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Nachgefragt „Neid kommt bei uns nicht auf“
Thema N Nachgefragt „Neid kommt bei uns nicht auf“
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10:17 18.09.2017

Die Peking liegt in Hamburg und soll Museumsschiff werden. Eine Konkurrenz für die „Passat“?

Holger Bull (68) Vorsitzender des Lübecker Vereins „Rettet die Passat“ e. V.

Nein, es ist doch doch große Klasse, dass die „Peking“ nach Hamburg gekommen ist. Ein Hamburger Viermaster, bei Blohm und Voss gebaut – so ein Schiff fehlt dort noch, das gehört doch nach Hamburg. Natürlich nicht unsere „Passat“ – die geben wir nicht mehr her. Nein, es ist einfach schön, zumal „Passat“ und „Peking“ ja Schwesterschiffe sind.

Können Sie sich von der „Peking“ noch etwas abgucken, was die „Passat“ nicht mehr hat?

Beide Schiffe haben den gleichen Riss. Ich bin besonders gespannt auf das Unterdeck der „Peking“. Bei der „Passat“ wurden da später Querschotten eingebaut. Auch der Bug der „Passat“ wurde verlängert, um Platz für die Kajüten der Kadetten zu schaffen. Aber ändern werden wir bei uns natürlich nichts. Die „Passat“ steht unter Denkmalschutz und damit der jetzige Zustand.

Für die Restaurierung der „Peking“ hat der Bund 26 Millionen Euro bereitgestellt. Macht Sie das neidisch?

Nein, Neid kommt bei uns nicht auf! Es ist doch wurscht, wo das Geld herkommt. 26 Millionen vom Bund, das ist phantastisch. Aber vor dem Hintergrund ist es natürlich besonders hervorhebenswert, was unser Verein, die Stadt Lübeck und ihre Bürger mit der „Passat“ gemeinsam geleistet haben – ohne staatliche Fördermittel. Die Possehl-Stiftung, die Sparkassen-Stiftung, einzelne Spender – alle haben geholfen. Immerhin wäre die „Passat“ damals fast im Hochofen gelandet. Wir haben ein Schmuckstück daraus gemacht.

Wann ging das los?

1979 hat sich unser Verein gegründet – und wir bleiben dran. Jetzt geben wir wieder 90000 Euro für die Poop aus, das Hochdeck achtern. Und 30000 Euro für eine Erneuerung der Ausstellung – da sollen Touchscreens installiert werden. Das finanzieren wir mit Spendengeldern. Die Stadt als Eigner des Schiffes stellt Knowhow und Arbeitsleistung.

Es hieß einmal, die „Passat“ würde seetüchtig gemacht. Ist das noch ein Thema?

Wir vom Verein halten das für großen Unsinn. Das Schiff ist nicht mehr belastbar, technisch würde es schwierig und es würde teuer. Außerdem: Weg ist weg – was nützt uns eine „Passat“ mit Heimathafen Lübeck, die ständig woanders unterwegs ist? Nein, das Schiff soll in Lübeck liegen, als maritimes Denkmal und als Blickfang.

Ähnlich wie die „Peking“...

Genau. Wir freuen uns für die Hamburger und auch darauf, hinzugehen, wenn es so weit ist. Ich wünsche den Hamburgern viel Glück und dass sie mit ihrem Budget hinkommen, dass sie es schaffen.

Interview: M. Stöcklin

LN

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