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VfL Lübeck-Schwartau Neue Trainer-Doppelspitze beim VfL Lübeck-Schwartau: Claasen/Engelhardt übernehmen
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Neue Trainer-Doppelspitze beim VfL Lübeck-Schwartau: Claasen/Engelhardt übernehmen
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18:18 11.03.2019
Die neue Trainer-Doppelspitze des VfL Lübeck-Schwartau: Gerrit Claasen (l.) und Jörg Engelhardt. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Montagabend, Jahnhalle, Bad Schwartau - das erste Training der Schwartauer Zweitliga-Handballer nach dem überraschenden Abgang von Cheftrainer Torge Greve. Der 43-Jährige war wenige Stunden zuvor beim abstiegsbedrohten Erstligisten VfL Gummersbach offiziell als neuer Chefcoach vorgestellt worden, leitete am Abend bereits das erste Training. Fast zeitgleich, nur gut 470 Kilometer weiter nördlich, offenbarte sich Schwartau-Geschäftsführer Michael Friedrichs vor dem Training der Mannschaft in Sachen Greve-Nachfolge. „Wir haben uns für Gerrit Claasen und Jörg Engelhardt entschieden. Sie übernehmen die Aufgabe gemeinsam“, erklärte Friedrichs. Der VfL hat so in seiner Bundesliga-Geschichte seine erste Trainer-Doppelspitze. Für Greves ehemaligen Co. Claasen und Torwarttrainer Engelhardt ist es ein befristeter Job bis zum 30. Juni. Dann übernimmt der ehemalige polnische Nationalcoach Piotr Przybecki. Wie es danach für das Duo Claasen/Engelhardt weitergeht, ist derzeit noch offen.

Käptn Waschul „Das ist die Wunschlösung der Mannschaft“

Vor und nach dem Nettelstedt-Spiel (21:20) hatte sich Friedrichs mit dem Trainer-Duo besprochen, zuvor auch den Rat der Mannschaft eingeholt. Und die hatte sich klar positioniert: „Es war unser Wunsch, dass Gerrit und ,Engel’ übernehmen. Sie haben die Qualität, auch den Rückhalt. Eine externe Lösung für 13 Spiele hätte nur unnötig Unruhe reingebracht“, sagt Käptn Martin Waschul. Friedrichs hatte neben Claasen/Friedrichs noch zwei Lösungsansätze. Neben einem externen Coach hätte auch der künftige Co. von Przybecki vorzeitig einsteigen können. „Doch da hätten wir binnen 48 Stunden eine Lösung gebraucht. Aber die gibt es noch nicht“, erklärt Friedrichs, der sich über die Interimslösung freut: „Wir haben vollstes Vertrauen in beide Trainer. Auch darin, dass sie das Saisonziel Platz fünf erreichen.“ Derzeit ist das nur zwei Ränge und zwei Zähler weg.

Fast drei Jahre ein Duo: VfL-Trainer Torge Greve und Schwartaus Co-Trainer Gerrit Claasen. Quelle: Agentur 54°

Claasen/Engelhardt: „Haben nicht lange überlegt“

Claasen und Engelhardt („Wir bedanken uns bei der Geschäftsführung, dem Beirat, aber insbesondere beim Team“) brauchten nicht überredet zu werden. „Außergewöhnliche Maßnahmen erfordern außergewöhnliches Engagement. Wir haben da nicht lange überlegt“, erzählen sie unisono. Aber es erfordert bis zum Saisonende Mehraufwand. Denn anders als Fulltime-Trainer Greve haben beide noch einen Job. Claasen, 47, ist Kriminalhauptkommissar. Engelhardt, 50, ist beim Dienstleister „Bockholdt“ Teamleiter im Kundenservice. „Wir müssen da schon einiges neu sortieren.“

Ex-Profi Engelhardt jetzt Zweitliga-Coach

Claasen ist seit elf Jahren beim VfL, hat zunächst Jugendteams trainiert, in der C-Jugend unter anderem das jetzige Zweitliga-Quartett Marino Mallwitz, seinen Sohn Tim Claasen, Jasper Bruhn und Finn Kretschmer. Im dritten Jahr ist er Co-Trainer des Zweitligateams, zudem noch Jugend-Koordinator. Engelhardt ist mit Unterbrechungen seit 1997 VfLer. Im ersten Jahr feierte der Keeper aus der berühmten Magdeburger Torwartschule den Erstliga-Aufstieg, wurde 2001 Pokalsieger, blieb nach dem Umzug nach Hamburg aber beim VfL, wo er unter anderem die Frauen-Mannschaft trainierte. Seit mehreren Jahren ist er Torwart-Trainer im Bundesliga-Team.

Half im Dezember 2015 sogar als Torwart noch einmal aus: Ex-Profi Jörg Engelhardt Quelle: Wolfgang Maxwitat

Claasen: „Übernehmen ein funktionierendes, charakterstarkes Team“

Über die Rollenverteilung sind sich beide einig. „Gerrit ist für das Taktische, das große Ganze zuständig, ist somit der 1-A-Trainer“, erklärt Engelhardt, der die neue Aufgabe als „spannend“ bezeichnet. Für Claasen ist sie das auch: „Aber es ist ja keine Notsituation. Wir übernehmen ein funktionierendes, charakterstarkes Team. Wir wollen es so weiterführen.“ Die neue Handschrift werde anhand von kleinen Veränderungen zu sehen sein. Ob das außergewöhnliche Engagement auch außergewöhnlich honoriert wird, zumal der VfL durch die Einsparung des Greve-Gehaltes und die Gummersbach-Ablöse (ein mittlerer fünfstelliger Betrag) einige Euro einspart, will Friedrichs nicht beantworten: „Über Zahlen sage ich generell nichts.“ Nur so viel: Es sei keine Sparfuchslösung, sondern sportlich die sinnvollste. „Am Endes des Tages rücken wir alle ein Stück enger zusammen“, erklärt Friedrichs. Ex Greve hat keine Bedenken: „Es ist nicht schwer die Mannschaft zu trainieren. Sie ist motiviert, strukturiert, hat ein Ziel vor Augen. Sie muss nur bei Laune gehalten werden.“ Klingt einfach . . .

Jens Kürbis

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