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VfL Lübeck-Schwartau Zum Greve-Abschied ein Sieg
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Zum Greve-Abschied ein Sieg
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22:32 09.03.2019
Nass gemacht nur von den eigenen Spielern: VfL-Trainer Torge Greve bekommt nach dem Spiel eine Bierdusche bei seiner Verabschiedung. Quelle: 54° / Felix Koenig
Lübeck

Es hat geklappt: Die Zweitliga-Handballer des VfL Lübeck-Schwartau haben ihrem Trainer zum Abschied einen Sieg geschenkt. Gegen Erstliga-Absteiger TuS N-Lübbecke siegte das Team von Torge Greve dank eines fulminanten Schlussspurts noch mit 21:20 (9:11).

„Möglichst die ganz normalen Abläufe“ hatte sich Greve vor seinem letzten Spiel gewünscht. Als er dann aber – entgegen der sonstigen Gepflogenheit – bei der Einzelvorstellung der Spieler ebenfalls auf die Mitte des Spielfelds lief, gab es von den 2176 Zuschauern dankbaren, respektvollen, herzlichen Applaus. Der sich nach dem Spiel wiederholte, als die Stimmung euphorisch und melancholisch zugleich war. Galt es doch, Abschied zu nehmen von Greve, der ab Sonntag Trainer des VfL Gummersbach ist, den Erstliga-Dino vor dem Abstieg retten soll.

Abschiedsgeschenke nach sieben Jahren VfL

Nach dem Spiel fanden VfL-Geschäftsführer Michael Friedrichs („noch ist über die Interimslösung bis zum Sommer nicht entschieden“) und Hallensprecher „HG“ Meyer die passenden Worte, würdigten Greves Arbeit. Für sieben Jahre beim VfL gab’s ein Trikots mit der Nummer 7, dazu ein Poster mit Spielern und „Team hinter dem Team“, ein Glasbild, Blumen.

Selten kam der VfL-Rückraum so frei zum Wurf wie hier Martin Waschul.. Quelle: Agentur 54°

Dazwischen sahen die Zuschauer eine zunächst von den Abwehrreihen samt Torwart bestimmte Partie. Schwartau begann mit einer 5:1-Formation, dahinter parierte Dennis Klockmann schon zu Beginn vier Würfe. Bei der ersten Zwei-Tore-Führung, dem 5:3 durch Steffen Köhler, waren bereits 15 Minuten gespielt – bevor das letzte Spiel mit Torge Greve auf der Bank so richtig Fahrt aufnahm. Mit einer doppelten Unterzahl des VfL, in der Jonas Ottsen zum 6:4 (17.) erhöhte, einer Schauspieleinlage, mit der sich Nettelstedts Dener Jaanimaa zum Gespött der Zuschauer machte, mit zwei Klockmann-Paraden beim 8:8 (23.), die die Hansehölle auf Temperatur brachten. Aber zugleich mit einem VfL-Angriff, der auch mit Antonio Metzner und Jan Schult weiterhin selten gut vorbereitet zum Abschluss kam.

Nach der Pause droht das Spiel zu entgleiten

Die Folge: ein 9:11 zur Pause, eine Gäste-Führung, die der Erstliga-Absteiger nach Wiederbeginn noch ausbaute. Als beim VfL nur Ottsen den Weg zum Tor suchte, Wurfpech hinzu kam und die Deckung als 6:0-Formation zu viele Rückraumtreffer (Orlowski) zuließ. Zehn Minuten, nur ein VfL-Tor – beim 10:15 (39.) deutete sich eine Vorentscheidung an. Die Aufforderung von Hallensprecher Meyer an die Fans, noch einmal alles zu geben in den letzten Minuten mit Greve, klang wie ein Flehen, dass so die siebenjährige Amtszeit des Trainers doch wohl nicht zuende gehen konnte.

Die gesamte Mannschaft vergrub Keeper Marino Mallwitz nach dessen letzter Parade unter sich. Als sie ihn wieder „freigaben“, genoss der noch immer den Moment. Quelle: Agentur 54°

Schult trifft, Mallwitz pariert

Auch die Spieler dürften das gehört haben. Und dann ging’s los: Angeführt von Markus Hansen, der endlich Druck aus dem linken Rückraum entwickelte und dreimal traf, mit Toren auch von den Außen Sebastian Damm (aufmerksam auch am eigenen Kreis) und Kretschmer kam der VfL wieder heran, im Tor parierte nun Mallwitz insgesamt fünfmal auf dem Weg zum 19:19 durch Hansen (53.). Und der Keeper mit der Nummer 1 war es auch, der nach Schults 21:20-Führung (15 Sekunden vor Schluss) nach einer letzten Auszeit der Gäste den letzten Ball parierte, danach unter der Jubeltraube des gesamten Teams verschwand. Und am Rand jubelte Greve. Ein letztes Mal mit dem VfL.

Statistik zum Spiel

VfL: Klockmann (1.-43./ 10 Paraden/1 Siebenmeter), Mallwitz (ab 43./6) – Glabisch , Ottsen 4, Podpolinski 1, Hansen 3, Ranke , Waschul 3, Schult 2, Damm 1, Köhler 1, Schrader, Kretschmer 3, Möller 1, Bruhn , Metzner 2

TuS: Tatai, Birlehm – Genz, Walczak 3, Gierak 3/1, Bagaric, Strosack 2, Rakovic, Spohn, Jaanimaa 3, Schade, Orlowski 7, Hövels 1

Zuschauer: 2176. Siebenmeter: 0 – 2/1. Zeitstrafen: 2 – 3.

Spielfilm:2:0 (3.), 5:3 (15.), 7:6 (20.), 8:9 (24.), 9:11 (Hz.), 10:15 (39.), 12:16 (42.), 14:17 (49.), 19:19 (53.), 19:20 (56.), 21:20 (60.)

VfL-Trainer Torge Greve lässt sich von den 2176 Zuschauern in der ausverkauften Hansehalle feiern. Quelle: Agentur 54°

Christian Schlichting

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