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VfL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck-Schwartau: Torfestival, Tränen und Podpolinskis emotionales Karriere-Ende
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00:29 09.06.2019
Die Nummer acht wird nicht mehr vergeben, bekommt in der Hansehalle einen Ehrenplatz: Toni Podpolinski mit seiner Frau Jana und den „Podde-Twins“ Jon (l.) und Elin. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Es war das Spiel des Abschieds, des 16. Heimsieges und der Tränen. Der VfL sagte Danke an seine Fans, die mit 2176 Zuschauern zum achten Mal in dieser Saison für eine ausverkaufte Hansehalle sorgten. Danke an das Quartett, das geht. Und Danke an die „13-Wochen-Trainer“ Gerrit Claasen und Jörg Engelhardt, die mit „Danke Team VfL“-Schriftzug auf ihren Shirts aufliefen, und die vom Team mit dem neunten Sieg in ihrem 13. Spiel beschenkt wurden. Das 37:35 (21:16) über den Tabellenvierten ASV Hamm-Westfalen, es war Spaß-Handball – das torreichste VfL-Spiel seit Einführung der eingleisigen 2. Liga. Und: Es war ein würdiges Warm up für das, was danach kam, die Verabschiedung der vier Spieler Jonas Ottsen (zum Drittligisten HCE Rostock), Sebastian Damm (zum Bergischen HC), Antonio Metzner (HC Erlangen) und Toni Podpolinski (Karriere-Ende).

Die große Verabschiedung von Toni Podpolinski & Co. in Bildern

Klockmann zu Metzner: „Bald Nationalspieler“

Eine tolle Idee: Neben Hallensprecher H.G.Meyer und Geschäftsführer Michael Friedrichs, dem bereits bei seinen Worten für „Basti“ Damm die Tränen liefen, würdigte immer ein Spieler die Abgänger mit persönlichen Worten. Dennis Klockmann sagte so über Metzner: „Er war mit Abstand einer der größten Leistungsträger der Mannschaft, ist ein sympathischer, feiner Kerl.“ Und: Er sei vor vier Jahren als Junge gekommen, gehe jetzt als Mann. „Und wenn der DHB nicht ganz blind ist, sehen wir dich in ein paar Jahren als Nationalspieler.“ Damm, der auch an seinen Verkehrsunfall erinnerte, sagte den Fans Tschüs mit tränenerstickter Stimme: „Ich bin glücklich euch Freunde nennen zu dürfen, danke ihr seid wunderbare Menschen.“

Schult zu Podpolinski: „Ich werde dich vermissen“

Und dann kam die Verabschiedung von Toni Podpolinski nach elf VfL-Jahren, mehr als 1000 Toren für Schwartau und nur einer Roten Karte. Jan Schult, sein Wegbegleiter und Freund in all den Jahren, erinnerte weinend daran, dass „Podde“ den „größten Kampf seines Lebens gewonnen“, den Krebs besiegt hat. .„Ich bin stolz auf dich und werde dich vermissen.“ In einem Video erinnerten dann noch einmal alle Spieler, Trainer, sogar Ex-Trainer Torge Greve sowie einige Ehemalige, wie Henning Quade und Daniel Pankofer, an die gemeinsame Zeit mit „Podde“. Und dann kam noch eine Überraschung: „Dein Trikot wird einen Ehrenplatz erhalten, die Nummer acht wird nie wieder vergeben“, erklärte Friedrichs währenddessen Podpolinskis Trikot hinter dem Tor hochgezogen wurde. Das gab es beim VfL noch nie. Podpolinski gerührt: „Zum VfL zu gehen, war die beste Entscheidung meines Lebens“.

