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St. Jürgen Luftfahrtvereine wollen den Flughafen retten
Thema S St. Jürgen Luftfahrtvereine wollen den Flughafen retten
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20:10 13.10.2015
St. Jürgen

Der Aero Club, der Lübecker Verein für Luftfahrt und mehrere Flugschulen sind bereit, den insolventen Flughafen Lübeck zu retten.

„Aber wir sehen nur eine Option als Sonderflugplatz“, erklärt Stefan Bierfreund, Vorsitzender des Lübecker Vereins für Luftfahrt. „Der Flughafen ist unsere Existenzgrundlage“, bestätigt Florian Mösch vom Aero Club ein Interesse am Erhalt der Anlage.

Zu den fünf Interessenten, deren Zahl der Insolvenzverwalter Prof. Klaus Pannen öffentlich benannt hat, zählen sich die Luftsportvereine nicht. Bierfreund: „Wir sind kein Mitbewerber, sondern bloß

die letzte Option.“ Bei einem Sonderflugplatz würde die Anlage nur auf Anforderung geöffnet. Schon vor eineinhalb Jahren brachten sich die Sportflieger ins Gespräch, weil sie den Airport irgendwie erhalten wollten. Damals erhielt der chinesische Investor PuRen den Zuschlag. Auch die anderen Bieter, die vor drei Jahren Interesse am Airport anmeldeten, halten sich nach der neuerlichen Pleite zurück. „Ich habe diesmal keine Aktien in dem Verfahren“, erklärte Prof. Winfried Stöcker auf LN-Anfrage. Der Gründer und Chef von Euroimmun hatte sich 2012 als erster Interessent aus der Deckung gewagt, am Ende aber kein Angebot abgegeben. Auch Björn Birr von Bismarck zählt nach eigener Auskunft nicht zu den fünf Interessenten, die die Nachfolge der gescheiterten Chinesen von PuRen antreten wollen. „Wir sind nicht in Gesprächen mit dem Insolvenzverwalter, wir denken noch nach“, sagt von Bismarck auf LN-Anfrage. Der Unternehmer lässt derzeit prüfen, ob das damalige Angebot rechtlich jetzt noch haltbar ist. Von Bismarck: „Wenn die Klärung positiv ausfällt, werden wir das Gespräch mit dem Insolvenzverwalter suchen.“ Klar sei aber, dass „am Flughafen kleinere Brötchen gebacken werden müssten“, so der Unternehmer.

Zu den Interessenten von 2012 zählte auch die Düsseldorfer Sanierungsgesellschaft sbc, die ein Konzept für den Kauf vorlegte, aber nicht zum Zuge kam. Die LN-Anfrage, ob sbc noch immer am Airport interessiert sei, wurde gestern nicht beantwortet. Insolvenzverwalter Pannen hatte öffentlich er-

klärt, dass er eine erneute Bewerbung damaliger Interessenten für möglich halte. Gerüchte besagen, dass es einen Interessenten aus der Ukraine geben soll.

Der Hauptausschuss der Bürgerschaft will sich nicht in das Insolvenzverfahren einmischen. Die Grünen wollten Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) beauftragen, dafür zu sorgen, dass ausstehende Pacht- und Mietzahlungen an die Stadt im Gläubigerverfahren vorrangig befriedigt werden. Das lehnte eine Ausschussmehrheit ab, weil es gegen das Gesetz verstoße.

dor