Leidenschaft davon. Als Pawel Genda zum 12:7 (23.) traf, stimmten die TVE-Fans schon ein „Kämpfen, kämpfen!“ an. Doch der VfL ließ immer wieder beste Chancen liegen. Emsdetten mit dem österreichischen Nationalspieler Janko Bozovic kam so zurück. Auch, weil der zweite VfL-Anzug noch nicht passte.

Musste ob der TVE-Personalnot nach der Pause ran und wurde so zum Spieler-Trainer Daniel Kubes (40 Jahre alt, 140 Länderspiele für Tschechien und aktueller Trainer der tschechischen Nationalmannschaft). Quelle: Agentur 54°

Schwartau führte so nur 16:13, entließ Emsdetten mit Hoffnung in die Pause. Die wurde genährt, als dann erneut beste Chancen weg geworfen wurden, Jan Schult, Janik Schrader und Antonio Metzner immer wieder scheiterten. Beim 20:22 war der TV – der ob der Personalnot nach der Pause sogar mit Trainer Kubes (40, 140 Länderspiele für Tschechien) in der Abwehr spielte – wieder dran. Doch mehr nicht. Ein Verdienst von Keeper Marino Mallwitz, der immer wieder „Big Points“, spielentscheidende Paraden (10), setzte.

Die Entscheidung fiel, als Genda netzte, Hansen eine Zweiminutenstrafe rausholte, der TVE zweimal vorn patzte und Waschul sowie Damm ins leere Tor trafen – 26:21 (52.). Als dann noch Trainer Kubes im Gegenstoß an Mallwitz scheiterte, Waschul und Damm erneut ins leere Tor zum 28:22 (56.) nachlegten, war der Deckel drauf.

In der kritischen Phase cool geblieben

„Wichtig war, dass wir in der kritischen Phase cool geblieben sind. Endlich haben sich die Jungs belohnt“, fand Greve und hob einen heraus: Marino Mallwitz. Glücklich war auch Janik Schrader. Der Youngster spielte erstmals lange auf Halbrechts, „dafür bin ich dankbar, hat Spaß gemacht. Aber meine Dinger, meine Würfe, muss ich reinmachen.“

War zwölf Jahre Handballer in Eckernförde und startete jetzt sein „Comeback“ in der Hansehalle: Ministerpräsident Daniel Günther. Quelle: Agentur 54°

Das versuchte MP Günther nach Spielschluss auch im Siebenmeterduell mit Dennis Klockmann im Tor – lange vergeblich. Am Ende traf er doch. Und er versprach: „Ich komme wieder, in jedem Fall.“

Die Statistik

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (1. – 30./3 parierte Bälle), Mallwitz (ab 30./10) - Glabisch, Genda 4, Hansen 4, Ranke 2, Waschul 5, Schult 2, Damm 6/2, Köhler 2, Schrader, Kretschmer 1, Runarsson, Bruhn, Metzner 4.

TV Emsdetten: Madert (1. – 60./13 parierte Bälle), Ferjan – Weischer, Terhaer 5, Toom 2, Kolk 5, Kubes, Dräger 4, Smits 3, Wesseling 3/2, Bozovic 3.

Siebenmeter: 2/2 – 3/2

Zeitstrafen: 2 – 6 Disqualifikation (3x2 Minuten): Smits (23.)

Zuschauer: 1902

Schiedsrichter: Hannes/Hannes

Spielfilm: 3:1 (4.), 6:2 (8.), 9:4 (14.), 12:7 (23.), 14:11 (28.), 16:13 (HZ) – 19:15 (35.), 19:17 (39.), 22:20 (45.),, 26:21 (52.), 28:22 (56.) , 30:24 (Ende)

Jens Kürbis

Nach drei Niederlagen in Serie: Handballer des VfL Lübeck-Schwartau besiegen den TV Emsdetten mit 30:24 (16:12).

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