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VfL Lübeck-Schwartau In 20 Minuten das Spiel verloren
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau In 20 Minuten das Spiel verloren
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22:38 12.10.2019
Dadi Runarsson wird von Eisenachs Ivan Snajder gestoppt. Quelle: Agentur 54°
Eisenach

Mit hängenden Köpfen schlichen Schwartaus Handballer aus der Werner-Aßmann-Halle, während rings um Runarsson & Co. die 2125 frenetischen Eisenacher Fans die Aufholjagd ihres ThSV feierten. Der VfL Lübeck-Schwartau hat beim starken Aufsteiger eine bittere 23:26 (9:11)-Niederlage kassiert. Das Team von Trainer Piotr Przybecki ging dabei in den letzten 20 Minuten mit fliegenden Fahnen unter, gab eine 16:11-Führung aus der Hand. Mit der zweiten Niederlage in Folge rutscht der VfL in der 2. Handball-Bundesliga weiter ab. Platz elf – und die Abstiegsränge kommen näher, sind nur noch drei Zähler weg. Und im Hammer-Monat geht es Schlag auf Schlag weiter. Am nächsten Sonntag (16.30 Uhr) kommt Essen nach Lübeck – und das mit breiter Brust. TuSEM zerlegte im Topspiel Hamm mit 28:21, ist wieder Spitzenreiter.

Janik Schrader ist enttäuscht. Quelle: Agentur 54°

„Wir haben bis 20 Minuten vor Schluss ein richtiges gutes Spiel gezeigt, sind dann aber regelrecht auseinandergebrochen. Eisenach hat sich da in einen Rausch gespielt“, musste Co-Trainer Mathias Deppisch eingestehen.

Runarsson mit starkem Spiel

Nach 40 Minuten war Schwart­aus Handball-Welt unterhalb der Wartburg allerdings noch in Ordnung gewesen. Jannik Schrader hatte per Siebenmeter für das 16:11 gesorgt. Der VfL hatte die Partie im Griff. Offensiv hatte bis dahin vor allem der Isländer Dadi Runarsson seine Klasse gezeigt, das Spiel immer wieder angekurbelt, seine Nebenleute gut in Szene gesetzt und selbst getroffen (10 Würfe/6 Treffer). „Er hat das gut gemacht, auch in der Abwehr mit mindestens zwei aktiven Ballgewinnen“, befand Deppisch. Auch die Abwehr trotzte den Thüringer Angriffen. Aus einem 7:8 (24.)-Rückstand wurde so kurz vor der Pause ein 13:11. Und nach Wiederanpfiff zog der VfL davon. „Wir hatten da eine gute Spielsteuerung“, sagte Deppisch. Auch Pawel Genda habe sich nach seiner langen Verletzungspause vorn wie hinten gut reingebissen.

Mit Haken und Ösen: Fynn Ranke setzt sich durch. Quelle: Agentur 54°

VfL scheitert am Slowenen-Keeper Voncina

Das las sich so: 13:11 – Siebenmeter Schrader. 14:11 – Ranke. Eisenacher Wurf – abgeblockt. 15:11 – Ranke. Eisenachs Kikhanovic wirft neben das Tor. Zweiminuten Racic. 16:11 – Schrader. Doch dann lief nichts mehr. „Wir verlieren die letzten 20 Minuten mit minus acht. Das ist schon ziemlich markant“, urteilte Deppisch. Spielentscheidend: Der VfL fand gegen die von 5:1 auf 6:0 umgestellte, sehr robuste und kompakte Eisenacher Abwehr keine Lösungen mehr, scheiterte zudem immer wieder am slowenischen Keeper Blaz Voncina (insgesamt 15 Paraden). „Er pariert rund 40 Prozent der Bälle. Das war ausschlaggebend. Wir haben die Chancen, haben uns aber selbst um den Lohn gebracht“, fand Trainer Piotr Przybecki.

Eisenachs Joker Ulshofer sticht

Und: Eisenachs Trainerfuchs Sead Hasanefendic zog in dieser Phase einen Joker aus dem Ärmel, brachte mit Jonas Ulshofer seinen vierten Mittelmann. „Und der hat uns sehr viel Probleme bereitet, unsere Abwehr im Eins gegen Eins zerrieben“, analysierte Deppisch. Beim VfL funktionierte das Paket Abwehr/Torwart nun nicht mehr. Eisenach drehte so die Partie. Der VfL blieb bis zum 21:22 (55.) dran. Mehr nicht. Mit drei Eisenacher Treffern in Folge zum 25:21 (58.) war die Partie entschieden.

Die Statistik zum Spiel

ThSV Eisenach:Blaz 15 Paraden, Karic – Tokic 6/1, Snajder 6/2, Saul 5/1, Racic 4, Weyhrauch 2, Ulshofer 2, Obranovic 1, Wöhler, Miljak, Murköster, Richardt, Lumbroso, Potisik, Kikanovic.

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann 5 Paraden, Mallwitz – Runarsson 6/1, Bruhn 4, Ranke 3, Schrader 3/3, Genda 3, Köhler 2, Glabisch 1/1, Kretschmer 1, Waschul, Schult, Potic, Raguse, Gonschor.

Zeitstrafen: 5 – 3.

Siebenmeter: 4/6 (Snajder und Saul scheitern an Klockmann) – 5/7 (Ruanrsson und Schrader vergeben).

Spielfilm: 0:1 (2.), 3:2 (9.), 8:9 (27.), 9:11 (29./Halbzeit), 11:16 (39.), 14:16 (44.), 14:17 (46.), 17:17 (49.), 18:19 (51.), 20:19 (52.), 20:20 (53.), 22:21 (55.), 25:21 (58.), 25:23 (60.), 26:23.

Von Jens Kürbis

Der VfL Lübeck-Schwartau gastiert am Samstag (Anwurf 19.30 Uhr, bei uns im LIVE-Stream) beim starken Aufsteiger Eisenach. Der ThSV kippte in der 2. Handball-Bundesliga zuletzt die Tabellenführer Hamm und Essen.

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