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VfL Lübeck-Schwartau Punktgewinn mit dem letzten Wurf
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Punktgewinn mit dem letzten Wurf
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22:46 21.12.2018
Freude bei Thees Glabisch. Der Linksaußen verwandelt den letzten Siebenmeter eiskalt. Quelle: imago
Hamm/Lübeck

Der letzte Wurf in der Westpress-Arena. Thees Glabisch tritt zur Siebenmeterlinie, schnippt den Ball an Hamm-Keeper Felix Storbeck vorbei. 28:28. Glabisch dreht jubelnd ab. Abpfiff. Der Handball-Wahnsinn. Der VfL Lübeck-Schwartau holt beim Aufstiegsaspiranten ASV Hamm-Westfalen einen überraschenden Zähler – nach einer ersten Halbzeit ohne Abwehrreihen (17:19), mit nur vier gesunden Rückraumspielern und einer kuriosen Schlussszene.

Schult fehlt verletzt

Doch der Reihe nach: Am Morgen vor dem Spiel signalisierte Jan Schult: Geht nicht. „Ich habe mir im Spiel gegen Dresden die Hand verletzt. Die Kapsel ist eingerissen, die Bänder sind gezerrt. Ich kann weder werfen noch zugreifen“, erklärte der Torjäger. Nach dem Kreuzbandriss von Pawel Genda fehlte somit auch der letzte Rückraumlinke. „Das war in unserer Personalmisere die Katastrophe obendrauf, hat uns zum Improvisieren gezwungen“, erklärte Trainer Torge Greve.

VfL zur Pause 17:19 zurück

Das Handicap, der VfL konnte es in der Defensive zunächst nicht überspielen. Die Westfalen mit dem Ex-Schwartauer Oliver Milde (Kurzeinsatz: ein Wurf/ein Tor) dominierten die Partie, zogen auf vier Treffer weg (13:9/18.). „Wir haben hinten keinen Zugriff bekommen, aber offensiv gut gegengehalten“, berichtete „Co-Trainer“ Schult. Für Greve war „das Beste an der Halbzeit, dass wir nur mit zwei zurücklagen“. 17:19. Hamm hatte es verpasst, den Sack zuzumachen. Greve: „Bei vier Minus kann ein Spiel auch mal weglaufen.“

Starke Partie als Spielmacher: Dadi Runarsson wird in der Szene hart attackiert. Quelle: H.Wegener

Greve lobt Isländer Runarsson

In der Kabine hatte er sein Team auf mehr Emotionalität eingeschworen, die Abwehrmitte kompakter zu halten. Und das gelang. Nur neun Gegentreffer. Top! „Das war eine Abwehrschlacht“, befand Schult. Der VfL startete stark, lag plötzlich vorn (20:19/34.), auch nach 44 Minuten (24:23). Überragend als Spielmacher: Dadi Runarsson. „Er hat ein Superspiel gemacht“, lobte Greve. Markus Hansen sorgte für wichtige Treffer. Schult: „Erste Halbzeit hat Markus nicht stattgefunden, in der zweiten war er bärenstark.“ Ebenso wie Antonio Metzner (9 Treffer). Und: Abwehrchef Martin Waschul sorgte als Schult-Ersatz offensiv für Ruhe im Spiel.

Turbulente Schlusssekunden

Mit einem 27:28-Rückstand geht es in die Schlusssekunden, in denen der VfL mit einer offensiven Manndeckung alles auf eine Karte setzt. Mit Erfolg. Hamms Südmeier verliert den Ball, doch Thees Glabisch scheitert von Außen, beim Wurf bedrängt, an Storbeck. Der Abpraller geht ins Aus. Einwurf Schwartau. Noch drei Sekunden. Hamms Schwabe blockt den Einwurf ab. Die Zeit läuft ab. Hamm jubelt. Zu früh! Die Schiris Lutz Pittner/Christian Moles entscheiden nach einer kurzen Besprechung zum Entsetzen der Hammer auf Siebenmeter. Sie beziehen sich auf die Regel für die letzten 30 Sekunden: Verhinderung einer Torchance durch das Nicht-Einhalten des Abstandes. Die Folge: Rote Karte für Hamms Schwabe, Siebenmeter für Schwartau. Hamms Fans sind außer sich, pfeifen, schreien. Auch Trainer Kay Rothenpieler protestiert wütend. Vergeblich. Glabisch trifft . . .

Bester VfL-Werfer: Antonio Metzner trifft neunmal. Quelle: Henning Wegener

Schwartauer Fan attackiert

„Den Punkt haben wir uns auch verdient“, sagt Greve. So sieht es auch Schult: „Den Sieg hatte kein Team verdient.“ Nur Hammer „Fans“ sahen das offenbar anders. Als Schwartaus Spieler mit fünf (!) mitgereisten VfL-Fans feiern, werden die von Hammer Zuschauern bedrängt. Ein Schwartaur Fan fällt dabei über die Bande, verletzt sich, wird später in der Klinik behandelt. Unschönes Ende einer hitzigen Partie, in der sich der VfL als Sieger fühlen darf.

Die Statistik zum Spiel

ASV Hamm-Westfalen: Storbeck (1. – 30. Minute, ab 40./13 Paraden), Krechel (30. – 40./1 Siebenmeter) – Blohme 4, Huesmann 1, Milde 1, Brosch 2, Fuchs, Raguse 4, Sohmann 4/4, Schwabe 4, Lex 2, Südmeier 3, Papadopoulos 3, Pretezwofsky, von Bienigk

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (1. – 15., ab 30./5/1 Paraden), Mallwitz (15. – 30./2) – Glabisch 5/4, Hansen 3, Ranke, Waschul 2, Köhler 4, Schrader, Kretschmer 1, Runarsson 4, Möller, Bruhn, Metzner 9.

Siebenmeter: 5/4 (Sohmann scheitert an Klockmann) – 5/4 (Glabisch scheitert an Krechel).

Zeitstrafen: 5 – 3.

Rote Karte: Schwabe (60.).

Zuschauer: 2060.

Spielfilm: 7:3 (7.), 13:9 (18.), 17:13 (25.), 18:16 (29.), 19:17 (HZ) – 19:20 (34.), 23:24 (44.), 26:25 (50.), 27:25 (52.), 27:27 (57.), 28:27, 28:28 (Endstand).

Jens Kürbis

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