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VfL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck-Schwartau: Unerklärlicher Einbruch nach der Pause
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck-Schwartau: Unerklärlicher Einbruch nach der Pause
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22:55 05.04.2019
Jonas Ottsen, Marcel Möller, Antonio Metzner und Jasper Bruhn (v.l. sind niedergeschlagen. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Abpfiff. Jan Schult knallt sein Tape wütend neben die Bank. Er ist stinksauer. Toni Podpolinski schüttelt nur mit dem Kopf: „Mir fehlen die Worte, das ist unfassbar. Das war nach der Pause unterirdisch.“ Mit einer desaströsen zweiten Halbzeit wirft der VfL Lübeck-Schwartau den 13. Heimsieg weg, verliert gegen den TV Hüttenberg nach einer 14:9-Pausenführung mit 19:21. „Nur fünf Treffer nach der Pause, das sagt alles. Ich kann es nicht erklären“, rätselt Podpolinski, während Hüttenberg über den ersten Sieg überhaupt in Lübeck jubelt.

Schult 30 Minuten überragend

Die Partie in der mit 1942 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Hansehalle begann 15 Minuten später. Die Gäste, sie waren im Stau hängengeblieben. Die lange Bustour, sie steckte dem „Original in Mittelhessen“ zunächst noch in den Gliedern. Denn der VfL wirkte wacher, bissiger, hungriger – und das vom Anwurf weg. Allen voran Jan Schult. Der „Bulle von Schwartau“, das Kraftpaket, riss in der Offensive das Spiel an sich. 4:2 (9.), 7:4 (13.), 11:6 (23.) – das „Hey, Jan, hey!“ der Fans, es wurde zum Hit in Halbzeit eins. Acht Würfe, sieben Treffer in 25 Minuten. Überragend. Der 32-jährige Dauerbrenner, der auch mit Anspielen an den Kreis (Möller, Metzner) glänzte, stand dazu noch seinen Mann in der Abwehr. Im Mittelblock mit Steffen Köhler vertrat er Martin Waschul bestens. Der Käptn war zwar im Kader, „aber nur als Abschreckung. Waschi war nach seiner Mandelentzündung noch nicht wieder fit“, erklärte Coach Gerrit Claasen. Als sich Spielmacher Markus Hansen kurz vor der Pause durchtankte, zum 14:9 traf, war alles im grünen Bereich.

Jan Schult trifft neunmal – doch es reichte nicht. Quelle: Agentur 54°

Taktische Wechsel gehen nicht auf

„Alles war gut, auch taktisch haben wir alles umgesetzt, hätten sogar mit sechs, sieben Treffern führen müssen“, sagte Claasen, Doch was danach folgte, trieb ihm den Schweiß auf die Stirn. In der Defensive neu sortiert (mit Podpolinski und Bruhn), „wollten wir ohne Wechsel Tempo reinbringen. Doch das ist nicht aufgegangen“, gestand Claasen ein. Das bis dato schöne VfL-Gesamtkunstwerk, es verlor mit jeder Minute mehr an Glanz. Vorn gingen Bälle verloren, wurden beste Chancen weggeworfen (Glabisch). Die Abwehr – ein Schweizer Käse.

VfL mit 1:6-Einbruch

Die Leichtigkeit, sie war verflogen. Und nach 37 Minuten der Vorsprung auch,. Die Partie war nach einem 1:6-Lauf beim 15:15 wieder offen. „Das war indiskutabel“, sagte Keeper Dennis Klockmann. „Wir haben da den Kopf völlig verloren“, fand Schult. Und Claasen analysierte: „Das war ab da ein ganz anderes Spiel. Vorn sind wir in die Fehlertöpfe reingelaufen, waren unsicher beim Wurf, Fehler haben sich gehäuft.“ Es wurde ein Kampf, ein Krampf. Der VfL hielt sich mit Einzelaktionen vorn. Etwa mit Schults Doppelpack zum 18:16 (43.).

VfL-Chef Friedrichs: „Nach der Pause eine Katastrophe“

Nach 49 Minuten half auch das nicht mehr (18:19). Schwartau war nun komplett von der Rolle. Torwartwechsel, Umstellung auf 5:1 – nichts half. Als Hüttenbergs Schwede Markus Stegefelt (7 Treffer) zum 21:18 (53.) netzte, Glabisch erst per Siebenmeter und dann per Konter (57.) scheiterte, selbst der Wurf ins verwaiste Hüttenberger Tor ausblieb, konnte nur noch ein Wunder helfen. Doch das blieb aus.

Geschäftsführer Michael Friedrichs fassungslos: „Das war sehr ernüchternd, nach der Pause eine Katastrophe.“ Auch für Klockmann: „Dass wir das Spiel so hergeben, ich verstehe es nicht.“

Saison 2018/19 – die Heimspiele des VfL in Bildern: Tore, Matchwinner und Zuschauer

Ostern beim Tabellenzweiten Coburg

Nach der Länderspielpause geht es dann am Ostersamstag zum Tabellenzweiten nach Coburg. Eine Mission Impossible, eine unmögliche Mission? Der HSC hat in 13 Heimspielen erst einmal verloren – 29:30 gegen Essen im Oktober 2018. Und der letzte VfL-Sieg in Coburg ist etwas mehr als vier Jahre her.

Die Statistik zum Spiel

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (1. – 37./ab 53. 6 Paraden), Mallwitz (37. – 53./1) – Glabisch 2/1, Ottsen, Podpolinski 1, Hansen 1, Ranke, Waschul, Schult 9, Köhler 1, Schrader, Kretschmer, Möller 1, Bruhn 1, Metzner 2.

TV Hüttenberg: Lorenz (1. – 23./1 Parade), Böhne, Weber (ab 23./5) – Prieto, Sklenak, Lambrecht 1, Wernig 1, Rompf 1, Chalepo, Johannsson 4, Stegefelt 7/1, Mubenzem 1, Hahn 1, Zintel 4, Klein 1.

Siebenmeter: 2/1 (Glabisch scheitert an Weber)– 1/1

Zweiminuten: 2 (Metzner, Bruhn) – 3 (2xJohannsson, Hahn)

SR.: Krüger / Schmidt

Zuschauer: 1942 in der Hansehalle Lübeck.

Spielfilm: 3:0 (5.), 3:2 (7.), 8:4 (15.), 9:5 (20.), 11:8 (25.), 13:9 (28.), 14:9 (HZ) – 15:11 (33.), 15:15 (37.), 18:16 (43.), 18:20 (51.), 19:21 (58.).

Jens Kürbis

Der TV Hüttenberg kommt am Freitag in die Hansehalle: Die Zweitliga-Handballer des VfL Lübeck-Schwartau hoffen auch im fünften 2019-Heimspiel auf mehr als 2000 Zuschauer. Auch auf die nächsten Partien gibt es einen Ticket-Run. Das HSV-Spiel Ende Mai ist bereits ausverkauft.

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