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VfL Lübeck-Schwartau Vertrag mit Schwartaus „Bank“ läuft aus
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Vertrag mit Schwartaus „Bank“ läuft aus
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20:57 29.03.2019
In bestechender Form: Steffen Köhler. 2017 vom Zweitliga-Konkurrenten Wilhelmshaven gekommen, läuft sein Vertrag am 30. Juni aus Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Wenn der Schwartauer Handball-Tross Samstagmittag gen Dormagen rollt, ist reichlich Platz im Bus. Denn mit den Langzeitverletzten Sebastian Damm, Tim Claasen, Pawel Genda, Dadi Runarsson sowie jetzt auch noch Käptn Martin Waschul und Toni Podpolinski fällt fast eine komplette Sieben aus. „Fehlt noch ein Keeper, dann hast du ein Eins-A-Zweitliga-Team“, stellt Trainer Gerrit Claasen etwas bissig fest. Denn ihm und Jörg Engelhardt bleiben im dritten Spiel als Cheftrainer-Duo so nur 13 Spieler. Aber: „Wir machen uns nicht in die Hose“, sagt Claasen, „die Jungs sind nach sechs Siegen in Folge auf den Geschmack gekommen, wollen mehr.“ Die Einschränkung: „Wir werden da sicher keinen Hurra-Handball spielen, zumal es so oder so schwierig geworden wäre“.

Dormagener Credo:Tempo, Tempo, Tempo

Was Claasen meint: Die Dormagener „Wiesel“ machten zuletzt ihrem Namen alle Ehre. 39 Treffer in Essen, 35 gegen Emsdetten. Tempogegenstoß, zweite Welle, schnelle Mitte. Tempo, Tempo, Tempo – das ist das Credo. Und nach zuletzt zwei Siegen sieht Trainer Dusko Bilanovic sein Team auf einem guten Weg: „Wenn wir unsere sechs Heimspiele gewinnen, halten wir die Klasse.“ Großen Respekt hat der ehemalige Bundesliga-Profi vor Schwartaus Abwehr. Mit einem Schnitt von 23 Gegentoren ist es die beste der Liga.

Schwartaus Monstermitte in der Defensive: Martin Waschul (l.) und Steffen Köhler. Quelle: Agentur 54°

Steffen Köhler kann sich den Verdienst mit ans Revers heften. Der 30-Jährige bildet mit Käptn Waschul im Mittelblock das Herzstück der VfL-Defensive. „Wir ergänzen uns gut. Waschi ist eher der Aggressive Leader, ich der ruhige Vertreter.“ Aber auch mit Fynn Ranke und Jan Schult funktioniere es. Muss es auch. Denn der „Aggressive Leader“ liegt mit Mandelentzündung flach.

45 Treffer und 76 Prozent Wurfeffektivität

Doch Köhler ist nicht nur der, der hinten zupackt. Er ist auch der, der sich vorn am Kreis durchsetzt. Da, wo Zerren, Ziehen, Kneifen und Klammern zur Stellenbeschreibung gehört. Köhler ist aber eher der, der mit klugem Stellungsspiel besticht. Mit 45 Treffern ist er am VfL-Kreis der Beste, mit einer Trefferquote von 76 Prozent auch der Effizienteste. „Ich profitiere davon, dass wir jetzt mehr über den Kreis spielen“, erzählt er. Das fällt auf: In der Vorwoche wurde er ins Zweitliga-Team der Woche gewählt. Lob kommt auch von der Trainerbank: „Steffen ist hinten und vorn eine totale Bank, spielt eine Superserie“, sagt Engelhardt. „Und: Er ist ein guter Typ, wichtig fürs Mannschaftsklima.“

Schwartauer Jubel: Der VfL gewann das Hinspiel im Oktober mit 31:27. Quelle: Agentur 54°

Köhlers Vertrag läuft Ende Juni aus

Der Haken: Köhlers Vertrag läuft am Saisonende aus. Doch bisher gab es bis auf ein Gespräch mit Neu-Trainer Piotr Przybecki und VfL-Chef Michael Friedrichs keine Anzeichen für eine Verlängerung. Auch nicht darüber, ob der VfL weiter mit drei Kreisläufern – Fynn Ranke hat Vertrag bis 2022, Marcel Möller bis 2020 – spielen will. Köhlers Ansage ist klar: Er will, aber nicht um jeden Preis. Priorität hat sein Job. „Ich bin keine 20 mehr, lebe auch nicht vom Handball, und das ist auch gut so.“

„Handball-Profi ist nicht zu schaffen, das will ich auch nicht“

In Hamburg zu Hause, arbeitet er bei der Wirtschaftsbehörde im CDO-Office (Digitalisierung). „Ein toller Job“, sagt er. Ein Fulltime-Job, 39 Stunden die Woche, der ihm auch einen Spagat abverlangt. Den zum Handball. Nach dem Dienst düst er so stets mit dem Zug zum Training nach Lübeck, ist nie vor zehn zurück. Bei Auswärtstrips unter der Woche muss er Urlaub nehmen. „Aber es macht Riesenspaß, ich bekomme es auch gut hin.“ Abstriche will er nicht machen: „Ein Hin zum Handball-Profi ist nicht zu schaffen, das will ich auch nicht. Das weiß Piotr auch.“ Nur eine Antwort steht noch aus. Köhler nimmt es locker: „Ich bin entspannt, habe ja nichts zu verlieren. Es wäre trotzdem schön zu wissen, wie es weitergeht.“ Denn er hat einen Plan B in der Tasche, einen mit Handball und Job.

Public Viewing mit Runarsson

Sportdeutschland.tv überträgt das Spiel live (19.30 Uhr) und der VfL lädt erstmals zum „Public Viewing“ ins „Relax“ in der Schwartauer Jahnhalle. Mittendrin: der verletzte Isländer Dadi Runarsson, der auch Autogramme gibt. Das „Rudelgucken“ ist der Auftakt für mehr: „Wir wollen Public Viewing für unsere Auswärtsspiele etablieren“, sagt Geschäftsstellen-Mitarbeiter Christian Schaffrath.

Jens Kürbis

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