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VfL Lübeck-Schwartau Raguse kommt, Ottsen geht
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Raguse kommt, Ottsen geht
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19:00 13.04.2019
Mex Raguse im Trikot des ASV Hamm. In 22 Spielen warf er 40 Tore für die Westfalen, künftig geht er für den VfL Lübeck-Schwartau auf Torejagd. Quelle: imago
Lübeck

Der VfL Lübeck-Schwartau vollzieht für die kommenden Saison einen Personaltausch im linken Rückraum. Mit Mex Raguse verpflichtete der Handball-Zweitligist jetzt einen wurfstarken Rechtshänder aus der Nachwuchsschmiede der Füchse Berlin, der zuletzt beim ASV Hamm spielte. Im Gegenzug wird Jonas Ottsen den Verein nach nur einem halben Jahr wieder verlassen.

Zwei-Jahres-Vertrag für Junioren-Nationalspieler

Mex Raguse im Publikum der Hansehalle beim VfL-Heimspiel gegen Nordhorn-Lingen. Quelle: Agentur 54°

Raguse bestätigte gegenüber den LN: „Ja, es stimmt, wir haben uns auf einen Zwei-Jahres-Vertrag geeinigt.“ Vor drei Wochen war der 19-Jährige beim VfL-Spiel in der Hansehalle gegen Nordhorn-Lingen gesehen worden, jetzt steht fest, dass der Junioren-Nationalspieler ab 1. Juli zum Team des neuen Trainers Piotr Przybecki gehört (der inzwischen nicht mehr polnischer Nationalcoach ist). „Das Spiel gegen Nordhorn hat mich überzeugt. Am meisten erstaunt war ich über die Emotionalität im Team. Ich bin ja eher ein introvertierter Typ, aber da lässt man sich gerne mitreißen. Und natürlich die Stimmung in der Halle – das war richtig stark.“ Zudem habe Przybecki, der das Team im Sommer übernimmt, ihn mit seiner Spielidee überzeugt. „Er will das VfL-Spiel schneller machen, und ich bin ja auch recht schnell auf den Beinen.“

Aktuell ist Raguse wieder in seiner Heimatstadt Berlin, hält sich dort bei der Zweiten der Füchse fit, geht zusätzlich in die „Muckibude“. Am Samstag hatte er sich schon vor dem A-Länderspiel gegen Polen am Vormittag das Testspiel der U21-Nationalmannschaft gegen Tschechien im Livestream angesehen. Drei Länderspiele bestritt er selbst in dem DHB-Nachwuchsteam, doch dann kam „die Sache mit Hamm“, und Bundestrainer Martin Heuberger machte ihm klar, dass er ohne Spielpraxis keine Rolle mehr spielt – somit auch die U21-WM im Sommer in Spanien ohne ihn stattfinden wird. „Ich habe zwar schon in der U17 für den DHB gespielt, aber nie ein großes Turnier“, bedauert Raguse, dessen sportliche Highlights somit drei Jugend-Meisterschaften mit den Füchsen sind. „Die Sache mit Hamm will er nicht weiter kommentieren. Im Sommer 2018 aus der Füchse-A-Jugend dorthin Hamm gewechselt, wollte der ASV mit dem Rückraumlinken (40 Tore in 22 Spielen) verlängern. Doch als ein unterschriftsreifer Vertrag vorlag, habe Raguse plötzlich nachverhandeln wollen, heißt es vom Verein – der den Youngster daraufhin freistellte. „Das ist ihre Sichtweise. Es gibt noch eine B-Version“, betont der Ausgebootete. „Aber ich will das jetzt hinter mir lassen.“

Friedrichs: „Eines der größten deutschen Talente“

VfL-Geschäftsführer Michael Friedrichs freute sich über die Verpflichtung, mit der „der VfL wieder einmal seinem Ruf als Talent-Fischer gerecht geworden“ sei. „Mex Raguse ist eines der größten deutschen Talente und hat sein extrem großes Potenzial schon in der Jugend und auch im ersten Herren-Jahr in Hamm bewiesen.“

Raguse betont: „Ich freue mich jetzt auf Lübeck.“ Eigentlich könne er zwar jetzt schon übersiedeln und sich auch beim VfL fit halten. „Aber das würde nur Sinn machen, wenn Piotr jetzt schon der Trainer wäre, ich dann früher sein Spielsystem verinnerlichen könnte.“ Stattdessen treibt er in Berlin sein BWL-Studium (6. Semester) voran, wird auch während der VfL-Zeit zu den Präsenzterminen in die Hauptstadt pendeln. „Das ist so abgesprochen mit dem VfL.“

Ottsen „wäre gerne länger geblieben“

Jonas Ottsen in Aktion für den VfL. Im Sommer endet sein Engagement. Quelle: Agentur 54°

Abgesprochen war auch, dass Jonas Ottsen „zunächst nur bis zum Saisonende“ als Ersatz für den am Kreuzband verletzten Pawel Genda zum VfL wechselte. Das war Anfang Januar. Jetzt sagt er: „Ich wäre gern länger geblieben.“ Doch inzwischen steht fest, dass der 25-jährige Kieler den Verein zum Saisonende wieder verlassen wird. „Natürlich bin ich ein bisschen enttäuscht, aber es hat sich halt so ergeben“, sagt er, „ich musste irgendwann eine Entscheidung treffen.“ Dass der VfL „andere Baustellen“ hatte, wie es ihm Geschäftsführer Michael Friedrichs vermittelte, und „nicht klar war, ob für mich noch genug Geld da sein würde“, kann er nachvollziehen. Und er weiß auch, dass, „wenn man Waschi (Martin Waschul, die Red.) dazurechnet, vier Rückraumlinke da sind.“ Zwar hätten die Verantwortlichen ihn künftig mehr auf Mitte gesehen, „aber auch da sind mit Janik Schrader vier Leute im Kader“, weiß Ottsen, der sich dennoch „dem Konkurrenzkampf gern gestellt“ hätte. Wohin es für ihn jetzt geht, stehe noch nicht fest. Dass er nach Rostock wechselt, wo der HC Empor noch um die Drittliga-Meisterschaft und den Aufstieg in die 2. Liga spielt, will er nicht bestätigen: „Noch ist nichts unterschrieben.“

Christian Schlichting

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