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VfL Lübeck-Schwartau VfL: Tiger-Krallen sind gewetzt
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau VfL: Tiger-Krallen sind gewetzt
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14:08 22.02.2019
VfL-Torhüter Dennis Klockmann gehört seit Jahren zu den Besten der 2. Liga.
VfL-Torhüter Dennis Klockmann gehört seit Jahren zu den Besten der 2. Liga. Quelle: 54° / Christian Schaffrath
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Lübeck

Die Wölfe kommen. Die aus Rimpar. Und sie wollen Spuren hinterlassen mit ihre Krallen. So suggeriert es ihr Trikot, das auf Brusthöhe mit vier markanten Risswunden versehen ist. Ähnlich wie bei den „Tigern“, den Handballern des VfL, bei denen die Rückennummern mit Raubtierspuren „verziert“ sind. Am Samstag treten sie ab 19 Uhr gegeneinander an – in Rudelstärke. Ein „tierisches“ Duell in der Hansehalle, zwischen dem VfL, der sich „leidenschaftiger“ sieht, und Rimpar, das sich „echt - wild - treu - gierig“ präsentieren will.

Rimpars Max Brustmann wird aktuell als bester Torhüter der 2. Liga geführt. Quelle: Felix König/54°

Und doch zeichnen sich beide Teams in dieser Saison nicht eben durch Angriffslust und Killerinstinkt aus, sondern in erster Linie durch eine starke Abwehr samt herausragender Keeper. Zwei Teams, zwei „Männer“ im Tor: Beim VfL ist Dennis Klockmann der Gegnerschreck, zählt schon seit seiner Zeit in Hildesheim zu den besten Keepern der 2. Liga und wurde im Juni 2017 gar zu ihrer Nummer eins gewählt. Aktuell aber wird Rimpars Mann im Tor, Max Brustmann, ganz vorn im Ranking geführt. 238 Paraden in 22 Spielen – das ist der Topwert der 2. Liga. „Er ist definitiv einer der stärksten Torhüter der Liga“, anerkennt Klockmann, der 2014 mit 32 Jahren zum VfL kam, seither Trikotnummer 32 trägt – und gegen den ebenfalls 36-jährigen Brustmann schon „etliche Male gespielt“ hat, „ohne dass wir uns deshalb besser kennen würden“.

Dass „Klocki“ es aktuell „nur“ auf 188 Paraden bringt laut offizieller Statistik der HBL (aber immerhin mit 21 gehaltenen Siebenmetern an der Spitze des Rankings steht), „interessiert mich nicht wirklich“. Zum einen, weil „die Statistiker in den Vereinen beispielsweise sehr unterschiedlich werten, ob ein gehaltener Wurf bei einer zurückgepfiffenen Aktion trotzdem als Parade gilt“. Zum anderen, weil für den 2,10-m-Riesen eine andere Zahl entscheidender ist: „Wenn wir am Ende der Saison die Mannschaft mit den wenigsten Gegentoren sind, habe ich meinen Job gut gemacht“, sagt Klockmann – ohne dabei Marino Mallwitz zu vergessen.

Denn der „zweite Mann im VfL-Tor“ nimmt eine immer wichtigere Rolle ein, bekommt mehr Spielanteile – weshalb „Klocki“ insgesamt fast dreieinhalb Stunden weniger im Tor stand als Rimpars Max Brustmann. „Marino steigert sich nicht von Jahr zu Jahr, sondern von Monat zu Monat, ist unfassbar ehrgeizig. Und er gibt mir die Sicherheit, dass ein Partner da ist, der das Spiel übernehmen kann und es – wie zuletzt in Dessau – für uns entscheiden kann.“

Mit 528 Gegentoren hat der VfL aktuell die mit Abstand wenigsten Treffer kassiert, Rimpar liegt mit 557 immerhin noch im oberen Drittel. Und auch für Torge Greve kommt es gegen die Wölfe in erster Linie wieder auf die Abwehr an. „Eine gute Deckung ist der Schlüssel zum Erfolg, um Rimpar dann mit erster und zweiter Welle zu fordern, bevor sie in ihre Abwehrformation finden.“ Das habe schon im Hinspiel gut geklappt, erinnert er an das 21:17 Mitte September.

Wieder Grund zum Jubeln? Torge Greve tritt mit seinem Team gegen Rimpars Wölfe an, bei denen Trainer Matthias Obinger ebenso auf Abschiedstour ist wie Greve beim VfL. Quelle: Agentur 54°

Allerdings weiß er auch, dass der heutige Gegner inzwischen wieder in die Spur gefunden und dank zuletzt fünf Siegen das Thema Abstieg ad acta gelegt hat. Zudem ist wieder Ruhe eingekehrt bei den Wölfen, bei denen Trainer Matthias Obinger ebenso auf Abschiedstour ist wie Greve beim VfL. Mit dem Unterschied, dass Obinger kein neuer Vertrag angeboten wurde. Nachdem mit Coach Ceven Klatt (bis Oktober bei den Rhein Vikings) der Nachfolger feststeht, herrscht nun auch bei den Spielern wieder Sicherheit. Mit Kapitän und Spielmacher Patrick Schmidt und Patrick Gempp (Kreis) haben in dieser Woche zwei weitere Stammkräfte ihre auslaufenden Verträge verlängert. Verzichten müssen die Wölfe in der Hansehalle auf Linksaußen Fin Backs, der zwar nicht für seinen Stammverein Melsungen spielen muss, aber sein Zweitspielrecht nicht nutzen kann, weil er sich in der Nacht auf Mittwoch einer Blinddarm-Not-OP unterziehen musste.

Klockmann freut sich auf das Duell: „Gegen Rimpar ist immer viel Pfeffer drin, beide Teams spielen immer mit viel Aggressivität gegeneinander“, deutet er eine spezielle Rivalität nicht erst seit dem verhinderten Rimpar-Aufstieg 2017 an, „weil in der Vergangenheit Spieler dabei waren, die sehr polarisiert haben“, so der VfL-Keeper. Hört sich nach einem verbissen geführten Kampf an zwischen den VfL-Tigern und den Rimpar Wölfen . . .

Vor dem Spiel

Anwurf: Sa., 19 Uhr, Hansehalle. Tickets: 1750 im Vorverkauf weg; Abendkasse: ab 17.30 Uhr. Einlass: ab 18.00 Uhr.

Letztes Spiel: 16. September 2018: Rimpar – VfL 17:21. Bilanz:11 Spiele seit 2013 (Rimpar-Aufstieg): 5 VfL-Siege, 1 Remis, 5 Niederlagen.

Info Rimpar: Vorjahres-Achter (43:33 Punkte); aktuell Platz 9 (23:21 Punkte), direkt hinter dem VfL (25:19); Auswärtsbilanz: 5 Siege, 6 Niederlagen. Beste Werfer: Patrick Schmidt (RM, 75/7) und Steffen Kaufmann (75). Ausfall: Fin Backs (LA) nach Blinddarm-Not-OP

Aktion: Ehrung des VfL als „LN-Mannschaft des Jahres 2018“. Einlaufkinder: E-Jugend HSG Wagrien.

Christian Schlichting