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VfL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck-Schwartau kontra HSV: „Ein Derby spielt man nicht . . .“
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck-Schwartau kontra HSV: „Ein Derby spielt man nicht . . .“
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19:56 23.05.2019
Schwartauer Jubel in Hamburg. Im Hinspiel siegten Jan Schult & Co. vor 400 mitgereisten Fans 21:18. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Ein kurzer Video-Rückblick, ein Kick zur Erwärmung, danach Tempogegenstöße und drei, vier taktische Varianten – das war’s. Nach gut einer Stunde war die Einstimmung der Lübeck-Schwartauer Handballer auf das Zweitliga-Derby gegen den HSV Hamburg (Fr., 19.30 Uhr) vorbei. „Für das Spiel muss man keinen extra motivieren“, sagt Trainer Jörg Engelhardt und meint damit nicht nur die Nähe, die 67 Kilometer, die zwischen beiden Hallen liegt.

Der VfL Bad Schwartau ist Teil der HSV-Historie – der größte VfL-Erfolg, der Abschied, das Pokalspiel 2010 und das erste Zweitligaspiel in Bildern.

2002: Bundesliga zieht nach Hamburg

Denn da ist noch die besondere Historie, die Erinnerungen an den 25. Mai 2002. Nach 26 Jahren verabschiedete sich die Handball-Bundesliga aus Lübeck. Das Erstliga-Team wanderte nach Hamburg aus – mit Spielern, Management – und Schulden. Was blieb, war „verbrannte Erde bei Sponsoren und Partnern“, erinnert sich VfL-Manager Michael Friedrichs. Schwartau startete in der Regionalliga neu, hatte anfangs nur einen Trainer (Jens Lüdtke), einen sportlichen Leiter (Friedrichs) und einen Torhüter (Engelhardt). „Machen wir uns nichts vor, das ist ein besonderes Spiel, gerade für die Fans. Das steckt noch tief drin“, sagt Friedrichs.

25. Mai, 2002, Hansehalle Lübeck: VfL-Manager Olaf Knüppel erklärt nach dem letzten Bundesliga-Spiel der Schwartauer den Umzug nach Hamburg und wird von den Fans gnadenlos ausgepfiffen. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Schult: „Spiel ist überall Thema“

Auch Jan Schult (32), der Hamburger Jung, der dienstälteste VfLer mit HSV-Vergangenheit, freut sich „tierisch auf das Spiel. Es ist auch überall Thema.“ In seinem Sportgeschäft, beim Einkaufen – „überall werde ich angesprochen, wird mir viel Glück gewünscht“. Auch in der Mannschaft spüre man, „dass alle richtig Bock haben“. Und das, obwohl für beide Teams die Saison (eigentlich) gelaufen ist. Der VfL hat Platz fünf manifestiert, der HSV mit dem 30:20 gegen Hagen den Klassenerhalt perfekt gemacht. Schult war am Sonntag mittendrin unter den 3365 Fans in der Alsterdorfer Halle: „Das war ’ne coole Sache. Ich habe mich für die HSV-Jungs gefreut. Das gibt auch in der neuen Saison zwei knackige Derbys.“

Szene aus dem Hinspiel: Lukas Ossenkopp kann Schwartaus Steffen Köhler nicht stoppen. Quelle: Agentur 54°

HSV: Zuschauer-Krösus der Liga mit Top-Etat

Auch wenn HSV-Vize Martin Schwalb sein Team immer noch im Lernmodus sieht – der Neuling Handball Sportverein Hamburg (HSVH) ist in der 2. Liga längst angekommen. Mit einem Zuschauerschnitt von 3541 Fans ist er sogar der Krösus – mit Abstand. Mit gut 120 Förderern und der „MultiBank-Group“ als Hauptsponsor wurden im Premierenjahr zudem zwei Millionen Euro bewegt – damit liegt der HSV unter den Top 5 der Liga. Langfristig wollen die Hamburger mit ihrem Vermarkter Lagardere auf 350 Partner kommen. Zum Vergleich: Der VfL, der bisher auf einen Zuschauerschnitt von 1961 Fans kommt, hatte rund 1,2 Millionen Euro im Topf, gespeist von rund 100 Partnern. „Das kann man schwer vergleichen. In Hamburg musst du immer ein größeres Rad drehen. Alles ist teurer“, sagt Schwalb.

6. Februar 2010: Der HSV bezwingt mit „Vortänzer“ Pascal Hens und dem jetzigen Trainer „Toto“ Jansen (2.v.l.) den VfL in Lübeck im Pokal-Viertelfinale mit 36:29. Quelle: Fishing4

Friedrichs: „Von wegen die Luft ist raus“

Jetzt steigt Derby Nummer drei. Mit gut 200 Fans kommt der HSV nach Lübeck. Das Spiel ist mit 2176 Zuschauern längst ausverkauft. „Ich freu’ mich drauf“, sagt Friedrichs, der selbst unzählige Karten-Anfragen erhalten hat. „Von wegen Luft raus“, sagt Friedrichs, „Derby ist Derby.“ Seine Ansage: „Ein Derby spielt man nicht, das gewinnt man.“ So wie im Hinspiel . . .

Vor dem Spiel

Anwurf: Freitag, 19.30 Uhr, Hansehalle.

Tickets: Spiel ist ausverkauft (2176 Zuschauer); keine Abendkasse.

Hinspiel: HSV HamburgVfL Lübeck-Schwartau 18:21.

Bisherige Spiele: 2 (zuvor im DHB-Pokal am 6.2.2010; VfL – HSV 29:36).

Infos HSV: Aufsteiger; Platz 11; 33:37-Punkte; Klassenerhalt gesichert; Auswärtsbilanz: 17 Spiele (4 Siege, 2 Remis, 11 Niederlagen). Bester Werfer: Lukas Ossenkopp (150/68 Treffer); verletzt: Keeper Aron Edvardsson und Ersatz-Torhüter Lukas Baatz, Kreisläufer Marius Fuchs.

Einlaufkinder: VfL Bad Schwartau (Fußball, D-Jugend).

Aktionen: Aftermatch-Party mit Live-Musik im Foyer (bis 0 Uhr).

Jens Kürbis

Die Hansehalle ist zum siebten Mal in dieser Saison ausverkauft – und das schon seit Monaten: Der VfL Lübeck-Schwartau erwartet am Freitag den HSV Hamburg zum Derby (19.30 Uhr). Käptn Martin Waschul ist wieder fit. Beim HSV fehlt Isi-Keeper Aron Edvardsson.

22.05.2019

Die Zweitliga-Handballer des VfL Lübeck-Schwartau erkämpfen sich beim TV Großwallstadt ein 25:25 (12:15). Jan Schult trifft 14 Sekunden vor Schluss. Der VfL ist unter dem neuen Trainer-Duo Gerrit Claasen/Jörg Engelhardt seit sechs Spielen in Folge unbezwungen.

18.05.2019

Der VfL Lübeck-Schwartau gastiert am Samstag beim TV Großwallstadt (19.30 Uhr). Für Antonio Metzner und Sebastian Damm ist es vertrautes Handball-Land. Der VfL spielt ohne fünf Stammkräfte. Neu: Markus ansen fällt wohl bis zum saisonende aus.

17.05.2019