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VfL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck-Schwartau vor dem Spiel gegen EHV Aue
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck-Schwartau vor dem Spiel gegen EHV Aue
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23:10 28.03.2018
Akrobatische Einlage: Steffen Köhler ist beim VfL nicht nur die Bank am Kreis (gegen Eisenach fünf Tore), sondern auch beruflich gefordert. Der 29-Jährige arbeitet in Hamburg als IT-Trainee an der Staatskanzlei.
Akrobatische Einlage: Steffen Köhler ist beim VfL nicht nur die Bank am Kreis (gegen Eisenach fünf Tore), sondern auch beruflich gefordert. Der 29-Jährige arbeitet in Hamburg als IT-Trainee an der Staatskanzlei. Quelle: Felix König
Lübeck

Ein Spieltag in der Woche, das heißt für den Riesen im Tor und seine Jungs: Urlaub nehmen, Dienste verschieben. Oder sie kommen direkt aus der Uni oder vom Job zum Spiel. Denn bis auf die Profis Pawel Genda und Rickard Akerman sind alle „Feierabend-Handballer“.

Auch der Käptn. Martin Waschul studiert an der Fachhochschule BWL (6. Semester), absolviert aber derzeit ein Praktikum bei „SLM Solutions“. „Für den Spieltag habe ich Urlaub genommen“, erzählt er, „aber hauptsächlich, um eine Klausur zu schreiben.“ Aufstehen, der letzte Blick ins Buch, die Arbeit in „Internationales Management“ schreiben, dann ab in die Halle – so sieht seine Spielvorbereitung aus.

Für Dennis Klockmann („Clockwork Fotografie“) und Jan Schult („BS Sport“), die Selbstständigen im Team, ist sie etwas entspannter. „Kundentermine, Büroarbeit – alles habe ich weggeschaufelt. Ich will nur auf den Handball fixiert sein“, erzählt Klockmann. Auch Schult („Ich stehe sonst jede freie Minute im Sportshop“) hat frei. „Ich habe das mit meinem Partner Daniel Schwenn abgesprochen.“

Der Partner von Toni Podpolinski, Fynn Ranke, Christoph Schlichting, Sebastian Damm und Julian Lauenroth ist die Uni. Die Flügelflitzer Damm und Lauenroth sind nebenher sogar noch als Rettungsassistenten auf dem RTW unterwegs. Auch für den Rest ist es ein Spagat zwischen Job und Handball: Jasper Bruhn und Tim Claasen arbeiten bei „Natürlich Wasserbetten“, Azubi Marino Mallwitz bei der Sparkasse. Berufsoberschüler Antonio Metzner hat Ferien, büffelt aber fürs Abitur.

Steffen Köhler lebt das anspruchsvollste Programm. Der Kreisläufer mit Master in Management und Marketing arbeitet als IT-Trainee der Senatskanzlei im Bereich Dataport – und das in Hamburg. „39 Stunden die Woche, ganz normal.“ Der Tag beginnt für ihn morgens um sechs. Im Büro ist er ab sieben. Nach dem Dienst geht es dann ab nach Lübeck. Heute will er verkürzt arbeiten. „Ich komme später und gehe früher“, erzählt er schmunzelnd. Nur: Die Stunden muss er nacharbeiten. „Ich will entspannt und nicht gehetzt zum Spiel kommen“, erzählt er.

Trainer Torge Greve (als Lehrer derzeit freigestellt) weiß um die Doppelbelastung seiner Jungs: „Das ist hart, aber sie haben das bisher gut gemeistert.“ Deshalb fordert er „noch einmal 60 Minuten Leidenschaft“. Denn anschließend können Waschul & Co. vier Tage regenerieren. Die Parole: Trainingsfrei. Das Wohnzimmer (1800 Tickets weg) und eine „Höllenstimmung“ sollen dabei helfen.

Der Gegner: Aue. Nach verkorkster Hinrunde inklusive Trainerwechsel stehen die Erzgebirgler auf einem Abstiegsrang. Seit fast vier Jahren haben sie auch in der Hansehalle nicht gewonnen, wurden in der Vorbereitung vom VfL auch mit 32:24 zerlegt. „Mit dem Team haben sie nichts mehr gemein“, warnt Greve: „Sie haben sich gefunden, in Emsdetten gepunktet, Rimpar bezwungen. Allein das sagt genug.

Und sie sind kampfstark.“ Er will deshalb von seinen Jungs „einen Riesenfight“ sehen. Ob Schlichting und Damm dabei sind, ist noch ungewiss. Die Grippewelle hat beide erwischt.

VfL Lübeck-Schwartau – EHV Aue

Anwurf: Gründonnerstag, 19.30 Uhr, Hansehalle.

Tickets: 1800 im Vorverkauf weg; Abendkasse: ab 18 Uhr.

Hinspiel: Aue - Lübeck-Schwartau 28:29.

Bisherige Partien: 11 Spiele seit 2012 (6 VfL-Siege; 5 Niederlagen).

Info Aue: Platz 17; 18:38 Punkte; 803 Gegentreffer (28,67 im Schnitt; zweitschlechteste Abwehr der Liga); Auswärtsbilanz: 7:21-Punkte (2 Siege in Dessau und Hagen); 2018 erst ein Sieg in 8 Spielen; bester Werfer: Marc Pechstein (Rückraum links); 123/36 Treffer..

Einlaufkinder: TSV Süsel, SV Westerrade.

 Jens Kürbis