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Studieren in Lübeck Torsten Albig startet seine Sommertour
Thema S Studieren in Lübeck Torsten Albig startet seine Sommertour
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20:10 25.08.2014
Ministerpräsident Torsten Albig will mit eigenen Augen die Stammzellen sehen, mit denen die Forscher arbeiten. Quelle: Olaf Malzahn
St. Jürgen

Aufmerksam hört Torsten Albig zu. Dann will er es ganz genau wissen. „Wann wäre es denkbar, dass Sie Therapien für Menschen entwickeln?“, fragt er neugierig. Der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein zeigt großes Interesse, als es in der Uni Lübeck um die Bekämpfung von seltenen Generkrankungen geht. Deutlich länger als geplant informierte er sich über das Biotechnologie-Projekt „iPS-HL“. Für ihr Forschungsprojekt über personalisierte induzierte pluripotente Stammzellen wurden die Professorinnen Christine Klein und Jeanette Erdmann im Juni mit dem BioMedTec-Gründerpreis ausgezeichnet. Gemeinsam mit Wissenschaftlern aus ganz Europa möchte das Team spezielle Zellen für den Einsatz bei Medikamententests entwickeln.

Die Auszeichnung wollte eigentlich Torsten Albig überreichen, doch der war im Juni verhindert. Den Besuch holte er jetzt im Rahmen seiner Sommertour nach. „Ich habe großes Interesse an Innovation“, erzählte Albig, „wir müssen immer darüber nachdenken, wie Schleswig-Holstein in 20 oder 30 Jahren dasteht.“ In einem Vortrag berichten die Frauen zunächst von ihrer Forschungsarbeit. Sie erzählten von der Familie Bögemann, in der ein überdurchschnittliches Herzinfarktrisiko besteht. „Wir haben es anhand vieler Tests hinbekommen, bei den Nachkommen das Vorliegen des Herzinfarktrisikogens nachzuweisen“, erzählt Erdmann. Doch auf Albigs Frage, wann eine Therapie folgen könne, weiß auch die Professorin keine Antwort. „Wir stehen am Anfang und befinden uns noch in der Forschung“, sagt sie. Erfolge können die Forscher dennoch vorweisen. So hat Christine Klein Filipinos behandelt, die eine parkinsonähnliche Erkrankung aufweisen. Ein Stimulator, der ins Gehirn eingepflanzt wird, soll ihnen helfen. „Unglaublich“, flüstert Albig, als er sieht, wie die Männer nur fünf Tage nach der Operation ihre Arme und Beine kontrollieren können. Anschließend blickt der 49-Jährige selbst durchs Mikroskop und lässt sich erklären, wie die Experten mit den Stammzellen arbeiten. „Lübeck ist ein großartiger Standort“, lobt Albig, „hier gibt es Menschen, die an etwas geglaubt und es in die Tat umgesetzt haben.“ Die Verknüpfung von Forschung und Praxis sei in der Hansestadt einzigartig. „Das gelingt wirklich in großartiger Art und Weise“, so Albig.

Gegen Mittag ging es für ihn weiter auf den Kleverhof in Elmenhorst. Danach besuchte Albig eine Grundschule in Pinneberg, bevor er die Kölln Werke in Elmshorn besichtigte. Auch die kommenden Tage steht viel auf dem Programm. Es geht für Albig unter anderem nach Kiel, Husum und Sylt. mwe

LN