Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
VfL Lübeck-Schwartau SG Flensburg-Handewitt im Achtelfinale – VfL Lübeck-Schwartau hält nur 20 Minuten mit
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau SG Flensburg-Handewitt im Achtelfinale – VfL Lübeck-Schwartau hält nur 20 Minuten mit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:50 18.08.2019
Wegweiser ins Achtelfinale. Trainer Maik Machulla gewinnt mit der SG Flensburg-Handewitt das Lübecker Pokal-Turnier. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Die Sensation ist ausgeblieben, das Normale eingetreten. Die SG Flensburg-Handewitt zieht als Sieger des Lübecker Erstrundenturniers ins Achtelfinale des DHB-Pokals ein. Der Meister besiegte im Finale des „Mini-Final-Four“ Zweitligist VfL Lübeck-Schwartau mit 30:14 (17:8). Die Partie war bereits vor der Pause entschieden, als sich die SG mit einem 7:0-Lauf auf 17:8 absetzen konnte, Schwartauer Fehler dabei konsequent bestrafte. Und das vor 1675 Zuschauern. Die SG hatte sich 24 Stunden zuvor im Halbfinale mit 35:24 gegen Schwerin durchgesetzt, Schwartau das Prestigeduell gegen Erstliga-Absteiger VfL Gummersbach mit Ex-Trainer Torge Greve 25:20 gewonnen.

Flensburg zieht ins Pokal-Achtelfinale ein – das Pokal-Wochenende in Bildern

Flensburg vor Supercup gegen Kiel

Für Flensburg, das im Norweger Magnus Rød den besten Werfer hatte (6 Tore), war es ein guter Test für die erste große Bewährungsprobe der Saison. Am Mittwoch geht es in Düsseldorf im Supercup im 100. Derby gegen den Erzrivalen THW Kiel (19.30 Uhr/Sky). Für Schwartau geht es am Samstag zum Zweitligastart zu Aufsteiger HSG Krefeld (19 Uhr).

Machulla: „Überragend gemacht“

SG-Trainer Maik Machulla war zufrieden: „Das haben die Jungs überragend gemacht, die Einstellung gezeigt, die ich erwartet hatte. Sie haben in der Abwehr und im Angriff gut agiert. Es war schön, dass ich die Belastung gut verteilen, allen Spielanteile geben konnte.“ Schwartau-Coach Piotr Przybecki war mit dem „Wochenende zufrieden. Man hat aber gesehen, dass Flensburg nicht irgendeine Mannschaft ist.“ Sein Team sei noch nicht in der Lage, zwei Spiele auf dem hohen Niveau durchzuhalten. „Die Anfangsphase hat mir gerade nach dem kräftezehrenden Gummersbach-Spiel aber gut gefallen, auch die offensive 4:2-Abwehr. Unser Ziel muss sein, das auf 60 Minuten auszubauen. Wir brauchen noch Zeit. Man kann auch nicht erwarten, dass ein 19-Jähriger wie Mex Raguse zwei Topspiele nacheinander macht.“

Schwartaus Finn Kretschmer setzt sich auf Rechtsaußen durch. Quelle: Agentur 54°

Schwartau zu respektvoll

SG-Meistermacher Machulla hatte vor der Partie ein anderes Auftreten seiner Mannschaft gefordert. Gegen Drittligist Schwerin habe es sich seine Mannschaft zu bequem gemacht, vor allem in der Abwehr. „Das hat genervt.“ FleHa legte so auch gleich ein 5:1 (6.) vor, bestach vor allem mit gutem Tempospiel. Schwartau – zu ängstlich, zu respektvoll. Ein Beispiel: Janik Schrader jagte einen Siebenmeter über das Tor. Doch der VfL legte mit jeder Minute mehr die Ehrfurcht vor dem Meister von der dänischen Grenze ab.

Schwartauer Offensive hält Spiel offen

Der Trumpf – nicht die Abwehr, die beste der vergangenen Zweitligasaison, sondern der Angriff. Schwartau gefiel mit gutem Spiel über den Kreis. Vor allem Schrader setzte Marcel Möller mit intelligenten Anspielen immer wieder in Szene. VfL-Isi Dadi Runarsson lenkte das Spiel gut, traf selbst, spitzelte sogar in der Defensive einen Ball weg. Nach dem 3:5-Anschluss (schön durchgespielt auf Kretschmer), hing Schwartau wie eine Klette an Flensburg. Die SG glänzte derweil mit Offensivpower, hebelte die Schwartauer Abwehr immer wieder aus, hatte vor allem im norwegischen Vizeweltmeister Magnus Rød (5 Treffer zur Pause) einen treffsicheren Rückraumschützen. Der VfL bekam in der Abwehr nie wirklich Zugriff auf das Starensemble. Nur: Jedem Tor folgte die prompte Schwartauer Gegenreaktion. Das blieb so bis zum 8:10 (19.) durch Möller.

