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St. Lorenz Nord Am helllichten Tag: Sexueller Übergriff auf 30-Jährige
Thema S St. Lorenz Nord Am helllichten Tag: Sexueller Übergriff auf 30-Jährige
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10:26 01.12.2015
Der  Übergriff erfolgte in der Nähe des Spielplatzes.
Der Übergriff erfolgte in der Nähe des Spielplatzes. Quelle: Holger Kröger
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Innenstadt

Eine 30-jährige Mutter ist am vergangenen Mittwoch Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden. Laut Polizei wollte die Frau ihr Kind im Kindergarten abholen, als sie vormittags um 11.45 Uhr in Höhe des Spielplatzes in der Waisenhofstraße von einem Unbekannten unsittlich berührt wurde. Der Mann fasste der 30-Jährigen, die mit einem Kinderwagen unterwegs war, unter die Jacke und an die Brust. Sie konnte daraufhin unverletzt fliehen.

Die Kriminalpolizei Lübeck hat mittlerweile die Ermittlungen aufgenommen. Sie sucht jetzt Zeugen des Übergriffs. Den Beamten liegt folgende Beschreibung des Tatverdächtigen vor: Der Mann ist etwa 45 Jahre alt und um die 1,90 Meter groß. Sein Erscheinungsbild soll südländisch gewesen sein. Getragen habe der Mann einen braunen Kapuzenpullover und eine dunkle Daunenjacke sowie eine dunkle Jeans und helle, kaputte Turnschuhe. Auf dem Kopf habe der Tatverdächtige ein grau-weiß-rotes Basecap getragen.

Zeugen, die Angaben zur Tat oder dem gesuchten Tatverdächtigen machen können, sollen sich unter der Telefonnummer 0451/ 1310 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle melden. Denn ob es der Polizei gelingt, einen Täter zu ermitteln, sei auch von der Bereitschaft der Zeugen abhängig, wie Detlef Hardt vom Opferhilfeverein Weißer Ring Lübeck erklärt: „Wer schweigt und wegsieht, macht sich mitschuldig“, so Hardt.

Der Weiße Ring Lübeck betreut jährlich rund 300 Kriminalitätsfälle, davon um die 150 mit sexuellem Hintergrund. „Allerdings ist damit die gesamte Bandbreite des Strafgesetzbuches gemeint, also von der Vergewaltigung bis zur sexuellen Nötigung“, sagt Hardt.

Optimale Verhaltensanweisungen bei einer Bedrohung gebe es nicht. „Jede Situation ist unterschiedlich“, so Hardt. „Wichtig ist im Vorfeld, unheimliche Orte, etwa Parks in der Dunkelheit oder einsame Wege, zu meiden.“ Auch sei das Tragen eines Taschenalarms sinnvoll.

Die Geräte, bei denen im Notfall ein lautes Alarmsignal per Knopfdruck ausgelöst wird, gibt es unter anderem im Online-Versandhandel. „Aber auch Waffengeschäfte, etwa für Jagdzubehör, führen die Geräte“, so Hardt.

Opfer sollten sofort die Polizei kontaktieren und — wenn Passanten in der Nähe sind — um Hilfe rufen. Auch der Weiße Ring bietet umgehend Hilfe an: „Wir gehen gemeinsam zur Rechtsmedizin, alle Beweise werden gesichert, das Opfer kann dann später entscheiden, ob es ein Strafverfahren will oder nicht“, sagt Hardt. „Außerdem bieten wir in Kooperation mit einem Polizei-Trainer Selbstverteidigungskurse an.“

Mühlentorbrücke jetzt auch mit Gerüst
. Bricht sie zusammen? Muss sie abgestützt werden? Oder wird sie womöglich saniert? Die Mühlentorbrücke ist — wie fast alle Lübecker Brücken — marode. Jetzt haben Arbeiter unterhalb der Querung auf beiden Seiten ein Gerüst aufgebaut. Grund: Die Stadtwerke tauschen eine Gasleitung aus, die unterhalb der Brücke verläuft, so die Stadt.
Die Mühlentorbrücke muss für geschätzte 3,68 Millionen Euro saniert werden. 2016 sollen für Planungen 380000 Euro ausgegeben werden, so steht es im Haushalt. 2017 dann 1,8 Millionen Euro, 2018 weitere 1,5 Millionen Euro. Die Querung wird erst saniert, wenn die Possehlbrücke Anfang 2017 fertig ist. jvz
„Wer wegsieht, macht sich mitschuldig.“
Detlef Hardt

Katrin Diederichs