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VfL Lübeck-Schwartau VfL beim „taumelnden Boxer“ Eisenach
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau VfL beim „taumelnden Boxer“ Eisenach
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23:10 23.03.2018
Lübeck

Eisenach, das ist die Handball-Legende des Ostens, sind fanatische „Uns-kriegen-sie-nicht- kaputt-Fans, ein Top- Kader. Nach dem Erstligajahr 2015/16 steht der Wiederaufstieg und eine erstligataugliche Halle ganz oben auf der Agenda. Doch die Realität sieht so aus: Abstiegsrang 18, das rettende Ufer ist vier Punkte weg. Die Lage ist, laut Homepage, „prekär, hochgradig prekär“.

Ein Rupfen und zupfen: Eisenachs Hannes Iffert und Duje Miljak (r.) versuchen Rickard Akerman im Hinspiel (22:17) am Torwurf zu hindern. Quelle: Foto: König/54°

Ausgerechnet im Jubiläumsjahr – vor 60 Jahren wurde Eisenach Feldhandball-Meister – steht der Verein vor dem ersten Absturz in die Drittklassigkeit. Für Schliedermann ist die Saison „scheiß-schwierig, jedes Spiel Existenzkampf“. Ursachen, Gründe? Auch er rätselt. „Wir haben noch nicht zu uns gefunden.“ Klingt nach 16 gute Individualisten sind kein gutes Team. Und es fehle an Fortune. Acht Partien verlor der ThSV mit, ein oder zwei Toren.

Der 27-Jährige – 2014 in die Wartburgstadt gewechselt – selbst ist wieder in der Spur, erster Mann auf Mitte. Keine Selbstverständlichkeit. Denn da ist der 20. Januar 2017, jener Tag, an dem er auf der A 1 in Höhe Bad Oldesloe in seinem Renault mit seiner Freundin schwer verunglückte. Jetzt „ist alles wieder okay, Bänder, Knochen – alles verheilt“. Auch seiner Freundin („Sie hatte gerade ihre letzte, ihre 15. OP“) , geht es wieder gut. „Wir hatten Schutzengel“, sagt Schliedermann. Die Unfallursache – ungeklärt. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen mittlerweile eingestellt.

Schliedermann, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, spielt wieder Handball. „Ich freue mich auf das Spiel, die alten VfL-Kumpels“, sagt Schliedermann. Auch Martin Waschul geht es so. Ob der Käptn heute dabei ist, ist noch ungewiss. Die Schulter schmerze („Die Entzündung wird eine langwierige Geschichte“), zudem lag er drei Tage flach. Ein Infekt. Spielen will er dennoch. Waschul ist sich sicher: „Eisenach wird eine harte Nummer. Sie sind angeschlagen, wie ein taumelnder Boxer, aber die sind bekanntlich brandgefährlich.“ Antonio Metzner setzt derweil auf den Lauf, den der VfL hat:

„Wir sind alle heiß, wollen wie im Vorjahr gewinnen.“ Auch wenn das die Lage für den Ex-VfLer Schliedermann noch prekärer machen würde.

jek