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VfL Lübeck-Schwartau „VfL Lübeck-Schwartau ist ein heißer Aufstiegskandidat“
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau „VfL Lübeck-Schwartau ist ein heißer Aufstiegskandidat“
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19:49 02.10.2018
Einer von fünf VfL-Siegen in Folge über Aue: Markus Hansen setzt sich gegen Jan Faith durch und überwindet Erik Töpfer. Quelle: 54°/Felix Koenig
Lübeck

Jan Schult hat ein gutes Gefühl. „Ich belaste im Training voll, habe keine Schmerzen.“ Der 32-Jährige ist fit für sein Comeback, sein erstes Punktspiel. Das Spiel gegen den EHV Aue ist ein später Einstieg. Verletzungsfrei durch die harte Vorbereitung gekommen, war Schwartaus Dienstältester in seinem zwölften VfL-Jahr zu alter Form aufgelaufen. Die Torfabrik lief auf Hochtouren, ehe sie fünf Tage vor dem Saison-Auftakt das Stopp ereilte. Der Rückraumlinke hatte sich beim Athletiktraining eine Meniskusverletzung zugezogen. Es folgten Operation, Reha, Physiotherapie, erste Einheiten mit dem Team. Jetzt ist er zurück. „Für zehn Minuten pro Halbzeit sollte die Luft reichen“, gibt sich Schult vorsichtig. Auch Trainer Torge Greve tritt auf die Bremse: „Es ist schön, ihn als Option zu haben. Er wird für die notwendige Entlastung sorgen. Mehr aber nicht, wir wollen ihn ja nicht verheizen.“

Jubeln in der Hansehalle: Der VfL hat seit April in seinem „Wohnzimmer“ in Lübeck nicht mehr verloren. Quelle: 54° / Felix Koenig

Letzte Heimniederlage ist fünf Monate her

Schult und Greve sind sich indes über eines einig – den Ausgang des Spiels: Nur ein Sieg zählt. „Wir wollen ja oben dran bleiben“, sagt Greve. Wohlwissend, dass in der Englischen Woche (Nettelstedt, Aue, Nordhorn) die Erzgebirgler der leichteste Part sind. Für Greve ist aber entscheidend, „dass wir ein Heimspiel haben. Siege zu Hause sind das Fundament für eine gute Abschlussplatzierung.“ Schult spricht Klartext: „Alles andere als ein Sieg wäre enttäuschend. Wir haben zu Hause in fast anderthalb Jahren nur zweimal verloren. Und das soll so bleiben.“ In der Tat, ist die VfL-Heimbilanz eine der ligabesten, die Hansehalle eine der Festungen. In mehr als 16 Monaten gelang es nur Rimpar und Emsdetten, sie einzunehmen. Die letzte Heimniederlage, das 24:25 gegen den TV Emsdetten, ist rund fünf Monate her.

Aue wieder im Abstiegskampf

Auch Aue-Manager Rüdiger Jurke weiß um die Qualitäten: „Wir sind in Lübeck klarer Außenseiter.“ Mehr noch: Für ihn ist der VfL „einer der heißen Kandidaten für den Aufstieg“. Zudem weiß er um die Probleme im eigenen Team. Zwei langzeitverletzte Stammspieler (Paraschiv, Brykner), zuletzt zwei Ein-Tore-Niederlagen, das Abrutschen auf Platz 15. Das sorgt für Verunsicherung. Die Erzgebirgler, die bereits am Dienstagabend in den Norden reisten, in der Nähe von Wismar ein Hotel bezogen, stecken wieder im Abstiegskampf. Doch Jurke gibt sich trotzig: „Wir haben in Lübeck oft gut gespielt, haben eine Chance.“ Nur: Seit mehr als vier Jahren gab es für den EHV in der Hansehalle nichts zu holen.

Dezember 2015: Dadi Runarsson (mit Ball) verliert mit Aue in Lübeck 21:23. Jetzt spielt der Isländer im VfL-Trikot. Quelle: Felix König

Greve: „Nur eine Topabwehr reicht nicht“

Greve interessiert das nicht. Er ist kein Freund der Zahlen-Spielereien. Das aktuelle Auer Team sei ohnehin ein anderes. „Sie haben einen Art Kulturwandel hinter sich.“ Früher war das Spiel isländisch geprägt. Mittendrin: VfL-Neuzugang Dadi Runarsson, der in seinen vier EHV-Jahren seine ersten Zweitliga-Schritte setzte. Jetzt sind die Leistungsträger Baltikum-Importe. Das zeigt sich vor allem offensiv. Greve: „Aue spielt deutlich schneller, ist torgefährlicher.“ Rund 29 Treffer pro Partie belegen das. Schwerstarbeit für die VfL-Abwehr. Greve setzt auf sein Prunkstück: „Auf die Abwehr können wir uns verlassen.“ Mehr noch geht es ihm aber um die Balance. „Nur eine Top-Abwehr, wie zuletzt in Lübbecke, reicht nicht. Wir müssen es auch vorn hinbekommen, die Balance stimmt noch nicht.“

Ein VfL-Spieler muss pausieren

Die Schult-Rückkehr soll dabei helfen. Mit der Rückkehr seines Torjägers hat Greve zudem die Qual der Wahl. Bis auf Linksaußen Thees Glabisch („Er braucht noch zwei Wochen“) hat er jetzt 17 Spieler, auf die er setzen kann. Fakt ist: Einer muss pausieren. Wer, das will er nicht sagen: „Das entscheide ich mit dem Co-Trainer.“ Es sei zwar nicht angenehm, dies demjenigen mitzuteilen, „aber ich bin auch glücklich über die Qualität. Jeder weiß, dass er Gas geben muss, um in den Kader zu kommen.“

Vor dem Spiel

Anwurf: Mittwoch, 16.30 Uhr, Hansehalle Lübeck.

Tickets: 1450 Karten bisher verkauft; Abendkasse: ab 15 Uhr.

Bisherige Begegnungen: 12 Spiele seit 2012; 7 VfL-Siege, 5 Niederlagen.

Letzte Saison: LübeckAue 28:24; AueLübeck 28:29.

Info Aue: Vorjahres-15.; aktuelle Platzierung: Rang 15, 4:8-Zähler; verletzt: Rückraumrechter Ladislav Brykner (Plantarsehnenriss im Fuß) und Spielmacher Sebastian Paraschiv (Kreuzbandriss); bester Werfer: Eric Meinhardt (Spielmacher): 48/29 Treffer.

Auflaufteams: TuS Lübeck (männliche E und Mini Mix).

Aktion: Showeinlagen der TLC Cheerleader (künftig bei jedem Heimspiel).

Jens Kürbis

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