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VfL Lübeck-Schwartau VfL mit Topleistung in Coburg
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau VfL mit Topleistung in Coburg
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22:22 20.04.2019
Steffen Köhler profitierte am gegnerischen Kreis vom ideenreichen VfL-Spiel, erzielte sechs blitzsaubere Treffer. Quelle: Ralph Bilek
Coburg

Die Zweitliga-Handballer des VfL Lübeck-Schwartau haben bei Aufstiegsanwärter HSC 2000 Coburg ein Ausrufezeichen gesetzt und mit einem 28:23 (16:11)-Sieg die Minusleistung vor zwei Wochen beim 19:21 im Heimspiel gegen Hüttenberg vergessen gemacht.

„Das war ein hervorragendes Spiel von uns. Die Einstellung war top“, lobte anschließend Gerrit Claasen, der mit seinem Trainerkollegen Jörg Engelhardt personell alles andere als die Qual der Wahl hatte: Das ursprünglich für Coburg geplante Comeback von Sebastian Damm nach seiner Schulterverletzung hatte sich bereits Anfang der Woche erledigt, als sich der Linksaußen beim Training einen doppelten Bänderriss im Sprunggelenk zuzog. Marcel Möller hatte die Reise nach Oberfranken wegen eines Magen-Darm-Infekts ebenfalls nicht angetreten.

Ottsen in der Startsieben

Jonas Ottsen (r.) lässt sich von Markus Hagelin und Marcel Timm (l.) nicht vom Wurf abhalten. Quelle: Ralph Bilek

Der VfL begann nicht etwa mit Jan Schult im linken Rückraum, sondern mit Jonas Ottsen. „Er hat sehr gut trainiert“, begründete Claasen die Startsieben-Nominierung des 25-jährigen Rechtshänders. Ottsen habe sein „Motivations-Tief offenbar überwunden“. Der Kieler Winterneuzugang hatte keinen Hehl aus seiner Enttäuschung gemacht, als feststand, dass er das Team nach nur einem halben Jahr im Sommer wieder verlassen muss (weil der VfL Mex Raguse vom ASV Hamm neu verpflichtet hat). In Coburg spielte er wieder zielstrebig und überzeugte auch mit guten Kreisanspielen.

Podpolinski ohne Training zum Spiel

Im rechten Rückraum begann Antonio Metzner, als Backup war Toni Podpolinski erst am Spieltag direkt aus Cottbus nach Coburg gereist. Aus privaten Gründen hatte sich sein Besuch bei den Eltern unerwartet ausgedehnt, so dass er die komplette Woche nicht im Training war.

Claasen und Engelhardt hatten ihrem Team beim Aufstiegsanwärter Geduld verordnet. Mit langen Angriffen „und viel Breite“ sollten Hansen & Co. das Tempo ’rausnehmen, Coburg so „die Spiellaune nehmen“. Und dann galt es, nicht nur abzurufen, was HSC-Trainer Jan Gorr und sein Team vom VfL erwarteten, sondern „mit kreativen Ausbrüchen“ den Gegner zu überraschen.

Wenige „Schema-F-Angriffe“

Martin Waschul (hier gegen Coburgs Anton Prakapenia) fiel bereits früh aus.   Quelle: Ralph Bilek

Und genau das taten die Schwartauer von Beginn an. Überragend ihre Abwehrarbeit, wo sie mit viel Beweglichkeit und Wachsamkeit die Coburger zu acht technischen Fehlern allein in Halbzeit eins verführten und zu einfachen Gegenstoßtoren kamen. Variabel und ideenreich das Angriffsspiel, selten „Schema F“-Angriffe, auf die sich die Coburger hätten einstellen können. Die 1129 Zuschauer in der HUK-Coburg Arena trauten ihren Augen kaum, als der VfL zur Halbzeit 16:11 vorn lag.

Allein die bereits zwei Zeitstrafen gegen Steffen Köhler, der mit Fynn Ranke einen beweglichen Innenblock gestellt hatte, bereiteten etwas Sorgen. Zumal Martin Waschul schon nach fünf Minuten mit einer Wadenzerrung ausgefallen war.

Claasen: „Jetzt erstmal Ostern genießen“

Zwar stellte sich Coburg in der zweiten Hälfte besser auf das Spiel seiner Gäste ein und kam direkt nach Wiederbeginn auf drei Tore heran. Und dann fiel auch noch Jan Schult mit einer Knieprellung aus. Doch angeführt von Hansen spielten die VfLer ihr Konzept konsequent weiter und ließen den Aufstiegsaspiranten nie näher als auf drei Tore herankommen. „Wir wollten nach dem Hüttenberg-Spiel ein anderes Gesicht zeigen, und das ist der Mannschaft großartig gelungen“, war Claasen äußerst zufrieden. Am Freitag kommt nun Wilhelmshaven in die Hansehalle. „Vorher aber wollen wir jetzt erstmal Ostern genießen“, so Claasen, der seinem Team bis Dienstag frei gab.

Statistik zum Spiel

Coburg:Kulhanek (1.-17./ 1 Parade-), Poltrum (18.-60./ 7) – Hagelin, Jaeger 1, Wucherpfennig, Spross 1, S. Weber 3, Prakapenia 5, Billek 5/3, Timm, Knauer 2, Zettermann 1, Varvne 3, P. Weber 2.

VfL: Klockmann (1.-60./11 Paraden), Mallwitz – Glabisch 4/1, Ottsen 2, Podpolinski, Hansen 6/1, Ranke 1, Waschul, Schult, Köhler 6, Schrader, Kretschmer 2, Bruhn, Metzner 7.

Siebenmeter: 3/3 – 2/6 (Glabisch (2x), Hansen und Schrader verwerfen)

Zeitstrafen: 3 – 6

Spielfilm:0:2 (4.), 1:3 (7.), 3:7 (15.), 4:11 (18.), 5:12 (20.), 7:14 (26.), 10:15 (29.), 11:16 (HZ) – 13:16 (34.), 14:19 (37.), 17:20 (45.), 19:23 (48.), 20:24 (52.), 21:26 (53.), 23:28 (Ende).

Christian Schlichting

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