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VfL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck-Schwartau: Start bei der Wundertüte der Liga
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18:13 23.08.2019
VfL-Trainer Piotr Przybecki stimmt seine Jungs ein. Der Vorjahresfünfte Lübeck-Schwartau will zum Auftalkt in Krefeld punkten. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Krefeld und Handball? Piotr Przybecki zuckt nur mit den Schultern. 17 Jahre hat der 47-jährige Ex-Profi in der Bundesliga gespielt, ist kreuz und quer durch Handball-Deutschland gereist, doch Krefeld war ihm bis vor kurzem fremd. „Da fallen mir höchstens die Pinguine ein.“ Der Eishockey-Erstligist ist neben Fußball-Drittligist KFC Uerdingen, DFB-Pokalsieger von 1985, das sportliche Aushängeschild der Rheinländer. Die Handballer wollen es nach ihrem Aufstieg erst werden. So kommt es für Coach Przybecki und den VfL Lübeck-Schwartau am Samstag zu einer Premiere (19 Uhr/sportdeutschland.tv).

Karte mit den Spielorten der Handball-Bundesliga 1970/1971. Quelle: imago

Feldhandball-Meister 1966 und 1968

Krefeld und Handball. „So ganz neu ist das nicht. Da gibt es schon eine Historie“, klärt HSG-Kommunikationschef Andre Schicks auf und meint damit den Stadtteilverein TV Oppum, den deutschen Feldhandball-Meister von 1966 und 1968, der bis 1971 auch in der Halle erstklassig war. In der Zeit spielte Oppum mehrfach gegen den VfL Bad Schwartau, verlor dabei nach einem 13:13 im Hinspiel zuletzt im Januar 1971 mit 12:20 in Lübeck. Danach gab es mehr als vier Jahrzehnte ein Handball-Vakuum in der Stadt. Das füllt jetzt die vor sieben Jahren neu gegründete HSG. Seit der Fusion von Adler Königshof und Bayer 05 Uerdingen, dem Umzug in die bis zu 3000 Zuschauer fassende Glockenspitzhalle (Schicks: „Die wurde in den 1970ern für den Handball gebaut“) geht es am Niederrhein aufwärts.

In den 196oern war Krefeld noch eine Handball-Hochburg – der TV Oppum war zweimal deutscher Feldhandball-Meister. Quelle: imago images.

Erstmals vier Profis im Team

Nach dem souveränen Aufstieg – in der Relegation gegen Empor Rostock – ist die Handball-Euphorie groß. Daran ändert auch die überraschende Kündigung von Trainer Ronny Rogawska im Juni nichts. Im Isländer Arnar Gunnarsson wurde Ersatz gefunden. „Doch die Kündigung hat uns schon schwer getroffen. Wir wurden in der Vorbereitung drei Wochen zurückgeworfen“, gibt Schicks zu. Mit acht neuen Spielern, darunter erstmals vier Vollprofis – dem Spanier Toni Sario (Rückraum), Ungarn-Keeper Norman Toth, Kroaten-Kreisläufer Josip Cutura und Spielmacher Sebastian Schöneseiffen aus Gummersbach – und dem kleinsten Etat der Liga (Schicks: „Wir liegen bei 720 000 Euro“) peilen die „Eagles“ den Klassenerhalt an. „Wir sind gekommen, um zu bleiben. Wir werden wie die Löwen um jeden Punkt kämpfen und ihn feiern wie den Aufstieg“, kündigt Geschäftsführer Thomas Wirtz an. Doch Fakt ist: Die Adler, sie sind die größte Wundertüte der Liga, die große Unbekannte.

Waschul: „Halle, Mannschaft – das ist alles neu für uns“

Auch für VfL-Käptn Martin Waschul: „Ich kenne ein, zwei Spieler. Dann haben wir sie noch zweimal auf Video gesehen, das war’s. Halle, Mannschaft – das ist alles neu für uns“ Unbehagen bereitet ihm das aber nicht. „Wir haben genügend Qualität, um da zu bestehen, dürfen Krefeld nur nicht das Gefühl geben, dass für sie etwas zu holen ist.“ Nach der knochenharten Vorbereitung („Jeder ist froh, dass die vorbei ist“) macht ihm vor allem das Pokalspiel gegen Gummersbach Mut: „Da hat jeder gesehen, dass es geht. Der Wille, die Bereitschaft das muss uns tragen – und die Abwehr.“ Denn Waschul ist klar: In der Vorbereitung lief nicht alles rund. „Wir waren nie komplett, haben noch unsere spielerischen Defizite, unsere Probleme im Angriff. Das wird die nächsten Wochen noch so sein.“ Denn das Rückraumduo Genda/Potic ist noch nicht fit. Auch Jan Schult und Thees Glabisch werden fehlen. „Sie trainieren zwar jetzt mit, doch das wird frühestens nächste Woche im Heimspiel gegen Gummersbach etwas“, sagt Przybecki, der sich auf die Premiere Krefeld und Handball freut: „Ein Aufsteiger zum Start ist immer etwas Besonderes.“

Der 1. Spieltag

2. Handball-Bundesliga

Samstag:

GummersbachTuSEM Essen 18.30

TuS N-LübbeckeRimpar Wölfe19.00

KrefeldVfL Lübeck-Schwartau 19.00

HSC Coburg – TV Emsdetten19.30

FerndorfHSV Hamburg 19.30

Hüttenberg – HSG Konstanz19.30

TSV Dormagen – EHV Aue19.30

Sonntag:

Bietigheim – ASV Hamm17.00

HC ElbflorenzThSV Eisenach 17.00

Von Jens Kürbis

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