Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Olympia 2024 Segelspiele in Travemünde: Bürger sind schon in Stimmung
Thema O Olympia 2024 Segelspiele in Travemünde: Bürger sind schon in Stimmung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:02 08.04.2015
Vielstimmiger Gesang: 700 Bürger intonierten gestern die Olympia-Hymne. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Travemünde

Am 20. Februar ließen über 20000 Hamburger rund um die Binnenalster Fackeln für Olympia aufleuchten. Gestern zogen die Lübecker nach. 700 Besucher im Maritim Strandhotel schmetterten die neue Olympia- Hymne von Hansjörg Wittern „Gemeinsam Segel setzen“ und ließen sich von Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) das Bewerbungskonzept erklären. „Wir wollen ein deutliches Zeichen setzen, dass sich die Menschen auf olympisches Segeln in Travemünde freuen“, erklärte Saxe. „Wir sind so dicht dran wie noch nie.“

Vor dem Maritim, in dem 2024 das Pressezentrum geplant ist, stand das Olympia-Mobil der Tourismusgesellschaft LTM. Im Foyer lagen zahlreiche, kostenlose Werbeartikel aus. Außerdem verkauften LTM-Mitarbeiter die T-Shirts, die für olympisches Segeln in Travemünde werben. Die LTM verloste zehn Flaschen Rotspon, der eigens für die Olympia-Bewerbung abgefüllt wurde. Die Lübecker Eventagentur Brainchildz drehte während der Veranstaltung einen 30-Sekunden-Film, der über Internet und Facebook verbreitet wird. Für die Besucher lagen Noten und Liedtexte aus, von denen reichlich Gebrauch gemacht wurde.

Der Ortsrat Travemünde hatte die Olympia-Macher der Hansestadt eingeladen. „Wir wollen die Travemünder abholen“, sagte LTM-Sprecherin Doris Schütz. Denn vor deren Haustür soll das 16-tägige Spektakel ablaufen, wenn sich der deutsche Bewerber Hamburg für Travemünde als Segelrevier entscheidet und vom Internationalen Olympischen Komitee den Zuschlag erhält.

Zum Thema: Skurril! "Hansestadt Boston" - nur wegen Olympia?

Alles zum Thema "Olympia 2024" erfahren Sie auf unserer Themenseite!

Der Bürgermeister wollte gestern auch Ängste vor einem gigantischen Event nehmen. Saxe: „Die Travemünder Woche ist jedes Jahr drei Mal größer als olympische und paralympische Segelwettbewerbe.“ Insgesamt werden 650 Segler mit 300 Booten erwartet, während zur Travemünder Woche 3000 Sportler mit 1000 Booten auf dem Revier unterwegs sind. Auch den Besucherandrang könne Lübecks schönste Tochter locker bewältigen. Laut Konzept wird mit mindestens 5000 Besuchern pro Tag gerechnet. Die Travemünder Woche erlebt bis zu 125000 Tagesgäste.

Lübeck wirbt mit kostengünstigen und nachhaltigen Spielen. Das Olympische Dorf zieht in das Waterfront-Projekt von Investor Sven Hollesen, das bis 2024 stehen soll. Von Hollesen und den Vermarktungspartnern Landal und Novasol, die bereits die Feriendörfer betreiben, gebe es schriftliche, verbindliche Zusagen, dass die Häuser und Wohnungen für Sportler und Funktionäre zur Verfügung stehen. Den Passat-Hafen müsse Lübeck ohnehin instand setzen, Priwall- und Trave- Promenade würden unabhängig von Olympia erneuert, betonte Saxe. Zuschauertribünen am Strand werden nur für die Segelwettbewerbe aufgebaut. Gebaut werden muss ein Regatta- und Ausbildungszentrum auf dem Grundstück des Lübecker Yachtclubs am Mövenstein. Das Zentrum soll vor und nach Olympia für den Seglernachwuchs genutzt werden und kostet nach Saxes Schätzung rund zwei Millionen Euro. Der Bürgermeister: „Das Vorhaben wird privat finanziert und umgesetzt.“ Maximal eine Million Euro kosten Wellenbrecher am Mövenstein, die bei nordöstlichen Starkwinden Schäden an der Infrastruktur verhindern und das gefahrlose Einsetzen der Boote sicherstellen sollen.

Zeichen setzen — das kam gestern gerade recht. Denn in zwei Tagen kommt die Kommission, die die drei Segelstandorte Travemünde, Kiel und Warnemünde unter die Lupe nimmt. Die neunköpfige Delegation wird sich das Konzept, die Infrastruktur und die Örtlichkeiten von 9 bis 13 Uhr präsentieren lassen.

Kai Dordowsky