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VfL Lübeck-Schwartau Schwartau-Coach Przybecki: „Gummersbach? Da steht Wiederaufstieg drauf“
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Schwartau-Coach Przybecki: „Gummersbach? Da steht Wiederaufstieg drauf“
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19:58 29.08.2019
In der Gummersbacher Zange: Alexander Becker (Nr. 45) und Tin Kontrec bearbeiten Schwartaus Mex Raguse – beim 25:20 gegen Gummersbach mit zehn Treffern einer der Matchwinner. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Gummersbach, das ist Handball, die Heimat des Handballs. So ist es auf der VfL-Homepage zu lesen. Ein Ruf, ein Mythos, gespeist aus den Erfolgen der Vergangenheit. Jener Zeit, als der VfL das Maß der Dinge in der Handball-Welt war, Titel und Trophäen sammelte wie andere Briefmarken und Legenden wie Heiner Brand, Andreas Thiel oder Erhard Wunderlich für den VfL spielten. Geschichte. Nach 53 Jahren erster Liga ist der Dino erstmals zweitklassig.

Saison 2018/19 – die Heimspiele des VfL in Bildern: Tore, Matchwinner und Zuschauer

Aufbruchstimmung in Gummersbach

Doch die Geschichte lebt am Freitag in Lübeck wieder auf, wenn Gummersbach zum Traditionsduell beim VfL Lübeck-Schwartau aufläuft (19.30 Uhr) und Legende Joachim Deckarm am Spielfeldrand sitzt. Der einst weltbeste Handballer, der seit seinem tragischen Unfall 1979 täglich um die Rückkehr ins Leben kämpft, ist seit dem Vorjahr zurück in Gummersbach, auch Dauergast zu den Heimspielen. Die neue Euphorie, die Aufbruchstimmung im oberbergischen Land hat auch er registriert. Dass mehr als 500 Fans beim ersten Training zuschauten, mit mehr als 1400 Dauerkarten so viele verkauft wurden wie noch nie. Auch, dass 3211 Zuschauer zum ersten Heimspiel gegen Essen kamen. Doch die sahen, wie beim 25:25 der Sieg in den letzten Sekunden entglitt. Ein Fehlstart? „Nein“, wehrt Trainer Torge Greve, der Ex-Schwartauer, ab. „Es war unser bestes Spiel in der Vorbereitung, die Atmosphäre großartig. Dass es nicht gereicht hat, war ärgerlich. Ich bin aber nicht unzufrieden.“

Vor dem Spiel

Anwurf: Freitag, 19.30 Uhr, Hansehalle, Lübeck.

Tickets: 1850 im Vorverkauf abgesetzt; Abendkasse: ab 18 Uhr; Tickets ab 16 Euro.

Bisherige Spiele:15 seit 1993; 9 Schwartau-Siege, 1 Remis.

Letztes Spiel: DHB-Pokal vor zwei Wochen; SchwartauGummersbach 25:20

Info Gummersbach: Erstliga-Absteiger; 8 Neuzugänge; bester Werfer: Alexander Hermann (Rückraum links/9 Tore).

Einlaufkinder:VfL Bad Schwartau (ml. E).

Rahmenprogramm:TLC Cheerleader; Begrüßung/Ehrung Joachim Deckarm; in der Halbzeitpause Trikottausch-Aktion der Stadtwerke Lübeck.

Greve lobt Schwartau in höchsten Tönen

Und jetzt Lübeck, zum zweiten. 13 Tage nach dem Schwartauer 25:20 im DHB-Pokal. „Da war Schwartau in allen Belangen besser.“ Deshalb sieht Greve sein Team „nicht in der Favoritenrolle, auch wenn wir der VfL Gummersbach sind“. Schwartau habe eine eingespielte Truppe, eine überragende Abwehr, das beste Torhütergespann der Liga und mit Markus Hansen auch den besten Mittelmann. „In Lübeck zu bestehen, das ist eine der schwersten Aufgaben überhaupt.“

Glabisch und Schult vor Saisondebüt

„Eujeujeu“, entfuhr es Schwartau-Coach Piotr Przybecki. „Wir Favorit? Nicht wirklich. Schau nur auf den Gummersbacher Kader. Das ist erste Liga. Da steht Wiederaufstieg drauf. Sie werden nach dem Punktverlust gegen Essen mit voller Wucht auf uns zukommen.“ Und sein Team will gegenhalten – mit den Rückkehrern Thees Glabisch und Jan Schult. Przybecki: „Sie werden mit auf der Bank sitzen.“

War nach der 20:25-Niederlage im Pokal bedient: Gummersbach-Coach Torge Greve. Quelle: Agentur 54°

Zuschauerrekord im ersten Heimspiel

Auch VfL-Chef Michael Friedrichs ist das Greve-Lob zu viel Understatement. „Ich kenne Torge: Er will nicht zweimal hier verlieren, nicht mit 1:3-Punkten starten. Der Druck liegt bei Gummersbach. Ich bin mir sicher, dass wird ein Riesenfight.“ Deshalb setzt er auf die eigenen Fans, die Macht der Hansehalle. „Wir brauchen die Wand, den achten Mann in unserem Wohnzimmer.“ 1850 Karten sind im Vorverkauf weg. „Das werden mehr als 2000 – es boomt“, ist Friedrichs sicher. Es wäre der beste Zuschauerzuspruch zum Saisonstart seit dem Aufstieg vor elf Jahren.

Gummersbach übernachtet in Hamburg

Greve, der mit seinem Team bereits am Donnerstag gen Norden gereist ist, in Hollenstedt trainiert und in Hamburg übernachtet hat, freut sich auf seine zweite Rückkehr: „Der herzliche Empfang beim Pokalspiel ist bei mir schon hängengeblieben.“ Nach dem Spiel hat er mit Martin Waschul auch noch lange in der Kabine gesessen. „Da ist schon eine besondere Bande in den mehr als sieben Jahren entstanden.“ Doch am Freitag werde diese ab 19.30 Uhr ruhen.

Von Jens Kürbis

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