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Studieren in Lübeck Viele Existenzgründer: Bund zeichnet die Uni aus
Thema S Studieren in Lübeck Viele Existenzgründer: Bund zeichnet die Uni aus
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00:00 11.01.2013
FH-Prof. Jürgen Klein (v.l.) sowie die Uni-Prof. Peter Dominak und Thorsten Buzug erhalten die Urkunde von Minister Philipp Rösler. Quelle: Foto: UZL
Lübeck

Dass Labor-Ergebnisse nicht in Schubladen verschwinden müssen, sondern zur Gründung ambitionierter Firmen führen können, zeigt in der Hansestadt am eindrucksvollsten die Geschichte von Euroimmun. Im Jahr 1987 von Winfried Stöcker, seinerzeit Laborarzt auf dem Campus, aus der Taufe gehoben, ist das Unternehmen heute weltweit tätig. „Genau diesen Pioniergeist wollen wir weiter kultivieren“, erklärt Professor Thorsten Buzug, Vizepräsident der Lübecker Uni und Leiter des Projektes Gründerhochschule, und verspricht 30 High- tech-Firmen in den nächsten fünf Jahren, gegründet von Wissenschaftlern des Lübecker Hochschul-Campus.

Dass diese Einschätzung ein solides Fundament hat, ist seit Mittwochabend von höchster Stelle verbrieft. Denn seitdem trägt die Uni der Hansestadt den Titel „Gründerhochschule“, der ihr vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in Berlin verliehen wurde. Bei dem Ringen um die Fördergelder in Höhe von knapp drei Millionen Euro und den Titel konnte sie sich beispielsweise gegen die „Elite“ wie die RWTH Aachen und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) durchsetzen. Deutschlandweit hatten sich 49 Hochschulen beworben; die Uni Kiel scheiterte dabei schon in der Zwischenrunde und schaffte es nicht in die Zwölfer-Endrunde.

„Wir freuen uns außerordentlich, dass sich die Uni mit ihrem Konzept durchsetzen konnte und als eine der bundesweit drei besten Hochschulen ausgezeichnet wurde“, sagt dazu Matthias Schulz-Kleinfeldt, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck. Ausschlaggebend für den Titelgewinn sei gewesen, so Buzug, „dass wir als Team plausibel machen konnten, dass bisher nur ein Bruchteil des Campus-Potenzials ausgeschöpft wurde“. Nun sollen laut preisgekröntem Konzept die Kräfte gebündelt werden und IHK, Technikzentrum Lübeck (TZL) sowie FH und Uni noch enger zusammenarbeiten. Unter anderem ist ein gemeinsames Brückeninstitut für Gründungen von Uni und FH geplant; zudem wird die IHK — um näher an den Absolventen zu sein — auf dem Campus im „Gründercube“ eine eigene Außenstelle eröffnen.

„Dieser Erfolg in Berlin ist das Resultat einer jahrelangen Strategie“, betont dabei Raimund Mildner vom TZL, der bereits 2004 die sogenannte Unitransferklinik zur Unterstützung von Firmengründungen initiierte und dabei von Uni-Professor Thomas Martinetz stark unterstützt wurde.

Michael Hollinde