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VfL Lübeck-Schwartau Handball-Party: VfL Lübeck-Schwartau entzaubert Nordhorn
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Handball-Party: VfL Lübeck-Schwartau entzaubert Nordhorn
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17:34 24.03.2019
Der überragende Jan Schult (r.) und Fynn Ranke drehen jubelnd ab. Der VfL entzaubert Nordhorn. Quelle: Agentur 54°
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Lübeck

„Sieg, Sieg!“ Das Stakkato der Fans hallte lange vor dem Abpfiff durch die Hansehalle. Die Trainer Gerrit Claasen und Jörg Engelhardt tanzten eng umschlungen auf dem Feld. Ihr Heim-Debüt, es war eine Handball-Party. Der VfL Lübeck-Schwartau fegte Aufstiegsaspirant HSG Nordhorn-Lingen mit 24:17 (12:9) aus der Halle. Und 2176 Zuschauer – zum vierten Mal in dieser Saison ausverkauft – feierten den sechsten Sieg in Serie.

Trainer-Duo ehrt Team als „Man of the Match“

„Ein fantastisches Gefühl“, gestand Engelhardt. Bezeichnend: Zur öffentlichen Pressekonferenz, wo stets der „Man of the Match“ geehrt wird, nahm das neue Trainer-Duo das komplette Team mit. „Es war ein Sieg der Mannschaft, des überragenden Geistes in der Truppe. Dieses Wir-Gefühl ist das, was wir mit den Jungs in den letzten zwei Wochen leben. Das wollten wir herausstellen“, erklärte Engelhardt. Und doch gab es die, die herausstachen. Allen voran Keeper Dennis Klockmann, der die Gäste regelrecht entnervte (15 Paraden). Auch Jan Schult, der mit seiner Urgewalt, seinen Treffern (6), dem Spiel seinen Stempel aufdrückte.

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Nordhorn zunächst cool, abgezockt

Der VfL – ohne Toni Podpolinski (Infekt) – brauchte etwas, um in die Partie zu finden. Vor allem offensiv standen sich Waschul & Co. zu oft selbst im Weg. Mal war es ein Wurf, der weit neben dem Tor landete, mal Antonio Metzner, der sich auf den Fuß tippte oder Thees Glabisch, der im Fallen das verwaiste Nordhorner Tor nicht traf. Die Gäste wirkten abgezockter. Im Angriff oft aufreizend nah am Zeitspiel, netzten Pöhle & Co. dann doch. Cool, clever, schön anzusehen – so wie ein Tabellendritter, der seit Dezember in elf Spielen neun Siege feierte, mit Vehemenz ans Erstliga-Tor hämmert.

Freude pur über das tolle Heimdebüt: Die Trainer Jörg Engelhardt und Gerrit Claasen tanzen nach Spielschluss. Quelle: Agentur 54°

Schult reißt das Spiel an sich

Schwartau setzte Kampf und Herzblut dagegen. Doch das reichte zunächst nicht (3:6/16.). Doch dann packte der dienstälteste VfLer, Jan Schult, seinen Hammer aus. Rückraum-Kracher zum 5:7. Zuspiel auf Markus Hansen, der zum 6:7 (20.) netzte. Zwischendrin noch etwas für Handball-Ästheten – ein genialer Rückhand-No-Look-Pass von Finn Kretschmer auf Steffen Köhler am Kreis (7:8/23.). Der VfL war im Spiel. Nordhorns schön anzusehender Kombinationsfluss wurde immer wieder gestört. Es wurde gezerrt, geschoben, Handball gekämpft. Und Schwartaus Torwart-Riese zog die Bälle mehr und mehr an, steckte sogar zwei Kopftreffer (!) weg „Ab der 20. Minute hatten wir mit ,Klocki“ die Abwehr, wie wir sie uns vorstellen. Daran hat sich Nordhorn die Zähne ausgebissen, das war der Schlüssel zum Sieg“, fand Schult. Und vorn riss er das Spiel an sich. Drei Würfe, drei Treffer, den letzten mit dem Halbzeitpfiff halb im Fliegen, halb im Liegen zum 12:9.

Saison 2018/19 – die Heimspiele des VfL in Bildern: Tore, Matchwinner und Zuschauer

Klockmann entnervt Nordhorn

Das Spiel der Leidenschaft, es ging weiter. Auch das Schult-Festival. Der 32-jährige sorgte für das erste Vier-Tore-Plus (17:13/41.). Auch die Fans spielten mit. Da wurde jeder Block, jedes Klammern gefeiert, als ob es schon der Sieg wäre. Und Klockmann sorgte für die Big-Points, war schier unbezwingbar. In der aufgeladenen Atmosphäre spielte sich Schwartau in einen Rausch. Und als Schult – sein wievielter Frühling ist das eigentlich? – mit seiner für ihn typischen Urgewalt zum 19:13 (47.) den Ball ins Netz hämmerte, war Party auf den Rängen. Nordhorn wehrte sich, stellte in der Defensive auf 5:1 um. Doch als Fynn Ranke zum 22:16 (54.) traf und Klockmann parierte, da war der Deckel drauf. Und Markus Hansen war einfach nur happy: „Unser Plus war die Geschlossenheit und die Abwehr mit einem überragenden ,Klocki’. Der war richtig on fire. Wir haben mit viel Leidenschaft und Herzblut gespielt.“

 

Statistik zum Spiel

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (1. – 60./15 Paraden), Mallwitz – Glabisch 3/1, Ottsen, Hansen 3, Ranke 3, Waschul 1, Schult 6, Köhler 4, Schrade 1/1, Kretschmer, Möller, Bruhn, Metzner 3.

HSG Nordhorn-Lingen: Ravensbergen (1. – 51./, 10 Paraden), Buhrmester (ein Siebenmeter, ab 51./1) – Heiny, Leenders 2, Mickal 1/1, Miedema 2, Terwolbeck 1, de Boer 1, Zare, Wiese 2, Smit 2, Seidel, Possehl, Pöhle 6/3

Zeitstrafen: 2 – 3

Siebenmeter: 3/2 (Schrader scheitert an Buhrmester) – 4/4

Schiedsrichter: Thöne/Zupanovic

Zuschauer: 2176 in der Hansehalle Lübeck (ausverkauft)

Spielfilm: 1:2 (5.), 3:3 (12.), 3:6 (16.), 6:7 (20.), 8:9 (24.), 11:9 (29.), 12:9 (HZ) – 12:11 (33.), 15:12 (39.), 17:13 (41.), 19:13 (47.), 21:15 (52.), 24:17 (58.),

Jens Kürbis

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