Die Heimspiele des VfL in Bildern: Tore, Matchwinner und Zuschauer

Hamm startet schnörkellos

Zum Spiel: Hamm erwischte den besseren Start, spielte gefällig, flott, schnörkellos, führte 4:2 (6.). Der VfL hielt gegen – mit tollem Spiel über den Kreis (Köhler). Stark: Tim Claasen in seinem „letzten Spiel“, wie ihn Hallen-Einpeitscher Carsten Schoppenhauer angekündigt hatte. Ein Versprecher. Der Spielmacher bleibt, brillierte als kluger Ballverteiler. So wie Steffen Köhler als treffsicherer Weitschütze. Er traf dreimal aus der eigenen Hälfte ins verwaiste ASV-Tor.

Antonio Metzner verabschiedete sich mit sechs Treffern, ist mit 189 Treffern der Top-Torjäger im Team, die Nummer acht der Liga.. Quelle: Agentur 54°

Tag des offenen Tores

Da sich beide Abwehrreihen so kurz vorm Urlaub und der Abschlussfahrt zum „Ballermann“ nicht mehr weh tun wollten, entwickelte sich ein munteres Torfestival. Beim Tag des offenen Tores sorgte Keeper Marino Mallwitz (stark: 15 Paraden) mit einem Wurf über das gesamte Feld ins leere Hamm-Tor für die erste Drei-Tore-Führung (14:11/21.). Locker, flockig, ohne Mühe zog der VfL davon, hatte nach 26 Minuten ein Fünf-Tore-Plus (18:13). Das 21:16 zur Pause – VfL-Rekord. In besseren Spielen, wenn die beste Abwehr der Liga (Schwartau) richtig gefordert wird, war das ein Endergebnis.

Podpolinskis letzte Minuten

Das muntere Scheibenschießen, es ging in Halbzeit zwei weiter (24:18/35.) – unterbrochen von Gänsehautmomenten. Nach 43 Minuten standen die 2176 Zuschauer das erste Mal. „Basti“ Damm sagte Tschüs, umarmte nach seiner Auswechslung Trainer und Spieler auf der Bank. Der Schönheitsfehler: Beim Spiel (fast) ohne Anfassen, die ersten und einzigen Zweiminuten gab es erst nach 49 Minuten, war beim 30:30 das Sechs-Tore-Plus weg. Doch Ottsen (7 Tore), Metzner (6) und Mallwitz (15 Paraden) sorgten für die Entscheidung. Und nach 56 Minuten stand die Halle erneut. Metzner sagte Servus - und Podpolinski kam für die letzten vier Minuten seiner Handball-Karriere, wurde von den Fans mit „Podde, Podde“-Rufen gefeiert. Selbst Hamm spielte mit, ließ ihn gewähren - für seinen letzten Wurf frei vom Kreis. Doch „Podde“ warf daneben. Egal. Jetzt war Zeit zum Feiern.

Die Statistik zum Spiel

VfL Lübeck-Schwartau: Mallwitz 1. – 59./15 Paraden/1 Tor), Haß (59. – 60.) – Glabisch 1, Ottsen 7, Podpolinski, Ranke, Schult 1, Damm 3/3, Köhler 6, Schrader 2, Kretschmer 3, Claasen 3, Runarsson, Möller 1, Bruhn 2, Metzner 6.

ASV Hamm-Westfalen: Krechel (1. – 23., ab 30./ 7 Paraden), Storbeck (23.-30./eine Parade) – Blohme 9, Milde, Brosch 3, Sohmann 2, Schwabe 4, Lex 1, Südmeier, Gudat, Papadopoulos 7/1, von Boenigk 8.

Siebenmeter: 3/3 – 1/1.

Zeitstrafen: 1 – 0.

SR.: Block/Buss.

Zuschauer: 2176 in der Hansehalle Lübeck (ausverkauft)

Spielfilm: 2:1 (2.), 2:4 (6.), 5:4 (8.), 8:6 (12.), 12:10 (18.), 15:11 (22.), 18:13 (26.), 21:16 (HZ) – 24:18 (35.), 26:22 (41.), 28:26 (47.). 29:28 (48.), 30:30 (50.), 34:33 (56.), 37:35 (Ende).

Jens Kürbis

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