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VfL Lübeck-Schwartau VfL beantragt Erstliga-Lizenz
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau VfL beantragt Erstliga-Lizenz
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23:10 31.03.2018
Traf beim 28:24 über Aue viermal: Pawel Genda. Toni Podpolinski (kl. Foto) verletzte sich am Knie.
Traf beim 28:24 über Aue viermal: Pawel Genda. Toni Podpolinski (kl. Foto) verletzte sich am Knie. Quelle: Fotos: Felix König
Lübeck

20 Minuten waren gegen Aue gespielt, als der Rückraumrechte nach einer Drehbewegung in der Abwehr zusammenbrach, sich am Boden krümmte. Die Kniescheibe war herausgesprungen, wie Dr. Dirk Haupt später feststellte. Wieder das linke Knie, das ihm schon in der Vergangenheit zu schaffen gemacht hatte (Kreuzbandriss) . . .

„Podde“ konnte sich auch gestern nur mit Gehhilfen bewegen. „Das Knie ist geschwollen und die Patellasehne schmerzt beim Auftreten. Alle Bänder sind aber zum Glück stabil.“ Das habe die gestrige Untersuchung ergeben. Endgültige Gewissheit hat der 31-Jährige aber immer noch nicht. Die MRT-Untersuchung steht noch aus. „Die war nicht möglich. Alle Praxen haben über die Feiertage zu“, erklärte Podpolinski, der sich nun bis Dienstag gedulden muss.

Die spielfreie Zeit kommt da gerade recht. Die Liga pausiert aufgrund der Länderspiele bis zum 13. April. Auch Schwartaus Pawel Genda ist ab morgen mit Polens Nationalteam unterwegs. Nur: Nach Markus Hansen (Teilriss der Patellasehne) droht dem VfL beim Saisonendspurt der zweite Ausfall eines Leistungsträgers. Auch wenn Schwartau mit 13:5-Zählern top ins Jahr gestartet ist, mit 24:4-Punkten im heimischen „Wohnzimmer“ wieder eine Macht, die zweitbeste der 2. Liga, ist, ist dies ein Rückschlag für die immer noch bestehenden Aufstiegsträume. Trainer Torge Greve („Das Thema nervt mich“) und Jan Schult („Sechs Punkte Rückstand – das war es mit dem Aufstieg“) haben die abgehakt. Nicht jedoch VfL-Chef Friedrichs: „Ich schließe mich da nicht an. Ich hoffe bis zum letzten Spieltag, dass wir es packen. Und ich gehe davon aus, dass die Mannschaft dies auch tut.“ Den Aufstieg hat er schon mal „angemeldet“: „Wir haben die Lizenzunterlagen für die erste Liga abgegeben.“

Friedrichs weiß, dass dafür in vielen Punkten Nachbesserungsbedarf besteht.

Da wäre die Halle: Die Luxstärke der Beleuchtung reicht ebensowenig wie die Anzahl der Kamera- und Presseplätze. „Da müssten wir im Sommer ran, auch die Zuschauerkapazität etwas erhöhen.“ Ein neuer Hallenboden muss auch her. „Das ist alles umsetzbar“, ist Friedrichs überzeugt. Dass die Landesregierung gerade einen Fördertopf aufgemacht hat, gut zwei Millionen Euro in die Frischzellenkur der Hansehalle investiert werden sollen, hilft da sicher.

Da wäre der Kader. Ob nachjustiert werden müsste (Finn Kretschmer vom TVB Stuttgart ist einziger Neuzugang), ließ Friedrichs offen: „Wir schauen uns immer auf dem Markt um, also auch jetzt.“

Und da wären die Finanzen. Für die 2. Liga will der VfL den Etat auf 1,2 Millionen Euro erhöhen, wäre damit aber immer noch im unteren Mittelfeld. „In der ersten Liga reicht das nicht, da müssten wir draufpacken“, sagt Friedrichs. Und das ordentlich. „Um in der Bundesliga zu bestehen, braucht man drei Millionen Euro“, hatte er unlängst erklärt. Heißt: Der VfL müsste nicht nur in Beine, sondern auch in professionelle Strukturen (Geschäftsstelle, Vertrieb, Sponsoring) investieren. Eine Mammutaufgabe . . .

„Traditionsgrüsse vom VfB Lübeck-Lübeck“

Als feststand, dass das Spiel der VfB-Kicker ausfallen würde, bot der VfL den Fans des Nachbarn „ein Dach überm Kopf“ (Kampagne der Bundesliga) an, samt rabattiertem Eintritt. Doch das Angebot stieß beim VfB sauer auf. Via Facebook machte sich Vorstand Florian Möller Luft, nannte die Aktion „respektlos“. Die Namensänderung mache den Klub auch nicht „zu einem Verein dieser Stadt“.

Und dann gab es noch „Traditionsgrüsse“ vom „VfB Lübeck- Lübeck“.

Michael Friedrichs, Chef des VfL, der seit mehr als 40 Jahren in Lübeck spielt: „Das war in keinster Weise gegen den VfB gerichtet, war gut gemeint, als Alternative für die VfB-Fans.“ Er räumte ein, dass eine Vorab-Information Ärger vermieden hätte. Mehr wollte Friedrichs dazu nicht sagen: „Das kläre ich mit Florian alles direkt.“

Jens Kürbis