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Nachgefragt Natur erleben – ein Tourismusfaktor
Thema N Nachgefragt Natur erleben – ein Tourismusfaktor
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20:31 09.06.2018
Itzehoe

Das Thema Natur- und Erlebnistourismus bekommt eine immer höhere Bedeutung im Norden: Laut einer vom Tourismusverband Schleswig-Holstein (TVSH) veröffentlichten Reiseanalyse wollen knapp 70 Prozent der Gäste in Schleswig-Holstein in ihrem Urlaub die Natur erleben. Unter den typischen Natururlaubern sind nach Informationen des Kieler Wirtschaftsministeriums viele ältere Paare, aber auch Familien mit Kindern. Sie wollen gemeinsam etwas unternehmen, abschalten, aber auch etwas für die Gesundheit tun. Aktivitäten auf dem Wasser seien wichtig, aber auch Wandern und Radfahren spiele eine große Rolle.

Einen Konflikt zwischen Umwelt und Natur sehen Touristiker dabei nicht: „Aus unserer Sicht ist das kein Konflikt“, erklärt Katharina Kruse vom Binnenland-Tourismus e. V. in Itzehoe. „Natürlich müssen wir der Erhaltung der Naturräume durch einen nachhaltigen und möglichst schonenden Tourismus gerecht werden.“ Dazu arbeite der Verein bereits eng mit den Kommunen und den Fachleuten und Naturschützern vor Ort zusammen. Die Besucherströme müssten eben richtig gelenkt werden. „Dies geschieht zum Beispiel durch den Hinweis auf von Naturparks ausgeschilderte Wege oder aber durch die Bewerbung von fachkundigen Führungen durch die Naturräume.“ Wenn dies funktioniere, hätten Naturparks touristische Naturerlebnisangebote, die der Stärkung des ländlichen Raumes dienten. „Dieses große Potenzial wollen wir weiter ausbauen.“

Bei einer Tagung im Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (BNUR) in Flintbek trafen sich bereits im Dezember 2015 Experten aus den Bereichen Natur und Umwelt. Damals wurde deutlich, dass die sechs Naturparks Schleswig-Holsteins eine stärkere Unterstützung als bisher durch das Land benötigen, um ihre Stärken und ihr Potenzial voll entfalten zu können.

„Daran arbeiten wir gerade“, sagt Kruse. „Wir planen derzeit mit dem Land ein Förderprojekt, um Natur und Tourismus besser zu vernetzen.“ Das Projekt habe einen Umfang von 400000 Euro. „Wir wollen die Aufbruchstimmung nutzen und das Naturerlebnis zwischen den Meeren besser gestalten, insgesamt eben die Naturräume noch besser erschließen.“

Es gehe jetzt darum, die Leute zusammenzubringen und das Marketing zu verbessern. Denn die vielen Verantwortlichen aus den verschiedenen Naturräumen stünden oft nicht wirklich mit den Touristikern in Verbindung. Man wolle gemeinsam Angebote und Projekte entwickeln oder bestehende Angebote „in die Medien der Tourismusorganisationen bringen“.

„Die Zusammenarbeit auf allen Ebenen bietet Chancen“, meint auch Katja Lauritzen vom Ostsee-Holstein-Tourismus e.V. in Scharbeutz. „Entdecken, durchatmen, begegnen, einkehren“ seien Themen für die Naturparks. Es gelte, Grundlagen für „Geschichten“ zu finden, die sich vermarkten ließen. Denkbar seien geführte Radtouren am Wasser entlang, „ob jetzt am See oder auch am Meer oder auch in Beziehung zueinander“. Die lokalen Tourismusorganisationen könnten diese Touren gut mit den Naturparks entwickeln. „Und wir vermarkten sie. Das bringt für alle Seiten Vorteile.“

stö

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