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Sommerredaktion „Das alles war Wibo“: 70 Jahre alte Erinnerungen
Thema S Sommerredaktion „Das alles war Wibo“: 70 Jahre alte Erinnerungen
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21:48 03.05.2018
Das Gelände des Zeltplatzes: Im vergangenen Jahr haben Ferienkinder das Bild mit einer Drohne aufnehmen lassen. Quelle: Foto: Vjka*
Wittenborn

„Guten Morgen, Sonnenschein...“, immer wenn das Lied erklingt, heißt es schnell sein. Zumindest, wenn man duschen will: Wasser ist ein Luxusgut. Nur die ersten zwei bis drei Kinder haben es lauwarm.

Noch weiter zurück in der Vergangenheit gibt es noch nicht mal Leitungen; gewaschen wird sich im Mözener See, der vorher von Algen befreit werden muss. Die Zelte des Jugendzeltplatzes sind Überbleibsel aus dem Krieg, ausgelegt mit Stroh auf jeder Seite. Einige Kinder haben unter freiem Himmel geschlafen. Schließlich ist Sommer, und im Feriencamp vieles möglich. Nach dem Frühsport laufen die Mädchen zum Küchendienst; die Jungen holen Wasser aus der nahen Quelle. Nach dem Abwaschdienst steht ein gewaltiger Fußmarsch an: Zu Winnetou an den Kalkberg. „Keiner, aber auch wirklich keiner heulte rum“, auf diesem über sechs Kilometer langen Weg bis in die Stadt.

Die Zeitzeugen erinnern sich an Kleinigkeiten. An Namen von Betreuern und Küchenfeen, an Tischsprüche und Reime, selbst an die Jahreszahlen, in denen sie als Kinder die Ferien in Wittenborn verbrachten. Ein Brief erreicht Campleiterin Bente Wohler sogar aus den USA. „Es war zu der Zeit noch sehr primitiv“, berichtet Ulfert Broockmann (81), der in Fahrenkrug und Amerika lebt. Zum Zähneputzen geht es 1950 an die Quelle, gekocht wird in Gulaschkanonen mit Holzbefeuerung. Erst fünf Jahre später gibt es das Küchengebäude und einen Brunnen mit Pumpe. Oft legen die Kinder die Wege nach Wittenborn allein zurück. 15 Kilometer mit dem Fahrrad, wie Uwe Koslowski berichtet, oder sechs Stunden zu Fuß nach Kaltenkirchen, wie sich Burghard Strack erinnert. Was heute undenkbar erscheint, beschreibt die Leichtigkeit von einst. Die Kinder von damals kennen nichts anderes als Donnerbalken am Waldrand. „Wir badeten im See, spielten Völkerball und ich durfte das erste Mal Händchen halten“, schreibt einer. Der Abwaschdienst ist cool, nachts ist es eiskalt und Handys gibt es nicht. Stattdessen: Freundschaftsarmbänder flechten, Mutproben und Lagerspiele – „Das alles war Wibo!“

In fast allen Berichten ist von Nachtwanderungen zu lesen. Bei einer mimt jemand einen Ertrinkenden, der gerettet werden muss. Eine andere wird abenteuerlich organisiert: Treff ist für alle Gruppen auf der anderen Seite des Sees. „Wir haben uns herzlich wenig Gedanken gemacht, was in dem Sommer ’67 oder ’68 alles hätte passieren können“, steht in einem Bericht. Es wird einfach gemacht. Und es funktioniert: Alle Gruppen kommen ans Ziel, auch wenn die Sonne schon aufgeht . . .

Über 20 Zeitzeugen haben sich nach dem Aufruf gemeldet, elf von ihnen berichten am morgigen Sonnabend von ihren Erlebnissen, die teils schon Jahrzehnte zurückliegen. Es wird aber auch ein Kind dabei sein, das vom vergangenen Zeltlager erzählt. „Das Schönste ist, dass viele Erinnerungen so bleibend sind, dass die Menschen heute noch sehr detailreich davon erzählen“, sagt Bente Wohler. Und auch, wenn vieles heute undenkbar ist: Das Lagerleben hat sich kaum verändert. Nachtwanderungen gibt es noch immer, genauso wie launige Wettbewerbe und Gesellschaftsspiele. „Die Geschichten sind da noch ziemlich nah dran“, sagt die Leiterin.

Am Sonnabend wird gefeiert. Der offizielle Teil beginnt um 10 Uhr. Vorstand und Politiker kommen, wie Ministerin Monika Heinold und Landrat Jan Peter Schröder. Bis 13 Uhr berichten Zeitzeugen;

Fotos und Chroniken erzählen von der langen Geschichte des Platzes. Von 14 bis 17 Uhr ist Tag des offenen Geländes; Familien sind eingeladen, es gibt Kuchen und Würstchen, Führungen über den Platz, Kinderschminken, Kanutouren und mehr.

Von Irene Burow

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