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St. Jürgen Geburtstagsfeier im Begegnungskeller
Thema S St. Jürgen Geburtstagsfeier im Begegnungskeller
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09:31 26.06.2018
Diplom-Ingenieur Alexander Mildner. Quelle: Lutz Roeßler
St. Jürgen

Es war quasi eine nachträgliche Geburtstagsfeier: Im Keller des MFC 1 auf dem Campus kamen gestern viele Gäste zusammen, um das einjährige Bestehen des „FabLab“ zu feiern. Doch wie der Leiter, Diplom-Ingenieur Alexander Mildner (30), verriet, war das technisch bestens ausgestattete Zentrum, das Projekte von Studenten, Doktoranden und Firmen ermöglichen und Start-up-Förderung betreiben will, bereits im November 2014 im Technikzentrum in der Seelandstraße an den Start gegangen. Ein Jahr später folgte dann der Umzug „ins Herz des Wissenschaftszentrums“.

Maßgeblich gefördert von der Possehl-Stiftung, bietet das „FabLab“ einen Ort zum Experimentieren, zur Prototypen-Herstellung und zum Austausch. Das könne, so Mildner, der einzelne Hörgeräte-Akustiker sein, der Hörtests für Kleinkinder entwickeln wolle, oder aber die Firma, die Medizingeräte bauen wolle. Aufträge würden hingegen nur „in extrem begründeten Einzelfällen“

angenommen. Was im „FabLab“ passiere, sei „eine neue Form des kreativen Miteinanders“, so Wissenschaftsmanagerin Dr. Iris Klaßen. Sie wünsche sich, „dass dieser Ort zum Begegnungskeller wird für Studenten, ältere Schüler und Auszubildende“.

Laut Alexander Mildner, der von den studentischen Hilfskräften Markus Voigt und Natascha Koch unterstützt wird, kommen durchschnittlich 25 Besucher pro Woche in die Einrichtung im Keller des MFC, die an nur drei Tagen geöffnet ist. Sie nutzen die moderne Produktionstechnik und die Möglichkeit der computergesteuerten Konstruktion. „Zu 99 Prozent kommen Besucher und Nutzer mit Vorwissen“, sagt Mildner, auch wenn immer donnerstags zum „Open Lab“ jedermann willkommen ist. Interessant seien vor allem die diversen 3-D-Drucker, die in mehreren Schichten filigranste Formen und Gegenstände fertigen können. Nicht nur im Keller des MFC tauschen sich Studenten, Unternehmer und andere aus: Rund 200 Leute haben sich im Internet-Forum: www.forum.fablab-luebeck.de zusammengetan.

„Ich bin beeindruckt von dem, was Sie hier aufgebaut haben“, lobte Geburtstagsgast Prof. Dr. Torsten Buzug vom BioMedTec-Wissenschaftscampus und Gründer Cube der Universität und erinnerte daran, dass so etwas wie 3-D-Drucker eigentlich „Science Fiction“ seien, wenn man beispielsweise an „Star Trek“ denke. Und Prof. Dr. Rudolf Taurit vom Technikzentrum Lübeck betonte: „Alles, was hier geschieht, hat Raimund Mildner initiiert.“

Das bietet der Keller
120 Quadratmeter groß ist das „FabLab“ im Untergeschoss des MFC1, Maria-Goeppert-Straße 1. Zwei Drittel davon sind Werkstätten/Labore, ein Drittel sind Aufenthaltsflächen. Es gibt 15 Arbeits-Sitzplätze.
Das „FabLab“ bietet neben diversen 3-D-Druckern unter anderem einen Laser-Cutter und eine CNC-Fräse als aufwendigste Maschine. Studenten können — nach entsprechender Einweisung — die Maschinen kostenfrei nutzen, Privatpersonen zahlen einen kleinen Beitrag zum Maschinenverschleiß, Firmen ein wenig mehr.
Bei der „Nacht der Labore“ am 18. Juni ist auch das „FabLab“ ein Standort.

Sabine Risch