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VfL Lübeck-Schwartau Handball-Trainer Przybecki im Interview: „Das wird eine ganz enge Kiste“
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Handball-Trainer Przybecki im Interview: „Das wird eine ganz enge Kiste“
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10:47 23.08.2019
VfL-Trainer Piotr Przybecki. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

9, 18, 30, 5 – das sind die Marken, wenn die 2. Handball-Bundesliga am Samstag startet. Es ist die neunte eingleisige Saison, mit jetzt nur noch 18 Teams, die es auf einen Umsatz von knapp 30 Millionen Euro bringen. Damit ist die 2. Liga die Nummer 5 in Europa, noch vor Schweden. Viele Manager erwarten ein „Hauen und Stechen“.

Denn gleich ein Drittel der Liga meldet Aufstiegsansprüche an. Mittendrin: der VfL Lübeck-Schwartau. Neu-Trainer Piotr Przybecki(47) spricht kurz vor dem Ligastart beim Aufsteiger Krefeld (Sa., 19 Uhr) über die Saison, seine Ziele, die Baustellen.

Piotr Przybeckis Karriere in Bildern: Er war Handball-Profi in Kiel, Nordhorn, Essen und Hannover, ist jetzt beim VfL Lübeck-Schwartau Trainer.

Sechs Wochen Vorbereitung – wie viel Przybecki steckt schon im VfL drin?

Piotr Przybecki: Noch nicht viel. Ich brauchte Zeit, um alle kennenzulernen, zu sehen, auf welchem Level sie sich bewegen. Dazu kam, dass die vergangene Saison lang war, viele angeschlagen waren. Deshalb habe ich den Jungs eine Woche mehr Urlaub gegeben. Und dann gab es den Aha-Effekt.

Inwiefern?

Athletik und Handball von Beginn an, das waren die Jungs nicht gewohnt. Auch nicht die Intensität, das regelmäßige Vormittagstraining. Doch auch ich musste mich anpassen, darauf reagieren, dass ich keine Vollprofis vor mir habe. Aber die Jungs haben sehr gut mitgezogen, sich durchgebissen. Und das, obwohl wir aufgrund von Verletzungen oft nur zu acht, zu neunt waren.

Was passt? Wo sind die Baustellen?

Die Abwehr passt, da geht es nur noch ums Feintuning. Zweite Welle und schnelle Mitte kommen langsam. Ich möchte aber noch mehr Tempo. Deshalb behalten wir im Training die Intensität bei. Die Jungs müssen sich daran gewöhnen. Im Handball entscheiden kleinste Details. Das ist ein Prozess, nicht in sechs Wochen zu schaffen.

Noch läuft aber nicht alles rund. Stichwort Hallenzeiten. Auch Rhönradturner & Co. wollen trainieren . . .

Ein Training von 75 Minuten, wie montags, bringt nicht viel. Ich hoffe, wir können da etwas ändern. Die zweite Liga ist keine Spaßveranstaltung. Das ist Leistungssport!

Mehr zum Thema: Alle Berichte rund um den VfL Lübeck-Schwartau lesen Sie hier.

Zurück zum Team: Wer sind ihre Leader, die, die vorangehen?

In erster Linie sind es die erfahrenen Spieler. Ein Martin Waschul und Steffen Köhler als Herzstück der Abwehr. Dennis Klockmann im Tor. Auf der Position mache ich mir gar keine Sorgen. Mit Marino Mallwitz dahinter haben wir keinen Leistungsabfall. Ich zähle auch auf Jan Schult, bin mit Finn Kretschmer sehr zufrieden. Er musste marschieren, und ist marschiert.

Und Mex Raguse, der neue Rückraumlinke, zuletzt im Pokal gegen Gummersbach mit zehn Treffern auch . . .

Mex ist sehr motiviert, will seine zweite Chance nach dem Abgang in Hamm nutzen. Er ist aber erst 19, muss noch Abwehr lernen. Das muss er auch, ich will nicht 1000 Leute durchwechseln. Bleibt er so am Ball, ist er Konkurrenz für Schult und Genda. Und das ist gut so.

2. Handball-Bundesliga kompakt

Erstliga-Absteiger: VfL Gummersbach, SG BBM Bietigheim

Aufsteiger:ThSV Eisenach, HSG Konstanz, HSG Krefeld

Auf- und Abstieg: Platz eins und zwei steigen direkt auf; Platz 17 und 18 ab. Platz 16 geht in die Relegation gegen einen Drittligisten.

