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VfL Lübeck-Schwartau VfL-Chef Daniel Pankofer: „Wir haben viele Baustellen“
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau VfL-Chef Daniel Pankofer: „Wir haben viele Baustellen“
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21:35 21.12.2019
Daniel Pankofer bei seiner Verabschiedung im Mai 2016. Quelle: 54°/Felix König
Lübeck

Zwei Reihen hinter der Auswechselbank sitzend, hatte Daniel Pankofer mit Beiratschef Thomas Bargemann die dritte Heimpleite der Schwartauer Handballer miterlebt. Das 28:32 gegen Dormagen, einen größtenteils blutleeren, fast hilflosen Auftritt, der allein mit fehlendem Personal nicht zu erklären ist. Der VfL beendet die Zweitliga-Hinrunde nur zwei Zähler von den Abstiegsrängen weg. Neun Pleiten in 17 Spielen. Plus drei Remis, die sich auch noch wie Niederlagen anfühlten. Bitter, aber wahr: In der Form taumelt das Team dem Abstieg entgegen.

Daniel Pankofer – vom Spieler zum Geschäftsführer

Es gibt bessere Umstände, seinen neuen Job anzutreten. Für Pankofer ist das offiziell der 1. Januar. Dann übernimmt der 39-Jährige den vakanten Geschäftsführer-Posten. Der Spielmacher, der vor dreieinhalb Jahren zu den Rhein Vikings gewechselt ist, ist zurück – als Spielmacher der anderen Art.

Erste Nacht im leeren Haus

In Selmsdorf, vor den Toren Lübecks, hat er sein neues Zuhause gefunden. Sein Umzug passt dabei ins derzeitige Bild. Da die Spedition erst mit einem Tag Verspätung in Düsseldorf losgekommen war, verbrachte Pankofer mit seiner Freundin Josefin, Töchterchen Emelie (12 Wochen alt), zwei Katzen und Hund die erste Nacht im leeren Haus auf dem Fußboden, gebettet auf Gartenstuhl-Auflagen. „Bequem war anders. Aber wir sind da, können jetzt auspacken.“ Weihnachten geht es zu den Schwiegereltern nach Rostock und dann heißt es: Ärmel hochkrempeln.

Daniel Pankofer beim Sachen auspacken in Selmsdorf.. Quelle: hfr

Doktorarbeit in der Warteschleife

Pankofer weiß: „Wir haben viele Baustellen, nicht nur auf dem Spielfeld.“ In den ersten Tagen will er viel zuhören, sich einen Überblick verschaffen, den Status Quo ermitteln. All das, was er nach seiner Demission bei den Vikings bis zum Sommer 2020 vor hatte. „Ich sollte eigentlich im Juli kommen.“ Er hatte sich auch auf die Arbeit mit Ex-Geschäftsführer Michael Friedrichs an seiner Seite gefreut. „Ich denke, wir hätten uns gut ergänzt.“ Doch nach dem überraschenden Friedrichs-Rücktritt kam alles anders. Pankofers Plan war über den Haufen geworfen. Denn er wollte bis dahin auch seine Doktorarbeit in Betriebswirtschaftslehre zu Ende schreiben. „Das habe ich immer noch vor, wird aber jetzt wieder dauern.“ Dass er im Handball landet, hätte er sich ohnehin nie träumen lassen. „Ich wollte in die Wirtschaft gehen, zu einem Konzern.“

Jetzt ist es doch der Handball, der VfL Lübeck-Schwartau. Pankofer weiß, dass er als Ex-Spieler eine gewisse Expertise, ein Netzwerk mitbringt. „Aber das reicht nicht, das ist eine andere Nummer. Und der VfL hat ja auch Großes vor.“ Stichwort Aufstieg bis 2022. Stichwort Hallenumbau. Stichwort neue Arena.

Becker wechselt zum THW Kiel

Doch seine Arbeit, sein bis Ende Juni 2022 datierter Vertrag, beginnt erst einmal im Kleinen. Und mit einer zusätzlichen Baustelle. Geschäftsstellenleiter Maik Becker verlässt den VfL nach siebeneinhalb Jahren am 31. Dezember. Der 27-jährige Betriebswirt wechselt zum Branchenführer THW Kiel. „Beim VfL hat es Spaß gemacht. Aber das ist eine große Chance für mich. Da kann man nicht nein sagen“, erklärte Becker und fügte an: „Außerdem war für mich die Situation beim VfL unklar. Der Rückhalt von oben, vom Beirat war nicht mehr da.“

„Holen ein oder zwei neue Rückraumspieler“

Pankofer hat ihn, braucht ihn auch. Die aktuelle sportliche Schieflage bereitet ihm dabei aber (noch) keine Sorgen: „Die Saison ist lang. Wir packen das!“ Ist er entsetzt, gar überrascht über den VfL Ende 2019? „Entsetzt nein. Erschreckend ist, dass keine Konstanz da ist.“ Er weiß, dass etwas passieren muss, Verstärkungen her müssen. Pankofer kündigt an: „Wir werden in der EM-Pause ein oder zwei Rückraumspieler verpflichten.“

Unangenehme Vertragsgespräche

Und dann sind da noch elf auslaufende Verträge zum Saisonende. Mit einigen Spielern, wie Jan Schult, hat Pankofer noch beim VfL gespielt. „Ich bin mit einigen auch befreundet. Aber ich kann keinem Spieler mehr geben, nur weil ich mit ihm befreundet bin. Diese Gespräche sind unangenehm, ganz klar, aber Teil meines Jobs, das gehört dazu.“ Er freut sich auf die neue Herausforderung. „Es macht Spaß, Sachen zu gestalten. Wenn es läuft, ist es richtig cool.“ Wenn es läuft . . .

VfL-Termine

Am 26. Dezember kommt Aufsteiger Krefeld zum Rückrunden-Start in die Hansehalle (17 Uhr). Danach geht es für das Team bis zum 6. Januar in den Urlaub. In der EM-Pause spielt der VfL gegen die Füchse Berlin (16.1.) und beim Wintercup in Verl (24. – 26.1./ mit Nordhorn, Lemgo, Gummersbach und drei dänischen Erstligisten).

Von Jens Kürbis

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