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VfL Lübeck-Schwartau VfL-Chef Friedrichs nach Fehlstart: „Wir verfallen nicht in blinden Aktionismus“
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau VfL-Chef Friedrichs nach Fehlstart: „Wir verfallen nicht in blinden Aktionismus“
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18:52 22.10.2019
VfL-Geschäftsführer Michael Friedrichs bleibt trotz des verpatzten Saisonstarts ruhig. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Einige Zuschauer hatten schon vor der Schlusssirene die Nase voll. Das bittere Ende gegen Essen, die zweite Pleite im vierten Heimspiel (21:26), wollten sie sich nicht mehr antun. Beim Blick auf die Tabelle wird das Bild auch nicht besser. Nur drei Siege in neun Spielen. Platz 13, zwei Zähler von den Abstiegsrängen weg. Es ist der seit Jahren schlechteste Saisonstart der Schwartauer Zweitliga-Handballer. Mehr noch: Der VfL ist vom eigentlichen Saisonziel, mindestens Platz vier, und der Perspektive Aufstieg, für die vor allem der ehemalige polnische Nationaltrainer Piotr Przybecki als neuer Chefcoach verpflichtet wurde, meilenweit weg. Im Umfeld macht sich erste Unruhe breit.

Saisonziel revidieren?

„Das haben wir uns so nicht vorgestellt. Aber nervös werde ich deshalb nicht“, beruhigt Manager Michael Friedrichs. Abstiegsangst sei kein Thema. „Wir haben genügend Qualität im Kader.“ Sein ausgegebenes Saisonziel will der VfL-Chef nicht korrigieren: „Das ist mir zu früh. Ja, es sind nur zwei Zähler bis Platz 17, aber auch nur vier bis Rang fünf." Ohnehin sei Platz vier jetzt nicht das Thema. „Wichtig ist, dass wir Stabilität reinbringen.“

Spiele, Ergebnisse, Toptorschützen – die Saison 2019/20 des VfL Lübeck-Schwartau

Verletzungsseuche wirft VfL zurück

Die Gründe für den verpatzten Saisonstart liegen auf der Hand: Team und Trainer sind noch in der Such- und Findungsphase. Hinzu kommt die Verletzungsseuche. Der VfL war bisher in keinem Spiel, in keiner Trainingswoche komplett. Ob Fynn Ranke, Jan Schult, Markus Hansen, Nikola Potic – zwei, drei Stammkräfte fehlten immer. Oder sind wie Pawel Genda im Rantasten nach langer Verletzungspause.

Neun Spiele bis zum Jahresende

Und so geht es für den VfL weiter: Bis zum Jahresende stehen noch neun Spiele an, davon fünf Heimspiele – gegen Emsdetten (Tabellen-15.) , Aue (Platz 10), Coburg (Platz 2), Dormagen (Platz 8) und am zweiten Weihnachtsfeiertag zum Rückrundenstart gegen Ligaschlusslicht Krefeld.

Auswärts muss der VfL im Derby beim HSV sowie in Rimpar, N-Lübbecke und Ferndorf ran. Ungewöhnlich: Vier Spiele steigen dabei an einem Donnerstag – beim HSV (31.10.), gegen Aue (21.11.), in Rimpar ((28.11.) und gegen Krefeld (26.12.).

Trainerfrage stellt sich nicht

Und wie ist es mit der Trainerfrage, dem normalen Reflex im Sport bei ausbleibendem Erfolg? „Nicht eine Sekunde. Sie stellt sich einfach nicht. Punkt. Fertig. Aus“, zeigt Friedrichs klare Kante. Die Unzufriedenheit bei Fans und Sponsoren hat er schon registriert: „Ich bin ja nicht taub. Aber wir verfallen nicht in blinden Aktionismus. Was wir brauchen, das ist Ruhe und Vertrauen ins Team. Das habe ich.“

Nikola Potic im August-Testspiel gegen Herzhorn. Gegen Essen kam er nur zu einem Kurzeinsatz. Quelle: Agentur 54°

„In dem Zustand bringt uns Nikola nicht weiter“

Nur: Die Baustellen sind unübersehbar, vor allem die im Angriff. Die größte: Nach dem Abgang von Antonio Metzner zum Erstligisten Erlangen – mit 37 Treffern bereits der drittbeste Torjäger im Team – und dem Karriereende von Toni Podpolinski fehlt es an Durchschlagskraft im rechten Rückraum. Zwei etatmäßige Außen (Bruhn/Schrader) können den Part trotz aller Klasse nicht leisten. Das Problem: Nikola Potic, der aus Zagreb gewechselte serbische Nationalspieler, ist bisher alles andere als eine Verstärkung. Alte und neue Verletzungen werfen ihn immer wieder zurück. „Nikola ist weit weg von dem, was wir erwarten“, gibt Friedrichs zu und ergänzt: „Seitdem Nikola da ist, kommt er aufgrund vieler Verletzungen nicht in Tritt. Das war gegen Essen deutlich zu sehen.“ Und wie geht es weiter? „Wir werden Nikola noch einmal durchchecken, uns mit den Ärzten und Trainern abstimmen und entscheiden, wie es weitergeht. Fakt ist: In dem Zustand bringt er sich und uns nicht weiter.“ Muss der VfL sich auf Halbrechts neu aufstellen? In dem Punkt wehrt Friedrichs ab: „Da etwas jetzt dazu zu sagen, ist viel zu früh, wäre übereilt.“

„Warum sollten wir von den Zielen abrücken?“

Der Fehlstart, er bringt Friedrichs nicht aus der Ruhe, auch nicht mit Blick auf die ganz großen Ziele, wie den Aufstieg bis 2022 oder den Hallenumbau. „Warum sollten wir davon abrücken? Dafür gibt es keinen Grund.“ Und zum Thema Halle gebe es von der Stadt klare Signale, dass der Umbau (Licht, Anbau) 2020 über die Bühne gehe.

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