Star der Liga:Ex-Weltmeister Michael „Mimi“ Kraus (Bietigheim)

Etat:Top: Gummersbach (geschätzt 3,5 Mio. Euro); Schwartau: 1,5 Mio. Euro; Schlusslicht: Krefeld (600 000 Euro)

Erster Spieltag: Samstag: Gummersbach – Essen, N-Lübbecke, Rimpar, KrefeldLübeck-Schwartau, CoburgEmsdetten, FerndorfHamburg, Hüttenberg – Konstanz, Dormagen – Aue; Sonntag: BietigheimHamm, Elbflorenz Dresden – Eisenach.

Livestream:Alle Spiele der 2. Liga werden live auf sportdeutschland.tv übertragen.

Als Spielmacher haben Sie mit Hansen, Runarsson und Claasen ein Trio. Wer ist Ihre Nummer eins?

Erst einmal Markus Hansen, auch aufgrund seiner Abwehrqualitäten. Wir brauchen aber auch die Spielintelligenz der beiden anderen.

Bleibt der rechte Rückraum . . .

Janik Schrader und Jasper Bruhn haben die Chance genutzt. Beide spielen einen schnellen Ball, bringen Dynamik rein. Aber man kann nicht erwarten, dass sie aus zehn, elf Metern Tore machen. Da brauchen wir einen Shooter als Ergänzung.

Einen wie Nikola Potic . . .

Man hat gesehen: Nikola muss erst einmal richtig laufen. Er kann aufgrund der schmerzhaften Wadenverletzung nicht beschleunigen. Da können wir derzeit nicht von Handball reden. Da brauchen wir Geduld.

Was erwarten Sie von der Saison?

Das wird eine ganz enge Kiste. Mit Gummersbach, Bietigheim, Hamm, Coburg, Essen und Nettelstedt wollen gleich sechs Teams aufsteigen. Es gibt aber nur zwei Plätze. Das wird spannend, auch für die Fans.

Wo landet der VfL?

Wir wollen uns nicht verschlechtern. Platz fünf ist schon eine große Herausforderung. Aber wir haben noch genug Potenzial.

Und 2022, so hat es Manager Michael Friedrichs indirekt formuliert, soll der Aufstieg her. Spüren Sie Druck?

Im Leistungssport ist immer Druck da. Den habe ich mir als Spieler schon selbst gemacht. Nur: Wir stehen gerade am Anfang. Von Aufstieg zu reden, ist da fehl am Platze. Fakt ist: Ich bin kein Zauberer. Für den Aufstieg brauchen wir mehr Qualität, nicht nur im Kader. Es macht ja keinen Sinn, danach 34 Spieltage nur Prügel zu bekommen.

Wie wichtig ist der Unterbau?

Sehr wichtig. Der VfL braucht die Eigengewächse. Mit Linksaußen Mattis Potratz ist bei uns schon einer dabei. Mein Ziel ist, dass künftig zwei, drei Talente mittrainieren. Ich denke auch an ein Fördertraining, eine gemeinsame Spielphilosophie.

Doch nach dem Rückzug der U23 fehlt das Sprungbrett dazwischen. Da könnte Drittligist Ostsee helfen . . .

Die Partnerschaft wäre sogar sinnvoll. Darüber sprechen wir gerade.

Von Jens Kürbis

Der VfL Lübeck-Schwartau startet am Samstag bei Aufsteiger HSG Krefeld in die neue Saison der 2. Handball-Bundesliga. Jan Schult und Thees Glabisch sind wieder im Training, ihr Einsatz ist aber fraglich. Auch Pawel Genda ist noch nicht fit.

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Leidenschaft, Kampf und die Matchwinner Dennis Klockmann (15 Paraden) und Mex Raguse (10 Treffer): Handball-Zweitligist VfL Lübeck-Schwartau steht nach einem 25:20 über Erstliga-Absteiger VfL Gummersbach am Sonntag im Pokal-Finale des Lübecker Erstrundenturniers (17 Uhr). Gegner ist Meister SG Flensburg-Handewitt, der Drittligist Schwerin mit 35:24 besiegte.

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