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VfL Lübeck-Schwartau Gute Erinnerung an die Wikinger
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22:13 22.09.2018
So war’s am 2. Juni: Tim Claasen setzt sich beim 29:21-Sieg gegen Daniel Pankofer (verdeckt) und die Vikings-Abwehr durch.
So war’s am 2. Juni: Tim Claasen setzt sich beim 29:21-Sieg gegen Daniel Pankofer (verdeckt) und die Vikings-Abwehr durch. Quelle: 54°/Felix Koenig
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Lübeck

Die Bilanz ist mit 2:0-Siegen optimal und die Erinnerung an das bisher einzige Heimspiel gegen die Rhein Vikings noch frisch. Erst vor knapp vier Monaten waren die Düsseldorfer in der Hansehalle zu Gast, Gegner am 2. Juni, als die Handballer des VfL Lübeck-Schwartau mit einem 29:21-Sieg nicht nur Tabellenplatz drei klarmachten, ihre beste Platzierung seit Einführung der eingleisigen 2. Liga. Es war auch ein stimmungsvoller Saisonausklang mit einer Reihe emotionaler Momente, darunter die Verabschiedungen des VfL-Trios Akerman, Schlichting und Lauenroth. Dass damals mit Daniel Pankofer auf Seiten der Gäste zudem ein Spieler seine aktive Laufbahn beendete, der von 2014 bis 2016 auch zwei Jahre beim VfL spielte, war damals nur ein Randaspekt.

Es war das grandiose Finale einer äußerst erfolgreichen Saison: Mit einem 29:21-Sieg gegen das Teams aus Düsseldorf und Neuss sicherte sich der VfL Tabellenplatz 3 in der Abschlusstabelle. Die beste Platzierung seit Einführung der eingleisigen 2. Liga – schwer erkämpft und ausführlich gefeiert.

Inzwischen ist Pankofer (37) in anderer Funktion bei den Vikings aktiv. Er zieht nicht mehr als Spielgestalter die Fäden auf dem Parkett, sondern im Hintergrund, als studierter Wirtschaftswissenschaftler und erster hauptamtlicher Geschäftsführer der HC Rhein Vikings Spielbetriebs- Marketing GmbH, wirtschaftlicher Träger der HSG Neuss/Düsseldorf. Und das „offenbar mit einem sehr guten wirtschaftlichen Umfeld in Düsseldorf“, wie VfL-Trainer Torge Greve mit Blick auf den Kader der Gäste vermutet. „Da sind teure Leute dazwischen, sie können auf Spieler mit Erstliga-Erfahrung setzen“, weiß er. „Da scheint Geld zu sein.“

Dennoch läuft die zweite Saison nach dem Aufstieg 2017 (an dem Pankofer noch als Spieler großen Anteil hatte) bisher nicht nach Wunsch, der Auftakt mit Niederlagen in Wilhelmshaven (34:35) und Emsdetten (23:25) sowie ein Remis im Heimspiel gegen Coburg (25:25) war enttäuschend, zuletzt gelang ein glückliches 27:25 beim HSV Hamburg. Vikings-Trainer Ceven Klatt, der in dieser Woche die Heimspiel- und Trainingsstätte Castello in Düsseldorf wegen einer Karate-EM räumen musste, hat weiterhin Personalprobleme. Zwar rücken der von FA Göppingen ausgeliehene Rückraum-Rechte Srdjan Predragovic und Felix Handschke, Sohn von Ex-Nationalspieler Maik Handschke, wieder ins Team. Doch Klatt muss auf der Spielmacherposition Philipp Pöter (Muskelfaserriss) ersetzen, wo zuletzt gegen den HSV allerdings ohnehin Alexander „Ali“ Oelze mit 13 Toren überragend agierte. Unter der Woche ließen die Düsseldorfer zudem verlauten, dass auch ihr slowenischer Abwehrchef Miladin Kozlina passen muss.

Da sieht’s bei Greve wieder besser aus: Sein Abwehrchef Martin Waschul – ist nach auskuriertem Daumenbruch – in der Woche wieder voll ins Training eingestiegen und hat für das dritte Heimspiel der Saison grünes Licht gegeben. Es wäre seine Saisonpremiere. „Dadurch habe ich wieder mehr Optionen, auch wenn Waschi und Fynn Ranke aktuell wenig gemeinsam trainiert haben, sind sie ein eingespielter Innenblock. Und zuletzt haben es Pavel Genda und Steffen Köhler dort auch sehr gut gemacht.“ Weniger Optionen hat Greve auf der Linksaußen-Position. Zwar hat sich Sebastian Damm nach seiner Grippe-Auszeit fit gemeldet. Doch beim Wurftraining unter der Woche zog sich Thees Glabisch eine Zerrung im Ellenbogenbereich zu, fällt „mindestens zwei Wochen“ aus, so Greve. „Das ist ärgerlich, weil Thees gut drauf war. Aber nun hat halt Basti die Chance, sich wieder zu zeigen.“

Christian Schlichting