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VfL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck-Schwartau bezwingt EHV Aue nach toller Aufholjagd mit 28:24
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck-Schwartau bezwingt EHV Aue nach toller Aufholjagd mit 28:24
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22:37 29.03.2018
Riesenjubel beim VfL Lübeck-Schwartau nach dem Spiel.
Riesenjubel beim VfL Lübeck-Schwartau nach dem Spiel.  Quelle: Felix König
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Lübeck

Mit Bällen, Jacken und Klister bepackt, kam Antonio Metzner in den Kabinengang und warf den Haufen erleichtert in die Ecke: „Das ist ja noch einmal gut gegangen. In der ersten Halbzeit hat ja gar nichts geklappt. Doch wir haben nie aufgegeben.“ Co-Trainer Gerrit Claasen pflichtete ihm bei: „Das war ein emotionaler Sieg der Mannschaft.“

Podpolinski schwer verletzt

Mit einem Wermutstropfen: die Verletzung von Toni Podpolinski. „Die Kniescheibe ist kurz rausgesprungen“, berichtete Mannschaftsarzt Dirk Haupt. Für eine exakte Diagnose will der Doc aber die morgige MRT-Untersuchung abwarten.

Zurück zum Spiel: Die VfL-Fans wähnten sich zunächst in der falschen Halle. Nicht Schwartau, der Tabellendritte, sondern die abstiegsbedrohten Gäste gaben das Tempo vor. Mit einer giftigen, zupackenden 5:1-Abwehr brachten sie Akerman & Co. aus dem Rhythmus. Doch das war nicht das große Manko. Das war die Abwehr. Kein Zugriff, kein Biss, keine Beinarbeit. Die Erzgebirgler nahmen die Einladung zum Osterspaziergang an. Die VfL-Quittung in Zahlen: 4:7. Da auch beide Keeper (Klockmann, Mallwitz) zunächst nicht viel anfassten, sich vorn die Fehler mehrten, beste Chancen weggeworfen wurden (Waschul, Köhler, Claasen) wurde es schnell ein Hinterherhecheln (10:13). Podpolinskis Verletzung passte ins unglückliche Bild.

Aufholjagd nach 16:20-Rückstand

„Wir sind nicht da, Aue ist viel aggressiver. Jetzt geht es nur über den Kampf“, sagte der aus dem Thailand-Urlaub zurückgekehrte VfL-Chef Michael Friedrichs zur Pause. Und so kam es auch. Doch es brauchte nach einem Zwischenhoch (16:15/38.) noch weitere zwölf Minuten und einen 16:20-Rückstand (42.), ehe der VfL und die Halle erwachten. Nach einem Foul an Thees Glabisch, einem Ranke-Tempogegenstoß und wichtigen Paraden von Keeper Marino Mallwitz (ab 20.) kam die „Hansehölle“ endlich auf Betriebstemperatur. Die Abwehr verdiente sich endlich ihren Namen, packte zu, verdichtete die Räume, fing Bälle ab. Und nach vorn ging nun auch die Post ab. Und das vor allem über die Flügelflitzer.

 

VfL-Express über Außen

Jasper Bruhn sorgte für die Führung – 22:21 (47.), für die emotionale Wende aber Thees Glabisch. Er stahl Bälle, warf, traf. Eine Augenweide, wenn er im Stile eines Sprinters seine Gegenspieler sogar mit Ball stehen ließ. Seine Konter-Tore, dazu Akermans satter Schlagwurf – und der VfL führte 25:22 (54.). Zwölf starke Minuten hatten ausgereicht, um das Spiel zu drehen. Aue nun komplett von der Rolle, ging im Schwartauer Wirbel die Luft aus. Als Glabisch – wer sonst – den Ball zum 27:23 im Netz versenkte (59.), war der Sack zu.

Und Trainer Torge Greve war zufrieden: „45 Minuten waren wir das schwächere Team. Da fehlte es an Griffigkeit, Emotionalität. Aber Hut ab, wie die Jungs die Partie noch gedreht haben.“ Dafür haben sie jetzt auch über Ostern frei.

 

Jens Kürbis

Die Statistik zum Spiel

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (1.-20./3 Paraden), Mallwitz (ab 20./8)– Glabisch 6, Lauenroth, Genda 4, Podpolinski 1, Akerman 4, Ranke 3, Waschu 1, Schult 1, Köhler, Schrader ((n.e.), Claasen 2/1, Schlichting (n.e.), Bruhn 3, Metzner 3.

EHV Aue: Töpfer (1. - 53./13 Paraden) Wetzel (ab 53./1) – Schäfer, Meinhardt, Naumann, Roch 5, Ebert 1, Bornholm 2, Petreikis 1, Dumcius 7, Mägi, Faith 1, Jungemann 1, Pechstein 6/4.

Siebenmeter: 2/1 (Claasen scheitert an Töpfer) – 5/4 (Pechstein scheitert an Klockmann).

Zeitstrafen: 3 - 3.

Z.: 2037.

SR.: Hannes/Hannes.

Spielfilm: 3:5 (10.), 4:8 (15.), 8:9 (20.), 10:13 (26.), 12:14 (HZ) – 16:15 (37.), 16:20 (42.), 25:22 (54.), 26:23 (57.), 28:24 (Ende).