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VfL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck-Schwartau: Jetzt wird Tacheles geredet
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19:37 01.02.2020
Enttäuschung pur: Niels Versteijnen (r.) und Janik Schrader hocken auf der Bank. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Gegen vier Uhr in der Früh war Piotr Przybecki zurück in seinen vier Travemünder Wänden. Doch an Schlaf war nicht zu denken. Die Demütigung von Gummersbach, das 12:27-Debakel seiner Schwartauer Zweitliga-Handballer ließ den Trainer nicht zur Ruhe kommen. Die Demontage, die kollektive Hilflosigkeit, vor allem nach der Pause, als 25 Minuten kein Treffer gelang, die 23 Fehlwürfe plus 20 technischen Fehler, er konnte sie sich auch am Mittag danach noch nicht wieder in der Videoschleife anschauen. „Ich brauche etwas Abstand dazu. Denn so etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Weder in seinen 22 Jahren als Profi, noch in seinen sechs als Trainer. Es war so unwirklich, dass selbst Nationaltorhüter Jogi Bitter während der Partie via Instagram nachgefragt hatte, ob der Liveticker in Gummersbach kaputt sei.

2. Liga – wer steigt ab?

Ab dieser Saison spielt die 2. Liga nur noch mit 18 Teams. Die zwei Erstplatzierten steigen auf. Die Abstiegsregelung ist neu: Der Tabellen-17. und -18. steigen direkt ab. Der Tabellen-16. geht gegen einen der Staffelsieger der 3. Liga in die Relegation.

Schult: „Da kannst du nicht zur Tagesordnung übergehen“

Und nun, VfL? Es hat sich ja nichts geändert: Die Gefahrenzone ist weiterhin nur zwei Zähler weg. Mund abputzen und weiter? „Nein“, sagt Jan Schult (33), für den so eine Partie in seinen 13 VfL-Jahren auch Neuland bedeutete. „Das war peinlich, da kannst du nicht zur Tagesordnung übergehen.“ Schon in der Kabine habe sich Käptn Martin Waschul vor die Mannschaft gestellt, dann wurde im Bus weiter diskutiert. „Und das ist noch nicht beendet. Wir müssen jetzt Manns genug sein, uns in die Augen gucken und Tacheles reden“, fordert Schult.

Keeper Dennis Klockmann und Jan Schult drehen frustriert ab. Eine Pleite wie in Gummersbach haben auch sie noch nicht erlebt. Quelle: Agentur 54°

Klockmann: „Das waren nicht zwei, sondern drei Minuspunkte

Auch Keeper Dennis Klockmann, bis zur Pause der einzige mit Normalform, meldet Redebedarf an: „Wir müssen uns den Scheiß, den wir verzapft haben, auch noch mal anschauen. Du kannst in Gummersbach verlieren, aber nicht so. Diese 15 Tore sind nicht zwei, letztlich drei Minuszähler, die uns am Ende durch das Torverhältnis noch auf die Füße fallen können.“ Von Panikmache oder Totengräberstimmung will der 37-Jährige aber nichts wissen: „So spielt ja keiner mit Absicht. Und jeder von uns hätte gegen unseren Ex-Trainer Torge Greve liebend gern ein drittes Mal gewonnen. Aber nach dem Schuss vor den Bug dürfte jetzt auch dem Letzten der Ernst der Lage bewusst sein.“ Das müsse man jetzt gegen Hüttenberg zeigen. Die Partie am Samstag, sie wird für den VfL zum Charaktertest.

Przybecki kein Freund von Straftraining

Die Frage nach dem Warum aber bleibt. Denn nach vier Testspielsiegen in der Vorbereitung plus zwei Verstärkungen für den Rückraum (Versteijnen, Mrozowicz) rollte der VfL-Tross mit einem guten Gefühl ins Greve-Land. Doch das war schon nach den ersten Minuten, dem 0:5-Fehlstart, dahin. „Das darf nicht passieren, diese Lethargie, diese Passivität, da ging es los“, kritisierte Klockmann. Auch für Coach Przybecki. Den Leistungseinbruch, den Kontrast zur Vorbereitung, kann aber auch er nicht erklären. „Vielleicht sind wir zu bequem, dachten es geht so weiter.“ Fest steht für ihn: „Verlieren ist okay, aber so darf man sich nicht abschlachten lassen.“ Der 47-Jährige kündigte an,dass ab jetzt härter miteinander umgegangen werde. Von Strafeinheiten, wie sie noch in den neunziger Jahren praktiziert wurden, als es aus dem Bus direkt auf die Tartanbahn zum Rundendrehen ging, hält der Coach indes nichts. „So ein Straftraining bringt doch nichts.“ Klockmann & Co. haben über Wochenende stattdessen Zeit zum Grübeln.

Von Jens Kürbis

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