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VfL Lübeck-Schwartau Wie sich Gegner Coburg gegen den Ostsee-Fluch wehren will
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Wie sich Gegner Coburg gegen den Ostsee-Fluch wehren will
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19:25 06.12.2019
November 2018: Fynn Ranke setzt sich am Coburger Kreis durch. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Niendorf, das beschaulich-schmucke Örtchen, Jan Gorr kennt es wie seine Westentasche. Den Trainer der Coburger Zweitliga-Handballer zieht es schon seit Jahren an die Ostsee, „so zehn bis zwölf Tage im Jahr. Hier kann ich mein Hobby ausleben.“ Gorr ist passionierter Angler. Niendorf, Travemünde, Brodtener Ufer – in der Lübecker Bucht kennt er alle Plätze. „In Niendorf habe ich meine Leidenschaft fürs Angeln entdeckt“, erzählt der 41-Jährige. „Das Schönste sei aber, „wenn ich mit dem Boot mit rausfahren kann“. In diesem Sommer hatte er so elf kapitale Dorsche am Haken. Jetzt ist Gorr zurück an der Küste, in neuem, aber dennoch vertrautem Revier. In der Hansehalle will er im fünften Anlauf mit Coburg zum ersten Mal Punkte angeln (Fr., 19.30 Uhr).

Alle Spiele, alle Ergebnisse und die Toptorschützen – die Saison 2019/20 des VfL Lübeck-Schwartau in der großen Bilder-Rückschau.

Angler Gorr: „Wird trotzdem hammerhart“

Und vieles spricht dafür. Die Oberfranken reisen als Spitzenreiter an. Der VfL Lübeck-Schwartau steckt in der Krise (Platz 13). Die „Hansehölle“ hat ihren Schrecken verloren (fünf Minuspunkte). Hinzu kommt noch die dramatische Verletzungsmisere. „Es wird trotzdem hammerhart, Lübeck bleibt ein heißes Pflaster“, steuert Gorr gegen. Die VfL-Misere kommt für ihn keineswegs überraschend. „Schwartau hat die letzten Jahre extrem vom eingespielten Kern profitiert. Da haben sich alle blind verstanden. Mit einem neuen Trainer kommen neue Leute, neue Ideen. Das braucht Zeit. Plus die personellen Ausfälle, dann ist die Erklärung schnell gefunden.“

Przybecki: „Rollen sind klar verteilt“

Konnte noch nie in Lübeck gewinnen: HSC-Trainer Jan Gorr. Quelle: 54°/Felix König

Handball-Euphorie in Coburg

Für Coburg ist es die, sich an der Spitze festzusetzen. Doch von Aufstieg spricht im Team (noch) keiner, im Umfeld aber schon. „Klar, dass die Fans aus dem Häuschen sind“, sagt Gorr, „aber wir wissen das schon einzuschätzen. Es ist eine schöne Momentaufnahme, die wir gern länger festhalten wollen. Gerade in der Liga, die so ausgeglichen ist, bist du jedes Wochenende extrem gefährdet.“ Dennoch ist die Euphorie unterhalb der Veste, einer der größten Burganlagen Deutschlands, spürbar. Der Zuschauerschnitt bei Heimspielen ist auf mehr als 2800 gestiegen, gegen Eisenach kamen zuletzt 3300. Mit einem Etat von um die 2,5 Millionen Euro, inklusive Jugendarbeit, zählt der HSC zu den Topvereinen der Liga. Das vor allem dank der Huk-Coburg. Die Versicherung firmiert seit 2003 als Hauptsponsor, ist auch Namensgeber für die 2011 eröffnete Multifunktionsarena. Die Region ist nach dem Intermezzo 2015/16 wieder heiß auf Erstliga-Handball.

Gorr will Ostsee-Fluch besiegen

Doch Gorr tritt trotz auf die Bremse. „Das ist eine herausragende Zwischenbilanz, den Weg wollen wir weitergehen.“ Den Ostsee-Fluch in Lübeck zu besiegen, ist dabei für ihn im Dezember die Schlüsselaufgabe. Mit seinen Jungs ist er bereits am Donnerstag an die Küste gereist, übernachtet – ganz klar – in Niendorf. Es ist ja sein Revier.

Vor dem Spiel

Anwurf:Freitag, 19.30 Uhr, Hansehalle Lübeck.

Tickets: 1 700 bisher verkauft; Abendkasse: ab 18 Uhr, Hallenöffnung: 18.30 Uhr.

Bisherige Spiele:8 (5 VfL-Siege, 1 Remis, 2 Niederlagen).

Vorjahr: LübeckCoburg 28:22, CoburgLübeck 23:28.

Info Coburg:Spitzenreiter; 22:6-Punkte; zweitbester Angriff der Liga (29,5 Treffer im Schnitt); Auswärtsbilanz: 3 Siege (in Dormagen, Dresden, Konstanz) und 3 Niederlagen (in Aue, Hüttenberg, Bietigheim); bester Werfer: Rechtsaußen Florian Billek: 106/49 Treffer.

Einlaufkinder:MTV Lübeck (männliche Jugend E).

Rahmenprogramm: TLC-Cheerleader.

Von Jens Kürbis

Zum Spiel gegen Spitzenreiter Coburg am Freitag gibt es eine frohe Botschaft: Jan Schult ist nach seinem K.o. im Rimpar-Spiel wieder fit. Außerdem hofft der VfL, dass die magische Zahl von 2000 Zuschauern geknackt wird.

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