Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Innenstadt Gebäudereiniger stürzt in den Tod
Thema I Innenstadt Gebäudereiniger stürzt in den Tod
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:31 07.04.2016
Die Retter kämpfen minutenlang um das Leben des 40-Jährigen, doch am Ende kommt für den Mann jede Hilfe zu spät.
Die Retter kämpfen minutenlang um das Leben des 40-Jährigen, doch am Ende kommt für den Mann jede Hilfe zu spät. Quelle: Holger Kröger
Anzeige
Innenstadt

Jede Hilfe kam zu spät: In der Großen Burgstraße ist am Mittwochvormittag ein Fensterputzer ums Leben gekommen. Der 40-Jährige erlag noch vor Ort seinen schweren Verletzungen, nachdem er bei der Arbeit aus dem zweiten Stock der Ernestinenschule fiel und auf den Bürgersteig prallte. „Trotz sofortiger Erster Hilfe verstarb der Mann“, sagt Polizeisprecher Stefan Muhtz. Der tragische Unfall ereignete sich gegen 9 Uhr.

Zu einem tragischen Unfall ist es am Mittwoch Morgen in der "Großen Burgstraße", Ecke "Hinter der Burg", gekommen: Ein Gebäudereiniger stürzte aus bislang unbekannter Ursache beim Fensterputzen aus dem dritten Stock.

"Der Mann verstarb trotz sofortiger Erster Hilfe." Polizeisprecher Stefan Muhtz

Der 40-Jährige war dabei, die Fenster im zweiten Stock des Schulgebäudes zu putzen. „Er reinigte gerade die Oberlichter eines Fensters“, so Muhtz. Dabei habe er offenbar auf dem Sims gestanden, um an die „höher liegenden Glaselemente“ zu gelangen. Nach dem Notruf trafen nur kurze Zeit später ein Rettungswagen und der Notarzt aus Bad Schwartau in der Großen Burgstraße ein, darüber hinaus auch ein Löschfahrzeug der Feuerwehr und die Polizei.

Die Retter kämpften mehrere Minuten um das Leben des Mannes, doch sie konnten nichts mehr für ihn tun. „Er hatte sich durch den Sturz derart verletzt, dass er noch an der Unglücksstelle verstarb“, sagt Polizeisprecher Muhtz. Während des Rettungseinsatzes zeugte das geöffnete Fenster im zweiten Stock von dem, was geschehen war. Der Bürgersteig rund um den Unfallort blieb während des Notarzt-Einsatzes und der späteren Polizeiuntersuchungen gesperrt.

Der Ermittlungsdienst Umwelt und Verkehr des Autobahn- und Bezirksreviers Scharbeutz — zuständig für Arbeitsunfälle — übernahm die Spurensicherung.

Laut Behördensprecher Muhtz sei der 40-Jährige „aus noch unbekannter Ursache“ in die Tiefe gestürzt. Fest stehe bisher bloß, dass er die Fenster vom Gebäudeinneren heraus reinigte. Womöglich könnte sich der 40-Jährige am Mittelsteg zwischen den geöffneten Scheibenhälften abgestützt haben, der dann nachgab. Er fehlte am Unfallfenster. Ob der Mann gesichert war, dazu machte die Polizei keine Angaben.

Neben der Unfallkasse Nord ist auch die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft in die Ermittlungen eingebunden — sie ist die zuständige, gesetzliche Unfallversicherung. Die Stadt wiederum, Trägerin der Ernestinenschule, verweist auf „regelmäßige Sicherheitsprüfungen in allen Gebäuden“, sagt Sprecherin Nicole Dorel. Die restlichen Fenster sollen vorerst nicht auf ihre Stabilität überprüft werden. Dorel: „Wenn sich aber aus den Ermittlungen etwas Derartiges ergibt, werden wir reagieren.“

Derweil ist die Trauer im Unternehmen des 40-Jährigen groß. Der Mann lebte in Kiel und arbeitete im Kreis Plön bei der Zweigniederlassung eines Hamburger Gebäudereinigers. „Wir kümmern uns jetzt vorrangig um die Angehörigen“, teilt die Firma mit. „Als Familienunternehmen sind wir sehr bestürzt über seinen Tod.“

Von Peer Hellerling