Flensburg entscheidet Partie mit 7:0-Lauf

Erst als SG-Keeper Benjamin Buric zupackte (Kretschmer), sich die VfL-Fehler in der Offensive mehrten, offenbarte sich der Klassenunterschied. „Wir haben erstmals auch auf die 5:1-Abwehr gesetzt. Ich habe mir dadurch erhofft, Schwartau müde zu machen und Fehler zu provozieren“, erklärte Machulla. Und das ging auf. Schwartauer Ballverluste, Fehlwürfe, Fehlabspiele wurden bestraft. Konsequent, hart, schnell – im Stile eines Meister. Konter auf Konter rollte so auf das Klockmann-Tor zu. Nach 28 Minuten war Flensburg auf 16:8 enteilt. Schwartau gelang in elf Minuten kein Tor mehr. „Wir haben lange gut mitgehalten, vorn aber dann keine Lösungsmöglichkeiten mehr gefunden, wurden regelrecht überrannt“, befand der verletzte Jan Schult in der Pause, „Flensburgs 7:0-Lauf tut weh.“

Eine 20 Minuten lange durchaus unterhaltsame Partie war zur Halbzeit beim Stand von 17:8 vorzeitig entschieden. Schade nur: Schwartau hatte sich mit einem Einbruch und Fehlern selbst aus dem Spiel geworfen.

Enttäuschung: Schwartaus Spieler waren gegen Flensburg chancenlos. Quelle: Agentur 54°

Raguse beendet 14-minütige Torflaute

Das Bild änderte sich auch nach der Pause nicht mehr. Flensburg dominierte, diktierte, war nach 32 Minuten erstmals auf zehn Treffer Differenz enteilt (18:8). Und Schwartau? Mex Raguse beendete die 14-minütige Torflaute mit seinem Treffer zum 9:18 (34.). Der VfL mühte sich. Coach Przybecki wechselte zudem durch, gab so auch dem A-Jugendlichen Mattis Potratz auf Linksaußen eine Chance (Treffer zum 13:23). Auch der serbische Neuzugang Nikola Potic durfte nach seiner Wadenverletzung Hansehallen-Luft schnuppern. Unübersehbar: Dem Rückraumrechten fehlt die Spielpraxis, die Fitness. Flensburg spielte sein Programm runter – unaufgeregt, souverän, ohne sich zu verausgaben. Auf die SG kommen die großen Aufgaben jetzt erst zu.

Machulla: „Jetzt geht es richtig los. Mittwoch Kiel. Ich freue mich drauf. Nach dem Spiel gegen die derzeit beste deutsche Mannschaft wissen wir, wo wir stehen.“

Die Statistik zum Spiel

SG Flensburg-Handewitt: Buric (1.-42./13 Paraden), Bergerud (43.-60./3 Paraden)– Golla (2), Hald Jensen (1), Svan (4), Wanne (3/2), Jeppsson (2), Jondal (3), Steinhauser, Versteijnen, Zachariassen (3), Johannessen (3), Gottfridsson (1), Persson, Jurecki (2), Rod (6)

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (1.-30./4 Paraden), Mallwitz (31.-60./6 Paraden) – Gonschor, Raguse (1), Potic, Hansen (2), Potratz (1), Ranke, Waschul, Köhler, Schrader (3/1), Kretschmer (1), Claasen, Runarsson (4), Möller (2), Bruhn

Spielfilm: 3:0 (4.), 5:3 (7.), 6:3 (11.), 8:6 (16.), 11:8 (21.), 14:8 (26.), 17:8 (30./Halbzeit), 18:9 (33.), 20:10 (38.), 22:12 (42.), 24:14 (47.), 26:14 (51.), 30:14 (56.), 30:14 (60.)

Siebenmeter: 2/2 – 2/1 (Schrader wirft über das Tor).

Zeitstrafen: 4 – 3

Zuschauer: 1675

Von Jens Kürbis

Leidenschaft, Kampf und die Matchwinner Dennis Klockmann (15 Paraden) und Mex Raguse (10 Treffer): Handball-Zweitligist VfL Lübeck-Schwartau steht nach einem 25:20 über Erstliga-Absteiger VfL Gummersbach am Sonntag im Pokal-Finale des Lübecker Erstrundenturniers (17 Uhr). Gegner ist Meister SG Flensburg-Handewitt, der Drittligist Schwerin mit 35:24 besiegte.

17.08.2019

Der Meister hat die Pflicht erfüllt. Die SG Flensburg-Handewitt steht in der ersten Runde des DHB-Pokals im Finale des Lübecker Turniers, besiegte Drittligist Mecklenburger Stiere Schwerin mit 35:24 (18:12). Flensburgs Beiratschef Boy Meesenburg spendierte Schwerin für den couragierten Auftritt 500 Euro für die Mannschaftskasse. Flensburg trifft am Sonntag im Finale auf den Sieger der Parte Schwartau-Lübeck gegen Gummersbach.

17.08.2019
VfL Lübeck-Schwartau Handball: DHB-Pokal in der Hansehalle - Torge Greve: Rückkehr mit Kampfansage

Pokal-Turnier in der Hansehalle: Der VfL Lübeck-Schwartau trifft im Lübecker Halbfinale am Samstag auf Erstliga-Absteiger VfL Gummersbach. Ex-Trainer Torge Greve freut sich auf die Rückkehr. Meister Flensburg ist haushoher Turnierfavorit.

16.08.2019