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VfL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck-Schwartau: Klockmanns „Abschiedsspiel“
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck-Schwartau: Klockmanns „Abschiedsspiel“
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20:13 10.05.2019
Dennis Klockmann – mit 285 Paraden in 33 Spielen die Nummer acht der Liga – muss am Dienstag unters Messer. Quelle: Foto: 54°
Lübeck

Gerrit Claasen war auf der Rückfahrt von Berlin, als er gedanklich seine Rollen wechselte. Den Kriminalhauptkommissar, die Weiterbildung, die Vorträge über kriminelle Machenschaften im Gesundheitswesen, hatte er hinter sich gelassen. Er war wieder in die Rolle des Handball-Trainers geschlüpft, sinnierte über Taktik, Aufstellung und Spielzüge, wie der Gegner TV Emsdetten in seinem Wohnzimmer matt gesetzt werden soll (Sa., 19 Uhr/live auf sportdeutschland.tv).

Magere VfL-Bilanz in Emsdetten

Und Claasen weiß: Es wird eine schwere Mission, gerade für seine Jungs. Denn in elf Zweitliga-Jahren nahm der VfL Lübeck-Schwartau aus der Ems-Halle nur einmal Punkte mit. Und das ist auch schon drei Jahre her. Nicht genug: Personell muss das Trainerduo Claasen/Engelhardt wieder zaubern. Denn neben dem Langzeitverletzten Pawel Genda (Kreuzband-OP) fällt mit Fynn Ranke (Muskelfaserriss im Brustbereich), Käptn Martin Waschul (Wadenverletzung) und Toni Podpolinski (Infektion) weiterhin ein Stammtrio aus. Ab Dienstag kommt auch noch Dennis Klockmann hinzu – und das bis zum Saisonende.

Keeper Marino Mallwitz rückt jetzt in den Blickpunkt. Quelle: Agentur 54°

Klockmann will fit in seine letzte Saison starten

Der 2,10-Meter-Riese, Schwartaus Punktebank, der zuletzt von der Ligavereinigung mehrfach ins Team des Spieltages gewählt wurde, in der Saison bisher 28 Siebenmeter entschärft hat, muss unters Messer. „Ich habe einen Bruch des Bauchnabels“, erklärt der 36-Jährige. Nach dem Winter-Trainingslager in Dänemark habe er es gemerkt. Mit Schmerzen, auch wenn sie erträglich waren, wie er sagt, kämpfte er sich durch die Rückrunde. „Das Loch ist aber größer geworden.“ Es behindert ihn im Spiel zwar nicht, doch bis zum Saisonende will er nicht warten. Denn nach der Operation bei einem Travemünder Spezialisten darf Klockmann nichts Schweres heben, Tragen oder dergleichen tun. Und das sechs Wochen lang. Training? Verboten. Zum Start in die neue Saison am 15. Juli unter dem neuen Coach Piotr Przybecki hätte Klockmann nur eingeschränkt mitmachen können. „Ich will da aber nicht bei Null anfangen, möchte gesund und fit in die Saison reingehen, auch weil es meine letzte ist.“ Denn sein Vertrag läuft im Sommer 2020 aus. Eine Verlängerung ist für den selbstständigen Fotografen (Clockwork Fotografie) derzeit kein Thema.

Alexander Haß aus der U23 des VfL Bad Schwartau rückt ins Zweitliga-Team nach. Quelle: Agentur 54°

Mallwitz im Blickpunkt, Haß rückt nach

Für das Saisonfinale rückt so Marino Mallwitz in den Blickpunkt, der sich zuletzt die Spielanteile mit Klockmann ohnehin schon geteilt hatte. „Marino hat das super gemacht. Ich bin mir sicher, das wird auch so in den letzten vier Spielen sein. Da mache ich mir überhaupt keine Gedanken“, sagt Klockmann. Als Nummer zwei springt Alexander Haß (20) aus der VfL-Reserve ein. Der Keeper, der von seinem U23-Coach „Tiffy“ Schlegel zuletzt stets gute Kritiken erhalten hat, geht damit in die Saison-Verlängerung. Denn die Oberliga-Serie ist vorbei. Für Haß selbst ist es auch ein verlängerter Abschied. Er hat seinen VfL-Austritt zum 30. Juni bereits erklärt, ist beim Drittligisten HSG Ostsee im Gespräch. Im übrigen trägt sich nach dem Abstieg fast die komplette U23 mit Abwanderungsgedanken.

Claasen über TVE-Platz 13 verwundert

Zurück zu Emsdetten, KlockmannsAbschiedsspiel“: „Da ist es immer schwer. Sie haben eine gute erste Sieben, bekommen den Spagat zwischen Disziplin und Kreativität oft gut hin“, sagt Claasen. Verwundert sei er aber über Tabellenplatz 13. „Die haben mehr Potential.“ Klockmann: „Emsdetten fehlte die Konstanz, deshalb rechnen wir uns da schon etwas aus.“

Restliche VfL-Spiele

Sa., 11. Mai, 19.00: TV Emsdetten (Auswärtsspiel)

Sa., 18. Mai, 19.30: TV Großwallstadt (Auswärtsspiel)

Fr., 24. Mai, 19.30: HSV Hamburg (Heimspiel) (Partie mit 2176 verkauften Tickets seit Wochen ausverkauft)

Sa., 1. Juni, 18.00: HC Elbflorenz (Auswärtsspiel)

Sa., 8. Juni, 18.00: ASV Hamm-Westfalen (Heimspiel) (bisher 1700 Tickets verkauft)

Jens Kürbis

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