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VfL Lübeck-Schwartau Punkt gewonnen, Punkt verloren
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Punkt gewonnen, Punkt verloren
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22:48 07.09.2019
Spielmacher Tim Claasen setzt sich durch. Quelle: Rene Weiss
Hüttenberg/Lübeck

Nur noch Sekunden waren im Hüttenberger Sportzentrum zu spielen, Lübeck-Schwartaus Handballer dem dritten Sieg im dritten Zweitligaspiel ganz nah. Thees Glabisch hatte den VfL zuvor per Siebenmeter in Führung geworfen. 22:21. Doch Hüttenberg nutzte in der hitzigen Schlussphase die numerische Überzahl, spielte Tobias Hahn auf Rechtsaußen frei. Und der Linkshänder traf vier Sekunden vor der Schlusssirene per Aufsetzer. Ein finaler Blitzangriff der Schwartauer – er blieb stecken. 22:22 (12:9). Schwartaus weiße Weste hat den ersten Flecken.

Spielstand-Anzeige irritiert

Punkt gewonnen? Punkt verloren? Co-Trainer Mathias Deppisch war hin und her gerissen: „Die erste Halbzeit haben wir dominiert, müssen höher führen. Doch nach der zweiten Halbzeit würde ich sagen: leistungsgerecht. Dafür lief viel zu viel gegen uns, gerade in der hitzigen, aufgeladenen Atmosphäre.“ Dazu gehörte auch, dass die Spielstand-Anzeige in der Halle wie auch auf sportdeutschland.tv irritierte. Als Hüttenbergs Zintel per Siebenmeter zum 21:21-Ausgleich traf (59. Minute), bejubelten die TVH-Kommentatoren schon Hüttenbergs erste Führung im Spiel, das 22:21. „Auch in der Halle hatten sie Probleme mit der Anzeige. Da hatte es schon vor dem Treffer 21:21 gestanden, viele Fans dachten da, geil, Führung“, berichtete Deppisch.

Starker Schwartauer Start

Vor gerade mal 870 Zuschauern hatte der VfL, der bereits am Freitag angereist war und in Wetzlar übernachtet hatte, losgelegt wie die Feuerwehr. Raguse & Co. wirkten wacher, agiler, setzten sich so auch mit drei Treffern in Folge auf 5:2 (9.), später auf 9:4 (19.) ab. „Wir haben vieles taktisch gut und diszipliniert umgesetzt“, erklärte Deppisch. Der Matchplan, Hüttenbergs offensive 3:2:1-Deckung mit in die Lücken stoßenden „Halben“ (Raguse, Schrader, Bruhn) auszuhebeln, er ging auf. Deppisch: „Hüttenberg war auch hilflos gegen unsere Abwehr.“ Dahinter erwischte 2,10-m-Riese Dennis Klockmann im Tor zudem einen seiner fast schon selbstverständlichen Sahnetage, wehrte insgesamt 15 Bälle ab.

Mit neuem Kurzhaarschnitt und guter erster Halbzeit: Mex Raguse (r.). Quelle: Rene Weis

Hüttenberg beim 15:15 im Spiel

Nach der Pause (12:9) gab der VfL die Partie aber mehr und mehr aus der Hand. Es waren Kleinigkeiten, die nicht passten. Mal war es ein verworfener Siebenmeter, mal ein Wurf zu früh oder neben das Tor. „Die Unterzahl nach der Pause, die fünf, sechs Situationen, haben uns das Genick gebrochen“, befand Deppisch. Beim 15:15 (46.) war Hüttenberg wieder im Spiel.

Przybecki: „Rote Karte war ein Witz“

Doch der VfL blieb vorn. Auch dank „K&K“, Keeper Klockmann und Finn Kretschmer. Der Rechtsaußen war „sehr gut, sehr sicher“ (Deppisch), traf bei acht Würfen siebenmal. So auch zum wichtigen 21:20 (58.). Der VfL hatte da schon den Ausfall von Fynn Ranke weggesteckt. Der Abwehrhüne hatte Hüttenbergs Zintel bei einer Aktion im Gesicht getroffen (54.), sah die Rote Karte (ohne Folgen). „Die Entscheidung war zu hart, Zintel ist 50 Zentimeter kleiner, hatte den Kopf auch unten“, urteilte Deppisch. VfL-Coach Piotr Przybecki sprach später von einem „Witz. Zintel hat es provoziert. Das müssen die Schiris sehen. Das war mit spielentscheidend.“ Doch der Sieg immer noch möglich. In der Schlussminute war es erneut Kretschmer, der per Pass zum Kreis für den letzten VfL-Siebenmeter sorgte. Den verwandelte Glabisch 45 Sekunden vor Schluss zum 22:21. Doch das reichte nicht . . .

Auch nicht für das Comeback von Polen-Kanonier Pawel Genda, neun Monate nach seinem Kreuzbandriss. Das ist auf das Heimspiel gegen Elbflorenz Dresden am kommenden Samstag verschoben. Dann sollen wieder zwei Punkte her.

Die Statistik zum Spiel

TV Hüttenberg: Weber, Plaue – Fuß 1, Sklenak 1, Lambrecht, Rompf 3, Zörb, Fernandes, Stegefelt, Mubenzem 4, Hübscher 2, Hahn 1, Zintel 8/5, Klein 2, Schreiber.

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (1.-60./13 Paraden, davon 2 Siebenmeter), Mallwitz (für 1 Siebenmeter) – Glabisch 2/1, Genda, Gonschor 4, Raguse 3, Ranke, Waschul, Schult 1, Köhler, Schrader 2/1, Kretschmer 7, Claasen 1, Runarsson 2, Möller, Bruhn.

Zeitstrafen: 5 – 4. Rot: Ranke (54.). Siebenmeter: 5/7 (Klockmann pariert gegen Hahn und Stegefelt) – 3/4 (Schrader scheitert an Weber).

Spielfilm: 2:5 (9.), 3:8 (18.), 8:11 (29.) 9:12 (HZ) – 9:13 (33.), 11:13 (37.), 13:14 (41.), 15:15 (46.), 15:18 (50.), 18:18 (53.), 21:22 (60.), 22:22 (Ende).

Von Jens Kürbis

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