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E-Autos im Test E-Autotest: Kostenlos laden in Lübeck
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11:25 18.05.2017
Laden in Lübeck: Es klappt nicht gleich. Quelle: Wolfgang Maxwitat
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Zweimal hat Wolfram Henkies sein E-Auto bereits zu Hause an der Steckdose geladen. Gestern hat er den Wagen nun zum ersten Mal auswärts an den Strom gehängt. Am Mühlenteich, auf der Altstadtinsel, lädt er den Golf an einer Säule, die von den Lübecker Stadtwerken betrieben wird. Und dieser Zwischenstopp war bitter nötig: Die verbliebene Reichweite liegt unter 30 Kilometern.
„Obwohl ich den Wagen die ganze Nacht an der Steckdose hatte, war er heute Morgen nicht vollständig aufgeladen“, betont der Schulleiter. „Das darf eigentlich nicht sein.“ Neun Stunden habe er das E-Auto aufgeladen. Auf dem Weg zur Arbeit nach Bad Bramstedt und zurück nach Lübeck musste er im sparsamen Eco-Plus-Modus ohne Heizung und mit 95 Stundenkilometern über die Autobahn schleichen.

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An den Stadtwerke-Säulen ist das Aufladen derzeit noch kostenlos und kann mit einer EC- oder Kreditkarte oder dem neuen Personalausweis gestartet werden. Henkies entscheidet sich für die Kreditkarte. Die Anmeldung funktioniert problemlos, auf dem kleinen Display wird der Vorgang Schritt für Schritt erklärt. Er verbindet das Ladekabel zunächst mit dem Auto, dann mit der Säule. Das gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht. Erst im vierten Anlauf sitzt der Stecker. Auf dem kleinen Display steht nun „Fahrzeug wird geladen“, darunter grinst ein Smiley. „Das hat ja schon mal gut geklappt“, sagt Henkies.

Die Lübecker Stadtwerke haben elf Ladesäulen im Stadtgebiet aufgestellt. Bei der derzeitigen Zahl der E-Autos sei der Infrastrukturausbau in Lübeck zunächst abgeschlossen, sagt Sprecher Lars Hertrampf. Am Mühlenteich befinden sich zwei Parkplätze, die reserviert sind für E-Autos. Für zwei Stunden dürfen sie dort mit einer Parkscheibe kostenfrei parken und aufladen. Einmal vollladen ist an der Wechselstrom-Säule also nicht möglich. Das dauert in der Regel rund drei Stunden. „Die Parkdauer für E-Mobile ist auf zwei Stunden begrenzt, um eine Fluktuation an der Ladesäule zu erzeugen“, sagt Valessa Glisovic, Sprecherin der Hansestadt. „Sollte ein E-Mobil dort länger stehen, wird ein Verwarngeld in Höhe von zehn Euro erhoben.“

Henkies zieht derweil ein durchwachsenes Fazit vom ersten Außer-Haus-Laden. „Ein Riesenvorteil ist, dass ich hier einen kostenfreie Parkplatz habe“, sagt der 48-Jährige aus Ratekau. Er könne sich jedoch nicht vorstellen, nur zum Aufladen für zwei Stunden nach Lübeck zu fahren. „Ich weiß nicht, wie ich das in meinen Alltag einbauen soll.“ Trotzdem: Die Premiere ist geglückt. Als Henkies den Stecker aus der Ladesäule am Mühlenteich zieht, steht auf dem Display: „Die Ladung ist beendet. Vielen Dank und gute Fahrt!“

Jan Dresing

Mit einem Klick hier eine Übersicht aller Ladesäulen in der Region erhalten.