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Studieren in Lübeck Neu an Lübecks Uni: Unternehmertum als Studiengang
Thema S Studieren in Lübeck Neu an Lübecks Uni: Unternehmertum als Studiengang
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20:10 24.06.2014
Uni-Professor Stefan Fischer (r.) sowie Prof. Jürgen Klein von der Lübecker Fachhochschule erklären die Studiengangs-Inhalte. Quelle: Guido Kollmeier
Lübeck

Gleich mit einem neuen Studiengangs-Trio wartet die Lübecker Universität in ihrem Jubiläums- Jahr auf. So kann man sich zum Wintersemester neu in Medieninformatik, im dualen Pflege-Studiengang sowie in „Entrepreneurship in digitalen Technologien“ einschreiben. Gerade bei Letzterem besteht aber wohl noch Aufklärungsbedarf, gesteht auch Uni-Professor Stefan Fischer. Bis die neue Stiftungsprofessur im Herbst besetzt werden kann, hat der Chef des Instituts für Telematik auf dem Campus hier die Studiengangsleitung übernommen. „Entrepreneurship kann man gut mit Unternehmertum übersetzen“, erläutert der studierte Wirtschaftinformatiker, „dies geht aber über die Gründung einer eigenen Firma hinaus.“

Denn mit dem Begriff sei ebenfalls unternehmerisches Denken und Handeln gemeint, flankiert Prof. Jürgen Klein von der Lübecker Fachhochschule. „Und Unternehmertum kann ich sowohl in meiner eigenen Firma ausleben wie auch in einem großen Unternehmen, wie zum Beispiel bei Dräger, Siemens oder Olympus, in dem ich eine Führungsposition inne habe und über Entscheidungskompetenzen verfüge“, ergänzt Klein. Der Experte ist wissenschaftlicher Projektleiter im Institut für Entrepreneurship und Business Development an der FH, kennt sich also diesbezüglich bestens aus. Entsprechend wurden die Entrepreneurship-Inhalte des neuen Uni-Studiengangs zusammen mit den FH- Dozenten entworfen, bei denen bereits seit vielen Jahren Lehrkompetenz im Bereich der Betriebswirtschaftslehre (BWL) besteht.

Die Kooperationen bündeln sich räumlich im gemeinsamen Gründer-Cube, wo auch Jürgen Klein sein Büro hat.

Aber welche Bachelor-Absolventen sollen nun mit dem neuen Master-Angebot geködert werden? Dazu Uni-Professor Stefan Fischer: „Wir haben drei Zielgruppen im Blick — einmal die Studierenden, die etwas gründen wollen und das schon im Bachelor-Studiengang Informatik oder Medizinische Ingenieurwissenschaft, kurz MIW, wussten. Diese suchen meist händeringend nach Wissen und eignen sich das meist autodidaktisch an.“ Zweitens sei die Gruppe der Studenten interessant, die schnell eine Aussicht auf eine Führungsposition in der Wirtschaft hat. „Und last but not least ist das Master-Angebot auch für die interessant, die eine wissenschaftliche Karriere planen. Schließlich benötigen sie als Chef eines Instituts oder als Abteilungs- oder Bereichsleiter in der Forschung zunehmend die Kompetenz, wie man zum Beispiel Drittmittel aus der Industrie einwirbt.“

Der Masterstudiengang, EdT abgekürzt, ist darauf ausgelegt, einerseits eine individuelle Spezialisierung im technischen Bereich durch eine Auswahl an Vertiefungsmodulen zu ermöglichen. Andererseits soll in den Lehrmodulen grundlegendes Wissen zur Ausgründung, Team- und Mitarbeiterführung, Finanzplanung und Geschäftsmodell-Entwicklung weitergegeben werden. „Mit diesem Zuschnitt ist das Angebot wohl einmalig in Deutschland. Denn je zur Hälfte wird auf der einen Seite das technische Fach Informatik beziehungsweise Medizintechnik unterrichtet und auf der anderen Seite der Bereich BWL und Entrepreneurship vermittelt“, so Fischer. Jedenfalls werde nun das Gesamtbild der Uni als Gründerhochschule sehr gut abgerundet.

Vier Semester zum M.Sc.
Zulassungsvoraussetzung für den deutschsprachigen Studiengang „Entrepreneurship in digitalen Technologien“, der in vier Semestern zum Master of Science (M.Sc.) führt, ist der Bachelorabschluss in Informatik oder in einem vergleichbaren Studiengang.

Wer sich für die drei neuen Studiengänge interessiert, findet im Internet (http://www.uni-luebeck.de) weitere Informationen.

Michael Hollinde