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VfL Lübeck-Schwartau Unerklärlicher Einbruch in Konstanz
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Unerklärlicher Einbruch in Konstanz
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22:37 21.09.2019
Schwartaus Tim Claasen (l.) versucht sich gegen den Konstanzer Joschua Braun durchzusetzen. Quelle: Peter Pisa
Konstanz/Lübeck

In der Schänzle-Halle von Konstanz waren noch 55 Sekunden zu spielen, als Mex Raguse nach einem Tempoangriff mit sattem Wurf zum 28:29 verkürzte. Die Hoffnung auf wenigstens einen Punkt, sie war wieder da. Aber nur kurz. Konstanz brachte den Vorsprung über die Zeit. Der VfL Lübeck-Schwartau kassiert in der 2. Handball-Bundesliga nach dem weggeworfenen Heimspiel gegen Dresden die zweite Niederlage in Folge, verliert beim Aufsteiger am Bodensee nach einer 15:12-Führung mit 28:29.

Party-Crasher Konstanz

2100 Kilometer für zwei Punkte. Das war das Ziel. Alles war durchgeplant, lief auch glatt. Der Flug von Hamburg nach Zürich, das kurze Videostudium im Hotel, die Weiterreise nach Konstanz. Es sollte auch die große Dreier-Geburtstagsparty werden, die von Marino Mallwitz, der am Freitag 23 Jahre alt wurde, Janik Schrader, der am Spieltag seinen 20. feierte, und Jan Schult, der am Sonntag mit seinem 33. nachlegte. Sollte. Denn die bis dato sieglosen Konstanzer spielten nicht mit, waren der Party-Crasher.

Die Schwartauer Bank ist mit einer Entscheidung unzufrieden. Quelle: Peter Pisa

Deppisch: „Wir bringen Konstanz ins Spiel“

Dabei war zur Pause beim 15:12 noch alles im grünen Bereich. Der VfL, schwer aus den Startlöchern gekommen, hatte sich freigespielt, ein 9:7 (18.) vorgelegt. Und das ohne Linksaußen Thees Glabisch (Grippe) und Fynn Ranke (Kopfverletzung aus dem Dresden-Spiel), die zu Hause geblieben waren. Der Trumpf: die Deckung. „Wir haben da clever agiert, Konstanzer Durchbrüche und die Tempogegenstöße unterbunden“, erklärte Co-Trainer Matthias Deppisch. Der Matchplan, er ging auf. Und war kurz nach der Pause schon wieder dahin. „Das war ganz schwach. Wir geben den Vorsprung ganz schnell weg, mit unerklärlichen Sachen. Wir sind da in der Rückwärtsbewegung zu langsam, hatten technische Fehler, die nicht passieren dürfen“, monierte Deppisch. „Wir bringen Konstanz, die Halle, ins Spiel, werden zunehmend unsicherer. Das war der Knackpunkt.“ Der Aufsteiger nutzte das Momentum, drehte die Partie.

Zufriedenheit sieht anders aus: Schwartau-Coach Piotr Przybecki. Quelle: Peter Pisa

Schwartau beim 22:23 dran

Die Entscheidung fiel gut zehn Minuten vor Schluss. Nach dem 22:23-Anschluss (Möller), der neunten Klockmann-Parade, traf Dadi Runarsson den Pfosten. Konstanz enteilte auf zwei, dann auf drei Tore plus. Deppisch: „In der Phase hatten wir auch nicht mehr die Abwehrqualität.“ Als Finn Kretschmer von Rechtsaußen an HSG-Keeper Simon Tölke scheiterte, Kaletsch ins verwaiste Schwartauer Tor zum 27:23 traf (54.), war der VfL auf der Verliererstraße. „Wir haben dann noch einmal umgestellt, den siebten Feldspieler gebracht. So sind wir wieder rangekommen“, erklärte Deppisch. Nur es reichte nicht: Die Gastgeber brachten den Sieg nach Hause, clever, abgezockt.

Am Freitag gegen Bietigheim

Deppisch: „Das war eine ganz bittere Niederlage.“ Und nach Geburtstagsparty war keinem mehr zumute. Abhaken. Kopf heben! Am Freitag kommt Erstliga-Absteiger Bietigheim in die Hansehalle.

Die Statistik zum Spiel

HSG Konstanz: Tölke (6 Paraden, davon 1 Siebenmeter), Hassferter (3 Paraden) – Stotz (1), Schlaich (3/1), Hild, Wolf (4/2), Wiederstein (5), Kaletsch (4), Krüger, Maier-Hasselmann (3), Beckmann (2), Braun (3/1), Jud (4), Keupp, Wendel.

VfL Lübeck-Schwartau:Klockmann (10/3 Paraden), Mallwitz – Genda (1), Gonschor (2), Raguse (6), Waschul, Schult (1), Köhler, Schrader (3/2), Kretschmer (3), Claasen (2), Runarsson, Möller (6), Bruhn (4).

Siebenmeter: 7/4 (Wolf, Schlaich, Kaletsch scheitern an Klockmann) – 3/2 (Schrader scheitert an Tölke).

Zweiminuten: 3 – 3

Zuschauer: 900.

Spielfilm: 4:2 (9.), 7:5 (15.), 7:9 (18.), 11:11 (26.), 12:15 (HZ) – 16:16 (34.), 18:17 (40.), 19:19 (43.), 24:22 (51.), 27:23 (54.), 29:25 (56.), 29:28 (60./Ende).

Von Jens Kürbis

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