Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
VfL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck-Schwartau: Die Zweitliga-Macht im Norden
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck-Schwartau: Die Zweitliga-Macht im Norden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:58 25.05.2019
Einlaufshow vor dem Spiel. 2176 Fans heizten die „Hansehölle“ an. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Ein Schnack im Kabinengang, ein Plausch mit Fans und Sponsoren – und dann war Marino Mallwitz weg. Das Partylicht wollte der Keeper der Schwartauer Zweitliga-Handballer nach dem 25:24 über den HSV Hamburg in der Hansehalle nicht mit ausknipsen. „Ich war einfach kaputt, wollte ins Bett“, verriet der Derbysieger. Dabei hätte der 22-Jährige allen Grund zum Feiern gehabt. Er hatte 15 Bälle pariert, 40 Prozent der Würfe. Nicht irgendwelche. Es waren die„Big Points“, die spielentscheidenden Paraden, gerade in den Schlussminuten.

Mallwitz ist Ehrgeiz pur

Mit seiner Leistung war er „zufrieden, auch wenn ich gern noch ein, zwei mehr gehalten hätte“. Keine Frage: Mallwitz ist Ehrgeiz pur – ob im Job als Sparkassen-Azubi, bei dem er schulisch einen 1,9er Schnitt im Zeugnis stehen hat, oder auf dem Spielfeld. Dort, wo er nie hundertprozentig zufrieden ist. Mit dem Schlusspfiff hatte sich bei ihm so auch der Druck entladen, als er mit einem Schlag fast den Torpfosten zertrümmert hätte. „Das musste raus. Wir hätten mit vier wegziehen können, werfen aber dann die Bälle weg. Ich dachte nur, das kann nicht sein . . .“

„Er hat dem Druck standgehalten“

Hoch oben unterm Hallendach hatte Dennis Klockmann mitgefiebert. „Das hat Marino klasse gemacht. Er hat dem Druck standgehalten, super“, freute er sich. Druck deshalb, weil sich Klockmann, die Nummer 1 im VfL-Tor, nach einem Nabelbruch hatte operieren lassen, bis zum Saisonende ausfällt. „Alles gut verlaufen, doch an Sport ist erst wieder in fünf Wochen zu denken“, berichtete der 36-Jährige. Mallwitz wird so auch die nächsten zwei Spiele als Nummer 1 im Tor stehen, „und darauf freue ich mich.“

War einer der Matchwinner: Marino Mallwitz. Quelle: Agentur 54°

17:5-Punkte mit Claasen/Engelhardt

Die Spiele in Dresden und gegen Hamm sind auch für die Trainer Jörg Engelhardt und Gerrit Claasen das Abschiedsschaulaufen. Ihre Bilanz nach dem überraschenden Wechsel von Coach Torge Greve zum VfL Gummersbach: 17:5 Punkte aus elf Spielen, seit sieben Spielen unbezwungen. Top! Und Platz fünf ist den Schwartauern jetzt auch sicher. Der VfL hat sich somit im dritten Jahr in Folge in der Zweitligaspitze etabliert. Der HBW Balingen-Weilstetten (nach zwei Jahren) und die HSG Nordhorn-Lingen (erstmals seit 2008/09) sind derweil aufgestiegen.

VfL fährt auf der letzten Rille

Zurück zum VfL-Spiel: Engelhardt verhehlt nicht, dass der zweite Derbysieg für ihn etwas Besonderes war: „Wir haben versucht, das Spiel normal anzugehen. Doch das war kein normales Spiel.“ Die Nervosität, die hohe Fehlerzahl, das permanente Auf und Ab habe das belegt. „Wir sind durch sämtliche Täler gegangen. Es hat auch jeder gesehen, dass wir auf der letzten Rille fahren, aber gewonnen ist gewonnen. Respekt an die tolle Teamleistung.“

„Derbysieger, Derbysieger, hey, hey!“: Jonas Ottsen (v.l.), Jan Schult, Janik Schrader, Jasper Bruhn und Sebastian Damm freuen sich Quelle: Agentur 54°

Genda wieder fit

Das sah auch Pawel Genda so. Der verletzte Rückraumlinke (Kreuzband-Operation) hatte extra für das Spiels seine Reha in Polen unterbrochen: „Ich wollte bei den Jungs sein.“ Und wie geht es ihm? „Super, ich laufe seit drei Wochen. Zum Saisonstart bin ich wieder fit.“

Jansen: „Werbung für den Handball“

Für HSV-Trainer Torsten Jansen schreit das für ihn typische Derby nach einer Wiederholung: „Das war Werbung für den Handball, mit einer überragenden Atmosphäre. Aber wir sehen uns ja nächstes Jahr wieder.“ Dann will auch Uwe Brinkmann wieder in der Halle sein. Schwartaus Bürgermeister war angetan von „den tollen HSV-Fans. Aber die Zweitliga-Macht im Norden, das sind wir.“

Saison-Platzierungen des VfL

Saison 2017/18: Platz 3

Saison 2016/17: Platz 6

Saison 2015/16: Platz 13

Saison 2014/15: Platz 11

Saison 2013/14: Platz 9

Jens Kürbis

„Derbysieger, Derbysieger!“ Die Handballer des VfL Lübeck-Schwartau haben den HSV Hamburg auch im zweiten Zweitliga-Derby bezwungen, kämpften sich zum 25:24 (11:9). Vor 2176 Zuschauern in der ausverkauften Hansehalle sorgte Top-Torjäger Antonio Metzner (8 Tore) 19 Sekunden vor Schluss für die Entscheidung.

25.05.2019

Es ist das Derby mit der besonderen Historie: Die Handballer des VfL Lübeck-Schwartau erwarten den HSV Hamburg am Freitag zum ersten Zweitliga-Kräftemessen in der Hansehalle (19.30 Uhr) – und das vor ausverkauftem Haus.

23.05.2019

Die Hansehalle ist zum siebten Mal in dieser Saison ausverkauft – und das schon seit Monaten: Der VfL Lübeck-Schwartau erwartet am Freitag den HSV Hamburg zum Derby (19.30 Uhr). Käptn Martin Waschul ist wieder fit. Beim HSV fehlt Isi-Keeper Aron Edvardsson.

22.05.2019