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VfL Lübeck-Schwartau Überraschung: Trainer Greve hört am Saisonende beim VfL Lübeck-Schwartau auf
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Überraschung: Trainer Greve hört am Saisonende beim VfL Lübeck-Schwartau auf
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17:59 18.12.2018
Engagiert am Spielfeldrand: Trainer Torge Greve. Der 43-Jährige verlässt den VfL Lübeck-Schwartau zum Saisonende. Quelle: pressefoto-rebe
Lübeck

Vier Siege in Folge, der prestigeträchtige Derby-Erfolg in Hamburg, Platz drei ist nur drei Zähler weg. Es läuft wieder bei Schwartaus Zweitliga-Handballern. Doch jetzt kommt eine vorweihnachtliche Personalie um die Ecke, die nur die wenigsten auf dem Zettel hatten. Trainer Torge Greve steigt zum Saisonende aus seinem bis zum 30. Juni 2020 laufenden Vertrag aus.

„Ich habe meine Option auf vorzeitige Kündigung gezogen“, erklärte der 43-Jährige den LN. Bis zum 31. Dezember hätte er seine Ausstiegsklausel einlösen müssen, „doch ich habe VfL-Geschäftsführer Michael Friedrichs bereits Anfang November in einem Vier-Augen-Gespräch darüber informiert. Erstens wollte ich es selbst entscheiden und zweitens frühzeitig, damit beide Seiten planen können“, erklärte Greve weiter. In der vergangenen Woche sei darüber auch die Mannschaft informiert worden.

Trainer-Vulkan am Spielfeldrand: Torge Greve. Quelle: 54° / Felix König

Greve: Im Februar 2012 von Altenholz zum VfL

Im Januar 2012 vom TSV Altenholz zum VfL gekommen, beendet Greve zum 30. Juni 2019 sein VfL-Kapitel – nach siebeneinhalb Jahren. Nur der Nordhorner Heiner Bültmann, der seit 2009 HSG-Coach ist, steht bei einem Zweitligisten als Trainer länger in Lohn und Brot. „Ich bin Michael Friedrichs sehr dankbar, dass er mir als jungem Trainer damals die Chance gegeben hat. Doch jetzt spüre ich den Drang, mich zu verändern“, erklärt Greve seine Beweggründe. Die Entscheidung sei nicht über Nacht gefallen, sondern ein seit dem Sommer dauernder Prozess.

Greve: „Wir haben eine tolle Entwicklung genommen“

Greve hat die Mannschaft im Februar 2012 auf einem Abstiegsplatz übernommen und in die Zweitliga-Spitze geführt. „Wir haben eine tolle Entwicklung genommen, ich hinterlasse ein intaktes Team.“ Über das Ziel seiner Veränderung ist sich Greve selbst noch nicht klar. Geht es in Richtung erste Bundesliga? „Ich bin ehrgeizig, würde natürlich zugreifen, wenn ich die Chance bekäme.“ Doch er stellt klar: „Ein Angebot habe ich nicht.“ Kein Geheimnis: Der HC Erlangen und der VfL Gummersbach sind auf der Suche. Greve: „Ich bin für alle Wege offen.“ Es sei auch gut möglich, dass er als Lehrer (Sport/Mathe) an seine Gemeinschaftsschule in Kiel-Dietrichsdorf zurückkehrt. Im Sommer läuft seine zweijährige Beurlaubung aus.

Das erste Training beim VfL Bad Schwartau Ende Januar 2012. Trainer Torge Greve und der damalige Geschäftsführer Sven Jonas. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Greve: „Ich würde es wieder so machen“

Fest stehe indes eins: Seine Entscheidung von Altenholz zum VfL zu wechseln, habe er nicht einen Tag bereut. „Ich habe damals, als das Angebot kam, auch nicht eine Minute überlegt. Ich würde es wieder so machen. Ich bin durch den VfL erst zu dem Trainer gereift, der ich jetzt bin.“ Das ständige Pendeln zwischen Kiel – Greve lebt mit seiner Familie in Neumeimersdorf – und Schwartau habe er auch nicht als Nachteil empfunden. „Das war immer gut, um Dinge zu verarbeiten. Da hat auf dem Hin- und Rückweg ganz viel stattgefunden.“

Trainer Torge Greve mit seinem Sohn sowie Finn Kretschmer (l.) und Sebastian Damm beim Familienlauf im Rahmen des Lübeck-Marathons. Quelle: 54° / Christian Schaffrath

Friedrichs: „Wollen schnellstmöglich einen Nachfolger präsentieren“

Und was sagt VfL-Chef Friedrichs? „Ich habe die enge und konstruktive Zusammenarbeit mit Torge immer geschätzt. Er hat die Mannschaft weiterentwickelt, einen tollen Job gemacht.“ Gemeinsam mit dem Beirat sei er bereits auf der Suche nach einem Nachfolger, „der zu unseren ambitionierten Zielen passt“. Denn neben der Hansehallen-Erweiterung und Plänen für eine neue Mehrzweckhalle steht noch der Aufstieg bis 2020, plus ein, zwei Jahre, auf der Agenda. Friedrichs: „Ich habe eine Liste mit Trainern, die ich abarbeite. Wir wollen natürlich schnellstmöglich einen Nachfolger präsentieren, lassen uns dabei aber nicht unter Druck setzen.“ Namen wollte er indes nicht nennen.

Für Greve ist derweil das Kapitel VfL Lübeck-Schwartau noch nicht abgehakt. „Auch wenn mit Pawel Genda eine unserer Stützen ausfällt, ist das Ziel, am Saisonende unter den Top sechs zu landen, immer noch realisierbar. Ich traue der Mannschaft noch eine Menge zu.“

Schwartauer Trainer-Historie in der 2. Liga

Thomas Knorr (47) hat den VfL Bad Schwartau 2008 in die damals zweigeteilte 2. Bundesliga geführt. Nach einem verpatzten Saisonstart wurde er im Oktober 2011 beurlaubt. Als Interimslösung folgte ihm sein Co-Trainer Tobias Schröder (37). Drei Monate später, am 26. Januar, gab Schröder sein Traineramt aus privaten Gründen wieder ab. Ihm folgte zum 1. Februar 2012 Torge Greve, der seit der Saison 1997/98 beim TSV Altenholz als Spieler aktiv war und den Trainer-Posten bei den „Wölfen“ im Winter 2009/10 übernommen hatte.

Jens Kürbis

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