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Studieren in Lübeck Die mitdenkende Tabletten-Box aus Lübeck
Thema S Studieren in Lübeck Die mitdenkende Tabletten-Box aus Lübeck
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18:20 13.08.2014
Amelie Paske (v. l.), Christina Briese, Miriam Hermsdorf und Laura Löffler präsentieren ihr Konzept für eine moderne Medi-Box. Quelle: Privat
Lübeck

Sie weiß genau, wann es an der Zeit für eine Tablette ist, kennt die exakte Dosierung und holt im Notfall sogar Hilfe: Ein Team von Studentinnen der Lübecker Fachhochschule hat das Konzept für eine clevere Medikamenten- Box entwickelt. Über die Umsetzung ihrer Idee in die Realität denken die vier jungen Frauen jetzt nach.

Denn viele kranke Menschen nehmen täglich ein oder mehrere Medikamente. Für die Dosierung und den Zeitpunkt der Einnahme sind sie selbst verantwortlich. Im Krankenhaus- oder in einer Pflegeeinrichtung sind es die Pflegekräfte, die sich um die rechtzeitige Gabe des Mittels kümmern. Sowohl im oft eher losen Tagesablauf daheim als auch im engen Zeittakt der Pflegearbeit helfen dabei die traditionellen Pillenboxen, die mit Wochentagen und Dosis beschriftet werden. Zukünftig könnte die Medikamenteneinnahme noch einfacher werden: Eine mitdenkende, individuell programmierbare Medikamenten- Box soll die fehleranfällige, menschlich-manuelle Steuerung der Medikamentierung ersetzen. Vier FH-Studentinnen haben ein solch praktisches System marktgerecht entwickelt.

Ausgangspunkt der Idee war eine Lehrveranstaltung zum Thema Gründungsmanagement, die die Studentinnen mit einem eigenen Konzept für eine mögliche Gründung abzuschließen hatten. „Bei der Suche nach einem geeigneten Produktfeld kamen wir sofort darauf, dass das alte Pillenbox-Konzept einfach veraltet ist“, erzählt Amelie Paske (22). Ihre Kommilitonin Miriam Hermsdorf (27) ergänzt:

„Erstaunlicherweise fand sich bei unseren Recherchen in öffentlich zugänglichen Quellen kein Pillenbox-System auf dem Markt, das wirklich praktisch und fast hundertprozentig sicher ist.“

Im Konzept sieht die Medi-Box wie ein Mini-PC-Block mit Touchscreen und Schublade aus. Über den Touchscreen soll das Gerät so programmiert werden, dass es die gewünschte Pillenanzahl zur eingestellten Zeit in der Schublade zur Verfügung stellt. Dazu wird an die Einnahme mit einem visuellen Hinweis auf dem Bildschirm und einen akustischen Warnsignal erinnert. Wenn das Medikament nicht entnommen wird, gibt die Box ein Signal an eine Kontrollstation, so dass ein Helfer unmittelbar in Aktion treten kann. „Das technische Konzept muss natürlich noch im Detail entwickelt werden“, sagt Miriam Hermsdorf. Es besteht aber bereits Kontakt zu einem innovativen Medizintechnikunternehmen auf dem Lübecker Hochschulcampus.

LN